Review: The Walking Dead: Survival Instinct

The Walking Dead Survival Instinct (1)Da in der gleichnamigen Fernsehserie das Z-Wort nicht fällt, möchten wir es in unserem Test ebenso nicht nennen. Wir haben die Vorgeschichte zur Serie gespielt, um bis nach Atlanta jede Menge Zombies abzuschlachten. Na ja, jetzt ist das Wort doch gefallen.

The Walking Dead Survival Instinct (2)Die Handlung des Spiels beginnt mit einem Jagdausflug. Unser Hauptcharakter Daryl Dixon ist zusammen mit seinem Vater und seinem Onkel in den Bergen unterwegs, um zu wildern. Als wir den Hirsch im Visier haben, fällt plötzlich irgendwoher ein Schuss. Der Hirsch ist uns entwischt und wir schauen lieber mal, wer da eigentlich geschossen hat und warum. Auf dem Rückweg werden wir Zeuge davon, wie einer der Zombies (beziehungsweise Beißer oder Walker, wie die Untoten in der Fernsehserie liebevoll genannt werden) durch die Wälder streift. Wir können den Beißer zwar erledigen, doch urplötzlich tauchen von links und rechts weitere Untote auf. Uns bleibt nur die Flucht, doch schon ein umgeknickter Baumstamm hindert uns am Vorankommen. Die Beißer reißen uns die Eingeweide raus und eigentlich ist das der Moment, wo der letzte Spielstand in einem Ego-Shooter geladen wird. Plötzlich taucht jedoch Daryls Onkel im Wald auf und tötet einen Zombie nach dem anderen. Als dann auch noch Daryl selbst in Erscheinung tritt, überrascht uns das Spiel und beendet unser Leben als Familienvater mit einem Schuss durch die Hand unseres Bruders, da dieser bereits erkennt, dass er nur noch unser Leiden lindern kann. Daryl und seinem Onkel wird klar, dass etwas in der Welt passiert sein muss und beschließen, Daryls Bruder Merle zu suchen.

Das Gehirn eines Beißers

The Walking Dead Survival Instinct (3)Dazu muss jedoch erst einmal das Auto aufgetankt und die ersten Beißer endgültig ins Reich der Toten geschickt werden. Unser Onkel erklärt uns, dass Schüsse nur weitere Beißer anlocken und wir möglichst leise und mit Nahkampfwaffen vorgehen sollen. Wir schlagen uns bis zum Auto durch und finden unterwegs ein paar Benzinkanister. Die ersten Beißer sind von hinten leichte Beute, denn so können wir unser Jagdmesser einfach in sie hineinrammen. Wie in der Serie heißt es auch hier, dass das Gehirn zerstört werden muss. Wer den Untoten woanders trifft, wird sich nur unnötig lange aufhalten. Unschön finden wir jedoch, dass alle erlegten Zombies bei unserem Ableben ebenfalls wieder von den Toten auferstehen. Das wäre zwar logisch, wenn wir noch keinen Kontrollpunkt erreicht hätten, doch wenn man schon im ganzen Spielgebiet aufgeräumt hat und der Rückweg, den wir früher oder später fast immer antreten müssen, voller Zombies gepflastert ist, dann sorgt das auf der einen Seite natürlich für jede Menge Spannung, doch logisch ist das dadurch trotzdem nicht. Insbesondere in den ersten Levels kann das für jede Menge Frust sorgen, da Schüsse nun mal weitere Zombies anlocken und wir uns nicht jedem Beißer von hinten nähern können, um das Gehirn mit einem gezielten Stich auszuschalten. Geduld und Wachsamkeit sind hier ganz besonders gefragt!

Querfeldein nach Atlanta

The Walking Dead Survival Instinct (4)Beim Erforschen der Umgebung sollten wir ebenfalls beide Augen offenhalten. Munition, wenn wir sie in brenzligen Situationen doch verwenden müssen, und Health-Gegenstände sind spärlich in der Spielwelt verteilt und zudem können wir nicht unendlich viele Items mit uns herumtragen. Zusätzlicher Stauraum bietet zwar unser Fahrzeug, mit dem wir quer durch den Bundesstaat düsen, doch auch dieser ist begrenzt. Immerhin finden wir später eventuell Vehikel mit größerem Stauraum, doch ist das von der jeweiligen Route abhängig, die wir im Spiel einschlagen. Nach Abschluss eines Levels kommt es nämlich nicht selten vor, dass wir die Wahl zwischen zwei unterschiedlichen Zielorten haben. Mal geht es zu einem Sägewerk, mal zu einem Flüchtlingscamp und auch schon mal zu einer verlassenen Kleinstadt. Das ist jedoch noch nicht alles, denn je nachdem wie viel Benzin wir gesammelt haben, können wir Landstraßen, Hauptstraßen und die Highways benutzen, um die Wahrscheinlichkeit, einen Zwischenstopp einzulegen und unterwegs Vorräte zu finden, zu beeinflussen. Besonders eher unerfahrene oder unvorsichtige Spieler kommen nur so an zusätzliche Nahrung, Waffen und Munition. Somit legt es The Walking Dead: Survival Instinct darauf an, dass wir das Spiel mehr als einmal durchspielen und dabei unterschiedliche Routen nach Atlanta verwenden.

