Review: The Ancient Magus Bride (Vol. 5)

Nachdem Kazé Anime zwischen November 2019 und März 2020 die 24-teilige Anime-Serie The Ancient Magus Bride in vier Volumes veröffentlicht hat, folgte im Mai 2020 abschließend die fünfte Volume, die drei zusammengehörende Original Video Animations enthält.

Auch wenn die vierte Volume der Anime-Serie The Ancient Magus Bride nicht das Ende der Handlung ist, so wie es sich Autorin der Manga-Vorlage Yamazaki Kore wohl vorgestellt hat, konnte das Werk des Wit Studios dennoch mit detailreichen Charakteren und erwachsenen Themen dennoch überzeugen. Selbiges trifft auch für die leicht von der eigentlichen Story losgelösten Original Video Animations der fünften Ausgabe zu. Unter dem Titel „Jener, der auf die Sterne wartet“ erzählen die Original Video Animations eine neue Geschichte, die sich in der Ausarbeitung des Szenarios und des Settings der Anime-Serie treu bleiben. Somit ist der Zuschauer nicht nur mit der idyllischen Landschaft Englands vertraut, sondern auch mit den wenigen, dafür aber umso besser ausgebauten Figuren. Zu Beginn der ergänzenden Storyline erhalten Magier Elias Ainsworth und seine Schülerin Hatori Chise von ihrer gemeinsamen Bekannten Angelica Varley ein paar Bücher zugestellt. Unter den literarischen Werken befindet sich auch das Buch mit dem Titel „Das einsame Sternenkind“, womit auch der Titel der dreiteiligen Original Video Animation halbwegs geklärt sein dürfte. Dieses Buch weckt in Chise jedoch derart schmerzhafte Erinnerungen, sodass nicht nur Elias und ihr magischer Begleiter Ruth, sondern auch der Zuschauer in Form von Rückblenden mehr über sie erfährt.

Realitätsflucht in die Welt der Bücher

Da die Anime-Serie mit der Versteigerung von Chise beginnt, weiß der Zuschauer im Grunde nichts über ihr Leben zuvor. Mit verschiedenen Flashbacks kann die Serie The Ancient Magus zwar in die Vergangenheit von Chise abtauchen, doch bleiben diese Einblicke rudimentär und aufs Nötigste reduziert. Sozusagen stellen die drei Teile von „Jener, der auf die Sterne wartet“ sozusagen die Vorgeschichte dar, die die Handlung der Anime-Serie jedoch spoilern und daher erst angeschaut werden sollten, wenn der Zuschauer genügend oder gar sämtliche Episoden der Serie gesehen hat. Selbiges gilt selbstverständlich auch für das weitere Lesen dieser Rezension. Chise wächst in Japan in schwierigen Verhältnissen auf, denn ihre Mutter ist mit der Erziehung ihrer beiden Kinder maßlos überfordert, lässt ihren Frust bei ihnen und ihrem Mann aus, was zu innerfamiliären Streitigkeiten führt. Überschattet von den Problemen büchst sie oft von zuhause aus und lernt in einer ominösen Waldbibliothek den aufgeweckten Miura Riichi kennen. Von diesem erhält sie einen Bibliotheksausweis, mit dem sie sich jeden Tag, wann sie will und so lange sie will, jeweils ein Buch ausleihen darf. Als einzige Auflage erhält sie, dass sie die Eingangstür immer hinter sich schließen muss. Damit schließt sich der Kreis zum Übernatürlichen, das auch in den drei Original Video Animations vorhanden sind.

Gefühlvoller Einblick in Chises Vergangenheit

Chise sieht immer und immer wieder schemenhafte Gestalten, vor denen sie sich fürchtet, sie aber nicht verstehen kann. So bleiben sie auch für den Zuschauer nicht greifbare Schatten, die von ihm im Kontext der Handlung von The Ancient Magus Bride jedoch akzeptiert werden. Genau wie die Anime-Serie wird auch „Jener, der auf die Sterne wartet“ ruhig und besonnen erzählt. Es gibt keine unnötig gestreckten Handlungsbögen und jede einzelne Szene passt hervorragend an die jeweilige Position. Actionreiche oder zumindest bedrohliche Stellen gibt es ebenfalls, werden aber dramatisch so inszeniert, dass sie sich gekonnt in die Geschichte einfügen. In puncto Inszenierung stehen die drei Original Video Animations der Anime-Serie in Nichts nach. Je nach Gefühlslage und Situation erstrahlt das tiefgründige Geschehen im bildschirmfüllenden 16:9-Format mit warmen oder kühlen Farben. Dadurch, dass die Farben meist etwas blasser und die Szenen mit schönen Lichteffekten ausstaffiert sind, ergibt sich so ein sehr stimmiges Gesamtbild, das den Zuschauer in seinen Bann zieht. In akustischer Hinsicht orientieren sich die Original Video Animations von The Ancient Magus Bride ebenso an der Serie, sodass Fans ein angenehmes Gefühl des Nach-Hause-Kommens versprühen. Bonusmaterial gibt es zwar nicht, doch nach dem Kauf der fünften und letzten Volume kann der Schuber der limitierten Erstauflage der ersten Ausgabe wenigstens komplettiert werden.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): The Ancient Magus Bride ist eine Serie, die über 24 Episoden mit unglaublichem Feingefühl hervorragend erzählt wird. Studio Wit führt dieses Konzept mit den drei Original Video Animations mit dem Untertitel „Jener, der auf die Sterne wartet“ mit Leichtigkeit fort. Als Vorgeschichte, die fast überwiegend in Japan und nicht in England spielt, funktionieren die drei enthaltenen und aufeinanderfolgenden Teile zwar auch nahezu unabhängig von der Anime-Serie, spoilern diese aber leicht und machen mehr Sinn, wenn der Zuschauer Hatori Chise bereits aus der Serie kennt. Die drei Original Video Animations sind zum Teil psychologisch und zum Teil philosophisch angehaucht und regen an vielen Stellen zum Nachdenken an. Zusammen mit der schönen Optik und der angenehmen Musik setzen sich alle Elemente wie ein Mosaik zusammen und zaubern jedem Kenner der Serie ein Lächeln ins Gesicht. Wer die 24 Episoden von The Ancient Magus Bride bereits gesehen hat, sollte zum rührenden Abschluss auch die drei jeweils 24-minütigen Original Video Animations anschauen, um die Vorgeschichte von Chise erlebt zu haben.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Ancient Magus Bride (Vol. 5)!

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