Review: Re:Zero – Starting Life in another World (Vol. 2)

Im Dezember 2019 startete der hiesige Publisher Kazé Anime mit der Veröffentlichungsreihe der Anime-Serie Re:Zero – Starting Life in another World. Nachdem Fans zwei Monate lang auf die Fortführung warten mussten, ging die Serie im Februar 2020 in die nächste Runde.

Natsuki Subaru hat es auch nicht leicht. Eigentlich verbringt er sein Leben als Neet, geht also weder zur Schule noch einer Arbeit nach, wird dann aber ohne weitere Erklärung plötzlich und unerwartet in eine fremde Fantasy-Welt teleportiert. Während die erste Volume von Re:Zero – Starting Life in another World als Exposition herhält und die eigentlichen Grundlagen für den Verlauf der Anime-Serie legt, führt die zweite Ausgabe dieses Konzept mit einem neuen Twist fort. Jedes Mal, wenn Subaru mittlerweile das Zeitliche segnet, wacht er nicht mehr auf dem Markt der königlichen Hauptstadt auf, sondern in einem Bett im ominösen Roswaal-Anwesen. Hierhin hat ihn seine frische Bekanntschaft Emilia gebracht, nachdem er um ein Haar von der undurchschaubaren Elsa Granhiert getötet worden wäre. Der Autor der Light-Novel-Vorlage, Nagatsuki Tappei, modifiziert regelrecht im Vorbeigehen das aus dem Film Und täglich grüßt das Murmeltier entlehnte Konzept, sodass Subaru nicht immer nur einen einzelnen Tag immer und immer wieder neu erlebt, sondern lediglich das aktuelle Kapitel auf seiner Reise. Obwohl sich der Held im Roswaal-Anwesen erholen könnte, ist er auch dort vor dem drohenden Tod nicht sicher. Mittlerweile muss Subaru sich mit einem unbekannten Attentäter herumschlagen, dessen Identität am Ende der sechsten Episode gelöst wird und für ordentliche Dramatik sorgt.

Neues Kapitel, neue Bedrohung

Mit diesem Wissen im Hinterkopf muss sich Subaru im Roswaal-Anwesen zurechtfinden. Das wird für ihn jedoch immer mehr zur Geduldsprobe, denn jedes Mal, wenn er versucht, Emilia oder jemand anderem sein mysteriöses Geheimnis anzuvertrauen, hält ihn eine dunkle Kraft von diesem Vorhaben ab und fügt ihm Leid zu. So und nicht anders zieht sich die Geschichte von Re:Zero – Starting Life in another World zwar etwas in die Länge, erweitert sie allerdings jedes Mal mit neuen Facetten. So lernt auch der Zuschauer mit der Zeit immer mehr über die Bewohner des Anwesens. Ein wenig erinnert dieses an das Anwesen der Phantomhives aus der Anime-Serie Black Butler, doch sind die Bediensteten nicht im Ansatz so humorvoll. Re:Zero – Starting Life in another World ist in dieser Hinsicht wesentlich ernster, wenn auch nicht ganz so düster. Zum Beispiel sind die beiden Maids Ram und Rem dem Hausherrn von morgens bis abends stets loyal ergeben. Zudem geben sich die Zwillingsschwestern auch gegenseitig Rückendeckung, wenn sie Subaru hinterherschnüffeln. Beatrice ist hingegen die Bibliothekarin des Anwesens und Subaru gegenüber sehr frech aufgelegt. Dennoch freunden sich die beiden mit der Zeit an und schließen einmal sogar einen Pakt, damit Subaru am Rest des Tages nichts geschieht. Roswaal L. Mathers mischt die Karten hingegen im Hintergrund.

Fortführung der Grundlagen

An der inhaltlichen und technischen Gestaltung von Re:Zero – Starting Life in another World ändert sich ansonsten nicht viel. Die Handlung ist aufgrund ihrer langsamen Erzählweise sehr interessant gestaltet und vor allem spannend. Mit jeder weiteren Episode erhält der Zuschauer neue Einblicke in die Charakterkonstellation im Roswaal-Anwesen und erfährt mehr und mehr über die illustren Figuren und ihre Hintergründe. Trotz der ernsten Thematik kommen auch die Folgen des zweiten Episodenpakets nicht ganz ohne humorvolle Stellen aus. In einer Szene verwendet Subaru zum Beispiel Wörter aus dem Jargon, wie es in Online-Rollenspielen wie Final Fantasy XIV: A Realm Reborn üblich ist. Das passt hervorragend zum Charakter und fügt sich passend in die europäisch-mittelalterliche Atmosphäre der Anime-Serie ein. In visueller Hinsicht kann sowohl das Anwesen als auch das umliegende Areal überzeugen. Ein wenig mehr gefallen aber die sehr hübschen Charaktermodelle der Hauptfiguren, die aus der Menge herausstechen. Die Hintergrundmusik passt ebenso zum Geschehen wie die wirklich guten Synchronsprecher. Emilia wird zum Beispiel von Gabrielle Pietermann gesprochen, die unter anderem auch schon der Schauspielerin Emma Watson in den Harry-Potter-Filmen ihre Stimme lieh. Im Japanischen übernimmt wiederum Takahashi Rie diese Aufgabe. Als Bonus warten erneut ein physisches Guidebook und digital fünf Mini-Episoden auf den Käufer. Nett!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Obwohl Re:Zero – Starting Life in another World in der ersten Volume gemächlich beginnt, spielt die Anime-Serie im zweiten Anlauf ihr volles Potenzial aus. Die Charaktere sind greifbarer, die Konstellationen besser verständlich und auch das Konzept der Serie wirkt gereifter. Im Gegensatz zum 1990er-Jahre-Filmklassiker Und täglich grüßt das Murmeltier entwickelt sich die Idee der Zeitschleife von Episode zu Episode weiter und setzt neue Akzente. So wird bereits in der sechsten und damit ersten Folge der zweiten Ausgabe der Attentäter entlarvt, der es auf Subaru abgesehen hat. Darauf aufbauend fiebert der Zuschauer in den weiteren Episoden regelrecht mit, denn schließlich muss das Schicksal für Subaru und auch für den Attentäter doch anders ausgehen. Das zweite Episodenpaket von Re:Zero – Starting Life in another World toppt das Seriendebüt in allen Punkten. Da bleibt zu hoffen, dass diese Entwicklung mit den nächsten drei Volumes genauso weitergeht!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Re:Zero – Starting Life in another World (Vol. 2)!

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