Review: Fairy Tail (Vol. 9, Episoden 204–226)

Nachdem im Februar 2020 die achte Volume von Fairy Tail veröffentlicht wurde, folgte im Juli 2020 und damit erst fünf Monate später die neunte Serienbox der langlebigen Anime-Serie. In dieser wird ein neuer Handlungsstrang aufgeschlagen, der sich um die Stellargeister dreht.

Wie so oft auch beginnt die Handlung der Anime-Serie Fairy Tail auch in der ersten Folge der neunten Volume sehr seicht. So erfährt der Zuschauer zwar, dass die Stellargeister dieses Mal im Mittelpunkt der Erzählung stehen, doch das wahre Ausmaß der Story wird erst in der 205. Episode klar. In der Fantasy-Welt Fiore scheint das Wetter mit verschiedenen Extremen außer Kontrolle zu geraten. Das kommt auch den Mitgliedern der Gilde Fairy Tail seltsam vor. Also beschließen kurzerhand Hauptfigur Natsu Dragneel, seine Gefährtin Lucy Heartfilia und auch die fliegende Katze Happy, der Sache auf den Grund zu gehen. Ihr Weg führt sie in eine Stadt am Meer. Im idyllischen Ort Seabellus angekommen, übernehmen sie den Auftrag, die Wetterphänomene zu untersuchen – ein Glück, dass Lucy eine Stellarmagierin und damit absolut geeignet für die Mission ist. Alles deutet auf eine Anomalie der Himmelskörper hin. Nur wenig später werden die Freunde angegriffen und auch Lucys goldene Schlüssel scheinen keinerlei Nutzen mehr zu haben. Auf dieser Einleitung aufbauend entwickelt sich über 23 Folgen eine spannende Geschichte, die mit neuen Erkenntnissen und hitzigen Kämpfen gepflastert ist. So verschwindet unter anderem der König der Stellargeister, sodass die anderen Stellargeister keinem festen Weg mehr folgen können beziehungsweise überhaupt nicht kontrolliert werden.

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen

Im Grunde spaltet sich die Story, wie es aus früheren Serienboxen von Fairy Tail bereits bekannt ist, in mehrere Handlungsfäden auf. Mal wieder steht die freundschaftliche respektive kollegiale Bande im Vordergrund, um den extremen Wetterverhältnissen ein Ende zu bereiten. Zum Beispiel macht sich die Magierin Wendy Marvell mit der fliegenden Katze Carla zu einem Vergnügungspark auf. Hier werden sie vom verspielten Stellargeist Aquarius überrascht. Das Spiel entwickelt sich jedoch mit der Zeit zu bitterem Ernst. Die anderen Charaktere müssen sich hingegen mit anderen Stellargeistern auseinandersetzen. Hier bleibt dann auch Zeit für die Einführung beziehungsweise Vertiefung von Figuren wie beispielsweise Prinzessin Hisui E. Fiore, mit der Lucy nach den Geschehnissen des Turniers zusammenarbeiten möchte. Bis zur 218. Episode verfolgt Fairy Tail dieses bekannte Konzept mitsamt des dazugehörigen und furios angelegten Finales. Obwohl die eigentliche Rahmenhandlung damit endet, bleibt in den verbleibenden acht Episoden aber genügend Zeit, um noch ein paar kleinere Geschichten zu erzählen. Auch da wird auf Lucys plötzliches Schicksal eingegangen, die Story an sich fühlt sich aber weitgehend losgelöst von der Haupthandlung an. Hier schlüpft unter anderem ein Wesen aus einem mysteriösen Ei und eine längst vergessene Insel taucht vor der Küste auf.

Neue Geschichte, alter Trott

In puncto Humor präsentiert sich die Anime-Serie in ihrem gewohnten Gewand. Dennoch ist zu erkennen, dass Witze in der neunten Volume von Fairy Tail deutlich passender eingespielt werden. Wenn die Sachlage ernst ist, bleibt es bei ein paar kecken Sprüchen und wenn sich die Charaktere gegenseitig aufziehen, dann ist das in weniger ernsten Momenten der Fall. Unter technischen Gesichtspunkten besticht die Serie auf Blu-ray wie bereits zuvor mit bunten und vor allem kräftigen Farben im bildschirmfüllenden 16:9-Format beziehungsweise in 1080p. So und nicht anders kommt während der Kämpfe genügend Dynamik zustande, die mit schönen Effekten aufgehübscht wird. Vor allem beim Finale der Haupthandlung wird mit Lichteffekten nicht gegeizt. Mit dem typischen Fairy-Tail-Soundtrack wird die Serie abermals atmosphärisch unterlegt, sowohl in ruhigen als auch hitzigen Momenten. Zu guter Letzt wissen hier auch ein weiteres Mal die deutschen und japanischen Synchronsprecher zu überzeugen. Alle Szenen wirken im Rahmen der Anime-Gesetze glaubhaft. Digitale Boni gibt es leider nicht. Dennoch liegt der neunten Serienbox ein einmal mehr ein Booklet mit Episodenguide bei, in dem alle Folgen kurz und bündig zusammengefasst sind. Ein Poster und ein Stickerbogen mit sieben Aufklebern runden das Gesamtpaket für Fans der Serie angenehm ab.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nach der wirklich guten achten Serienbox fühlt sich die neunte Volume von Fairy Tail wie ein kleiner Rückschritt an. Das darf aber nicht falsch verstanden werden, denn die Story ist nach wie vor spannend und sehr unterhaltsam. In den Episoden der neunten Ausgabe fehlt es jedoch ein wenig an durchgehender Action. So sind die meisten Story-Stränge separiert und laufen erst spät zueinander. Die mosaikartige Zusammensetzung von Handlungsfäden ist im Anime-Bereich und sogar bei Fairy Tail keine Seltenheit, nach den sich überschlagenden Ereignissen der vorherigen Episoden war jedoch ein wenig mehr zu erwarten. Trotzdem können sowohl die Haupthandlung um die Stellargeister als auch die kleineren Einzelgeschichten von Anfang bis Ende überzeugen. Vor allem in den kleineren Storys kann dann auch der typische Humor der Serie wieder voll und ganz zünden. Unterm Strich ist die neunte Serienbox also immer noch eine Empfehlung für jeden Fan, doch darf die zehnte Ausgabe von Fairy Tail gerne noch mal einen Zahn mit Story und Action zulegen. 

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Fairy Tail (Vol. 9, Episoden 204–226)!

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