Review: Citrus (Vol. 3)

Obwohl zwischen der Veröffentlichung der ersten und zweiten Volume von Citrus zwei lange Monate lagen, hatte Publisher Kazé Anime Erbarmen mit den Fans und brachte das dritte und leider auch schon letzte Paket bestehend aus vier Folgen im Dezember 2020 auf den Markt.

Citrus knüpft in der neunten Episode nahtlos an die Geschehnisse der vorherigen Folge der zweiten Volume an. Die intrigante Mizusawa Matsuri erwischt Aihara Mei am Abend in der Oberschule und erpresst sie mit dem Foto, auf die beiden küssend zu sehen sind. Da sie ein sehr großes Interesse daran hat, ihr Yuzu als große Schwester und womöglich als Objekt der Begierde wegzuschnappen, soll sich Mei stattdessen mit einem unbekannten Menschen aus dem Internet zu verabreden. Unbeirrt diesen Weg eingeschlagen verbringen Matsuri und Yuzu miteinander Zeit in einem Café, während Mei dazu genötigt wird, sich mit dem Fremden am Bahnhof zu treffen. Eingewickelt ist die neunte Episode in eine vorweihnachtliche Stimmung, denn Yuzu ahnt nichts davon, welches perfide Spiel hinter ihrem Rücken gespielt wird. So versucht sie beispielsweise für Weihnachten einen Kuchen zu backen, was ihr aber nicht auf Anhieb gelingt. Wie katastrophal sich das Erlebnis entwickelt, soll an dieser Stelle aber nicht verraten werden. Es sei aber gesagt, dass das Weihnachtsfest, das in Japan natürlich keine große Bedeutung hat, hervorragend dazu genutzt wird, um die Vergangenheit zwischen Yuzu und Matsuri aufzuarbeiten. Ebenfalls erhält der Zuschauer einen Einblick in das Innenleben von Matsuri und warum sie Entscheidungen trifft, die weder für sie noch für andere gut sind.

Zufriedenstellender Abschluss

In der zehnten Episode macht Citrus hingegen einen Zeitsprung von zwei Monaten. Der Tag beginnt damit, dass Yuzu verschläft – ausgerechnet am Abfahrtstag der Klassenfahrt nach Kyōto. Dass sie den Zug verpasst, dürfte wohl jedem Zuschauer vorher klar sein. Allerdings bringt dies die Geschichte der letzten drei Folgen überhaupt ins Rollen, denn am Bahnsteig trifft Yuzu auf die kleine, aber erwachsen wirkende Tachibana Sara. Diese hat ebenfalls den Zug nach Kyōto verpasst. Während sie ihren Klassenkameradinnen hinterherfahren, kann Yuzu in einem Gespräch über ihre Gefühle zu Mei nachdenken. Da Sara, deren Schwester Nina und Yuzu zudem noch im selben Hotel nächtigen, kann sich die neue Freundschaft über mehr als nur eine Episode entwickeln. Was beide zu diesem Zeitpunkt nicht wissen, ist, dass sich Sara in eine ganz bestimmte Person verliebt hat, die beiden sehr nahesteht. Dies führt abermals zu Komplikationen. Es ist wirklich schön zu sehen, dass selbst im Finale noch neue Figuren Platz in der Serie von Animationsstudio Passione finden. Das ist vor allem deshalb so besonders, da Sara und Nina ausschlaggebend dafür sind, wie die Geschichte zwischen Mei und Yuzu ausgeht. Soll heißen, dass Citrus tatsächlich zu einem befriedigenden Abschluss geführt wird, obwohl die Manga-Vorlage zur Erstausstrahlung noch nicht abgeschlossen war.

Anime-Serie für Romantiker

Humor ist natürlich abermals ein Bestandteil der Erzählweise von Citrus. Dieser wird jedoch wie gewohnt bedacht eingesetzt und nicht selten mit Themen wie Erotik, Liebe und Romantik verknüpft. Beispielsweise schlägt Matsuri den beiden Stiefschwestern Yuzu und Mei beim Einsteigen in den Zug im Vorbeigehen vor, zu dritt Geschlechtsverkehr auszuprobieren. Das Drama wird in den abschließenden Folgen unabhängig davon auf die Spitze getrieben, was vor allem an den glaubhaften Charakteren liegt. Daran sind auch die tollen Synchronsprecher nicht unschuldig, die sowohl auf Deutsch als auch auf Japanisch ihren Charakteren reichlich Leben einhauchen. Auch in visueller und akustischer Hinsicht kann die Anime-Serie im Finale mit dem typischen Gesamtbild bestechen. In puncto Bonusmaterial kann die letzte Volume von Citrus leider nur bedingt überzeugen. So gibt es beispielsweise keinerlei digitale Boni auf der Blu-ray Disc. In physischer Form kommt der Käufer jedoch in den Genuss eines Booklets, zweier schicker Artboards und einem Rezept für Meis Yuzubotchi-Geburtstagskuchen. Das ist zwar eine tolle Idee, die bei Anime-Serien kaum zur Geltung kommt, aber warum der Käufer für die Zusammensetzung der Füllung noch eine externe Internetseite aufrufen muss, ist ein wenig schleierhaft. Dennoch bleibt die Serie so oder so ein Tipp für jedweden Romantiker.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Citrus endet mit einem sehr schönen und weitgehend abgeschlossenen Ende. Das ist vor allem deshalb positiv zu erwähnen, da es sehr vielen kürzeren Anime-Serien nicht gelingt, rechtzeitig die Kurve zu kriegen. Überraschend ist das zusätzlich, da die Anime-Serie in den letzten drei Folgen noch wichtige Charaktere einführt, die für das Ende maßgeblich verantwortlich sind. Erzähltechnisch und inszenatorisch können sich andere Serien eine gute Scheibe von Citrus abschneiden. Stilistisch ist die Anime-Serie ebenso über jeden Zweifel erhaben, denn sowohl die detaillierten Charaktermodelle als auch die hübsch gestalteten Umgebungen machen Citrus auch in den abschließenden Episoden zu einem wahren Genuss für Anime-Fans. Mit der Musik von Komponist Takahashi Ryō kann das Werk von Animationsstudio Passione ebenso überzeugen und überrascht besonders im Finale mit sehr schönen Klängen. Zusammen mit den gut ausgewählten Synchronsprechern, sowohl im Deutschen als auch im Japanischen, hinterlässt Citrus einen bleibenden Eindruck. Wer ein Faible für romantisch angehauchte Anime-Serien hat, kommt um Citrus nicht herum!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Citrus (Vol. 3)!

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