Review: Kabaneri of the Iron Fortress (Vol. 3)

Nach der Veröffentlichung der zweiten Volume von Kabaneri of the Iron Fortress im Februar 2020 dauerte es nur einen Monat, bis auch die dritte Ausgabe der Anime-Serie hierzulande erschien. Diese führt die spannende und erwachsene Geschichte zu neuen Höhepunkten.

Im Rahmen der Erzählung führte die Anime-Serie im zweiten Episodenpaket neue Charaktere ein, die in der abschließenden dritten Volume von maßgeblicher Bedeutung sind. Zu Beginn der neunten und damit ersten Folge trifft die Gruppe um Prinzessin Yomogawa Ayame endlich im Bahnhof Iwato ein. Der Ort gilt als letzte Festung vor Kongokaku, dem Sitz des Shōguns. Um Durchlass zu erhalten, kommt es zu einer Unterredung zwischen Ayame und Fürst Maeda. Im Gegensatz zur Gruppe der Überlebenden aus Aragane darf der Bund der Jäger auf Geheiß des Shōguns jedoch nicht passieren, weshalb es zum Bruch zwischen den Gefährten kommt. Das heißt auch, dass Ikoma und die anderen Überlebenden Abschied von Mumei nehmen müssen, deren Bruder Amatori Biba der Anführer des Bunds der Jäger ist. In wenigen Minuten überschlagen sich die Ereignisse in Kabaneri of the Iron Fortress. So wird Mumei, instrumentalisiert durch ihren Bruder, die Zugbrücke nach Iwato, wodurch die Jäger eine große Gruppe Kabane in die Stadt führen kann. Biba wiederum hat es indessen auf Fürst Maeda abgesehen. Zudem gelingt es ihm und seinen Anhängern, die Prinzessin gefangen zu nehmen, während die Kabane in den Straßen von Iwato ein Blutbad anrichten. Der Schrecken von Aragane scheint sich zu wiederholen, was zu weiteren unerwarteten Wendungen führt.

Darwinismus für Bösewichte

Mumeis Bruder Biba nimmt in der dritten und letzten Volume von Kabaneri of the Iron Fortress eine tragende Rolle ein. Aus vermeintlicher Rachsucht gegenüber des Herrschers über Japan entledigt er sich jedem seiner selbst auserkorenen Feinde, benutzt seine kleine Schwester für seine finsteren Absichten und verwandelt sogar seine Mitstreiterin Horobi in einen schwarzen Rauch, um seinen Plan in die Tat umzusetzen. Was ihn wirklich antreibt, bleibt zeitweilig im Hintergrund und sollte der Zuschauer auch am besten selbst in Erfahrung bringen. Wichtig ist nur, dass er durch und durch als Darwinist charakterisiert wird, in dessen perfekten Weltbild nur die Starken überleben und die Schwachen keinen Platz haben. Damit entwertet er wie die Antagonisten in der Fernsehserie The Walking Dead die eigentliche Bedrohung durch die Untoten und zeigt, dass die sehr viel höhere Gefahr von den Menschen respektive dem Verfall der Gesellschaft selbst ausgeht. Aus keinem anderen Grund gibt es in der dritten Ausgabe der Anime-Serie auch den einen oder anderen Tod von bekannten Figuren, um das wahre Übel auf eine neue Ebene zu hieven und den Verlust von Freunden für Ikoma und die anderen Charaktere wesentlich bedeutender zu machen als es in den ersten beiden Episodenbündeln von Kabaneri of the Iron Fortress mit ersetzbaren Randfiguren der Fall war.

Ende der Reise

Auf diese Art und Weise gelingt es Regisseur Araki Tetsurō eine spannende, emotionale und vor allem dicht erzählte Handlung zu schildern. Es gibt keine unnötigen Szenen, sodass eine Wendung auf die andere folgen kann, ohne dass dabei Ermüdungserscheinungen beim Zuschauer auftreten. Neben der Dramaturgie kommt in Kabaneri of the Iron Fortress aber auch die Action nicht zu knapp, bei denen der Regisseur auch mit verschiedenen Ideen spielt. Beispielsweise wird in einer Szene die Gewalt nur mit einem Standbild gezeigt. Dabei ertönen im Hintergrund Schreie und Gewehrschüsse, was das Geschehen eindrucksvoller denn je macht. An anderer Stelle hat sich Studio Wit aber offensichtlich ein weiteres Mal an Rollenspielen orientiert. Unter anderem ist Bibas Klinge offensichtlich von der Gunblade aus Final Fantasy VIII inspiriert. Ansonsten zeigt die Serie ihr gewohntes Bild, das mit detaillierten Charakteren, flüssigen Animationen und wunderschönen Lichteffekten ausstaffiert ist. Mit der jederzeit passenden und gelungenen Musik von Komponist Sawano Hiroyuki ergibt sich ein äußerst stimmungsvolles Gesamtbild, das jeden Anime-Liebhaber verzaubert. Boni gibt es in digitaler Form abermals nicht, doch dafür liegen der letzten Volume ein 100-seitiges Artbook, ein 8-seitiges Booklet und Artcards in einer Sammelbox vor. So schließt Kabaneri of the Iron Fortress nicht nur inhaltlich, sondern auch mit ihrer tollen Ausstattung vortrefflich gut ab.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Selten gibt es Anime-Serien, die wirklich von der ersten bis zur letzten Episode überzeugen. Kabaneri of the Iron Fortress darf sich mit Fug und Recht zu diesen Anime-Serien zählen. Wie aus dem Nichts kommend, überzeugt die Serie auch in ihrem Abschluss noch mit ihrer erwachsenen und intelligenten Erzählweise, den vielschichtigen Charakteren, zahlreichen Wendungen und der grandios inszenierten Action. In jeder Szene gelingt es dem Werk von Regisseur Araki Tetsurō, die Messlatte mit spannenden Ideen in die Höhe zu treiben. Kabaneri of the Iron Fortress übertrifft sich ständig selbst – und das ist etwas, was in dieser Form nur sehr wenige Anime-Serien schaffen. Zusammen mit dem japanischen Steampunk-Setting ergibt so ein vortreffliches Gesamtbild, das ein jeder Anime-Liebhaber unbedingt selbst einmal von Anfang bis Ende gesehen haben muss!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Kabaneri of the Iron Fortress (Vol. 3)!

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