Die Suche nach Überlebenden

The Walking Dead Survival Instinct (5)Belohnt wird das mit freischaltbaren Errungenschaften, wie dem lautlosen Schleichen oder doppelten Magazingrößen bei den Waffen. Außerdem gibt es noch Nichtspielercharaktere, die sich unserer Truppe anschließen können, wenn wir dafür spezielle Aufgaben, wie das Suchen nach Batterien oder Medizin für sie erfüllen. Manche Personen sind auch froh darüber, wenn wir sie einfach mitnehmen. Wir können zwar je nach Fahrzeug nur eine bestimmte Anzahl an Menschen transportieren und können diese auch zurücklassen, doch sollten wir nicht herzlos sein. Schließlich dürfen wir die Nichtspielercharaktere (kurioserweise nur in den für die Story wichtigen Spielabschnitten) auf Vorratssuche schicken und diese auch mit Waffen ausrüsten. Leider sehen wir in dem jeweiligen Level davon dann nur wenig, zumal die Gefahr für die Gruppe sich dadurch drastisch erhöht. Unseren Onkel haben wir beispielsweise schon nach einer Spielstunde töten müssen, da er auf der Suche nach Nahrung von einem Beißer gebissen wurde. Wer darauf hofft, dass sich durch das Aufnehmen Überlebender zwischenmenschliche Beziehungen entwickeln, wird jedoch enttäuscht. Selten unterhält sich eine Person mit uns in einem Level, doch unterwegs zum nächsten Zielort wird dann im Auto schon mal  drauflos gequatscht, damit die Hintergrundgeschichten nicht zu kurz kommen. Lahm!

Fließbandprodukt

The Walking Dead Survival Instinct (6)Zudem bemängeln wir, dass sich die Orte der Zwischenstopps zu schnell wiederholen. In den Staaten scheint es laut Spiel viele Diner zu geben, die wie ein Ei dem anderen gleichen – samt positionierter Fahrzeuge und Häuser auf der anderen Straßenseite. Falls der Reifen platzt oder die Batterie unseres Autos leer ist, finden wir diese an fast der gleichen Stelle im jeweiligen Nebenschauplatz. Das Spiel wirkt hier wie ein Fließbandprodukt, was zum Teil auch an den Gesichtern der Nebencharaktere zu sehen ist. Wir bemerken, dass Augen, Nasen, Münder und Haare, insbesondere bei den Frauen, kopiert und nur leicht verändert worden sind. Auch wenn die Kleinstädte im Spiel recht ähnlich wirken, können diese aber mit teils großartiger Level-Architektur überzeugen. Schade nur, dass man sich um die Optik keine weiteren Gedanken gemacht hat, denn insbesondere Texturen und Animationen wirken stark veraltet. Dafür hat man die Farbpalette der Serie genutzt, denn Braun- und Grautöne dominieren und lassen in uns nicht nur einmal den Wunsch aufkommen, endlich die nächste The-Walking-Dead-Folge zu sehen. Hier freuen wir uns darüber, dass Daryl und Merle die Stimmen der Schauspieler spendiert bekommen haben, doch eine deutsche Synchronisation erfolgte leider nicht. Das Spiel richtet sich klar an Fans, die ein wenig mehr über die Dixon-Brüder wissen wollen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Nachdem mir die erste Staffel der Serie nicht gefallen hat, habe ich dem Franchise zum Glück noch eine zweite Chance gegeben und seit der zweiten Staffel gefällt mir The Walking Dead richtig gut. Leider kann ich das nicht völlig über The Walking Dead: Survival Instinct sagen. Die Geschichte wird sehr lahm präsentiert, spätestens mit dem Finden der Armbrust stellen die meisten Gegner keine Herausforderung mehr dar und warum man eines der Kernaspekte der Serie, die zwischenmenschlichen Beziehungen, nicht Tribut gezollt hat, ist mir ein Rätsel. Zudem fehlt mir persönlich auch ein kooperativer Mehrspielermodus, denn dieser hätte das Spiel sicherlich noch verbessern und vor allem für Fans noch attraktiver gemacht. The Walking Dead: Survival Instinct ist sicher nicht einer der schlechtesten Ego-Shooter, doch von dem Status eines Traumspiels ist der Titel ebenfalls noch meilenweit entfernt. Sieben Stunden lang hatte ich nach dem holprigen Spielstart durchaus, wenn auch nur in seltenen Fällen, meinen Spaß, doch um mehr als ein durchschnittliches Lizenzspiel handelt es sich bei The Walking Dead: Survival Instinct nicht. Wer damit guten Gewissens Geld auf die Ladentheke legen kann, der wird auch wissen, was er im Endeffekt bekommt und zumindest ein klein wenig Serienatmosphäre schnuppern.

Vielen Dank an Activision für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Walking Dead: Survival Instinct!

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