Review: Seven Mortal Sins (Vol. 1)

Seit 2016 wird in Japan die Manga-Reihe Seven Mortal Sins von Hobby Japan veröffentlicht. Basierend auf dem Manga entstand bei den Animationsstudios Artland und TNK 2017 eine Serie mit zwölf Episoden, die Kazé Anime Mitte 2020 in Deutschland veröffentlicht hat.

Wie es der Titel von Seven Mortal Sins schon erahnen lässt, beschäftigt sich die Anime-Serie mit den sieben Todsünden. Eingebettet ist das Szenario in die Geschichte von Luzifer, die in Seven Mortal Sins in einer weiblichen Variante aus dem Himmel verbannt wird. An ein mit der Spitze zur Erde gerichteten Kreuz gebunden, brettert Luzifer zunächst in eine Kirche, wo sie kurzerhand Bekanntschaft mit Totsuka Maria macht und ihr Leben in ihre Hand legt. Es dauert nicht lange, da wird das Kennenlernen jäh unterbrochen, als sich der Erdboden auftut und Luzifer hinunter in die Hölle fährt. Dort trifft sie auf Leviathan, die Dämonenfürstin des Neids. Von ihr wird sie in das Herrschaftsgefüge der Hölle eingeführt und lernt schnell die sieben titelgebenden Todsünden kennen, die über das Unterreich herrschen. Luzifer ist allerdings der Ansicht, dass ein Machtwechsel das Beste für die Hölle wäre, da Belial, die Dämonenfürstin der Eitelkeit, ihrer Meinung nach genauso arrogant wie ihr göttlicher Vater ist. Somit entbrennt zwischen Luzifer und Belial ein heftiger Kampf, der einerseits dazu führt, dass Luzifer zur Dämonenfürstin der Hochmut aufsteigt. Andererseits folgt die erneute Verbannung von Luzifer, die zur Erde zurückkehrt. Dort trifft Luzifer abermals auf Maria, die sie für ihren Rachefeldzug gegen die sieben Todsünden instrumentalisiert – der Startschuss für die Geschichte!

Erotische Story mit zu starkem Ecchi-Anteil

Ähnlich wie bei der Anime-Serie The Devil is a Part-Timer! sollte der Zuschauer allerdings keine allzu ausgeklügelte Handlung erwarten. Zwar fühlt sich die Erzählung deutlich besser an als das Werk von Animationsstudio White Fox, doch sind es meistens Einzelgeschichten, die in Seven Mortal Sins im Mittelpunkt stehen und peu à peu miteinander verzahnt werden und so die stringente Handlung ergeben. Sonderlich tiefgründig ist das trotz der Prämisse, die an US-amerikanische Werke wie Supernatural oder Lucifer erinnert, allerdings nicht. In erster Linie dürfte das dem Genre geschuldet sein, denn Seven Mortal Sins fungiert überwiegend als Ecchi-Anime-Serie. Das heißt, dass mit nackter Haut nicht gegeizt wird. Schon bei Luzifers Eintritt in die Hölle werden ihr von Leviathan die Kleider vom Leib gerissen und dabei unsittlich berührt. Luzifer gelingt es jedoch auch oft genug, Belial zu entkleiden, sodass deren Brüste dem Zuschauer nur so ins Gesicht springen. Was bei Figuren wie der Dämonenfürstin der Wollust nachvollziehbar wäre, lässt den Zuschauer bei den meisten anderen Charakteren nur den Kopf schütteln, da die sexuellen Handlungen nur sehr selten sinnvoll in den Kontext der Anime-Serie eingewebt sind. Wenn Marias Freundin Mina ihr an den Hintern grabscht, wirkt das aufgesetzt. Hier bietet Seven Mortal Sins mehr Fanservice als sinnliche Erfahrungen.

Bonusmaterial mit leichten Schwächen

Neben Trailern zu weiteren Produkten aus dem Kazé-Anime-Sortiment kommt der Zuschauer unter anderem in den Genuss von Clean Openings und Clean Ending. Daneben gibt es ein anderthalbminütiges Musikvideo des Dämonenkönigs Astaroth, über das sich Fans der Serie sicherlich freuen dürfen, auch wenn es nur spärlich animiert ist. Das Highlight bilden jedoch zehn kurze Bonus-Episoden, die mit ihrem eigenwilligen Humor unterhalten sollen. Wer an der eigentlichen Anime-Serie Gefallen findet, wird auch mit den Mini-Folgen definitiv seinen Spaß haben. Interviews mit Regisseur Yoshimoto Kinji oder anderen Beteiligten gibt es aber leider nicht. Hier verschenkt die Volume reichlich Potenzial, denn Einblicke in die Entstehung oder in die Umsetzung vom Manga zum Anime erhält der Zuschauer so nicht. Als physische Dreingabe bietet Seven Mortal Sins einerseits ein Wendeposter und andererseits ein 32-seitiges Booklet. Dieses stand für diesen Test allerdings nicht zur Verfügung, doch ist von der gewohnten Qualität des Publishers auszugehen. Genauere Angaben folgen im Test zur zweiten Volume der Serie. So lässt sich sagen, dass die erste Hälfte der Serie zwar nicht mit den Boni überzeugt, aber in inhaltlicher und stilistischer Hinsicht punktet. Zumindest werden Ecchi-Fans einen Heidenspaß daran haben, wenn die Charaktere miteinander interagieren.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Seven Mortal Sins erzählt eine zumindest interessante Geschichte um den gefallenen Erzengel Luzifer. Anstatt jedoch die Herrschaft über die Hölle zu übernehmen, wird Luzifer gleich zweifach und damit auf die Erde verbannt. Von dort aus plant sie den Umsturz der Hölle, was grundsätzlich die Schablone für viele tolle Ideen sein könnte. Diese Ideen gipfeln jedoch allesamt in kuriosen und erotischen Szenen, die meistens aber plump in die Handlung eingestrickt sind. Dennoch sollte gesagt werden, dass Seven Mortal Sins trotz dieses Defizits zu den besseren Ecchi-Serien gehört, da die Story trotz allem gut vorangetrieben wird. Inhaltlich und auch stilistisch gibt es nur wenig zu bemängeln. Anders sieht es beim Bonusmaterial aus, das mit zehn Mini-Episoden zwar sehr viel üppiger ausfällt als vergleichbare Serien, die Hintergründe bei der Gestaltung bleiben dem Zuschauer so jedoch verwehrt. Wer den omnipräsenten Ecchi-Anteil tolerieren kann, kommt in den Genuss einer unterhaltsamen Story. Wem das aber zu albern ist, sieht sich wohl lieber nach Alternativen um, da keine einzige Episode ohne nackte Haut auskommt.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Seven Mortal Sins (Vol. 1)!

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