Review: Dragon Ball Z: Movies 9–13

Nachdem Kazé Anime bereits die ersten acht Dragon-Ball-Z-Filme in zwei separaten Boxen veröffentlicht hat, folgte im Februar 2021 die dritte Blu-ray-Umsetzung der Reihe. Hierbei gibt es einen kleinen, aber feinen Unterschied zur ursprünglichen DVD-Veröffentlichung.

Beim ersten der fünf in dieser Blu-ray-Box enthaltenen Werke handelt es sich um den Film Super-Saiyajin Son Gohan. Der Multimillionär Excess Money veranstaltet ein Turnier der Kampfkünste für seinen Sohn Dollar. Son Gohan und Co lassen es sich keineswegs nehmen, ihre Kräfte unter Beweis zu stellen. Der Sieger soll zudem die Möglichkeit erhalten, gegen Misutā Satan anzutreten. Dass sich die Freunde darauf nicht sonderlich freuen, dürfte Fans unlängst klar sein, da Misutā Satan ihnen alles anderes als gewachsen ist. In Super-Saiyajin Son Gohan wird das Turnier zudem nach anderen Regeln ausgefochten, wie beispielsweise beim großen Kampfsportturnier aus der Anime-Serie. Die vier Kämpfer, die am Ende noch auf den Beinen stehen, dürfen ihr Können nicht in zwei Halbfinalrunden demonstrieren. Es ist ihre Aufgabe, in unterschiedlichen Arenen jeweils einen Schüler von Misutā Satan zu besiegen und anschließend als erstes wieder aus dem Gebiet zurückzukehren. In der Öffentlichkeit behauptet Excess Money jedoch, dass es sich hierbei um Außerirdische handelt. Allerdings ist es echten Außerirdischen gelungen, unbemerkt auf dem Planeten zu landen. Für Bōjakku, ihren Meister, der sich dank der Zerstörung von Meister Kaiōs Planeten befreien konnte, wollen die Aliens die Erde erobern. Damit Gohan gegen die Kämpfer gewachsen ist, erhält er im 50-minütigen Film zusätzlich tatkräftige Unterstützung vom verstorbenen Son Gokū.

Wiedersehen macht keine Freude

Ebenfalls Platz auf der ersten von zwei Blu-ray Discs haben der zehnte und elfte Film der Reihe. Im zehnten Film, Brolys Rückkehr, haben sich Son Goten, Torankusu und Bīderu auf die Suche nach den Dragon Balls gemacht. Auf ihrer Suche landen sie in einem Dorf, in dem alle Bewohner fürchterliche Angst vor einem Monster haben. Sie willigen ein, den Leuten zu helfen und besiegen den Dinosaurier mit links, doch am nächsten Tag wird ihre Kampfkraft auf die Probe gestellt. Der von Gokū besiegte legendäre Super-Saiyajin Burorī ist auf der Erde gelandet und sinnt auf Rache. Burorī hat aber nicht bedacht, dass Gokū mittlerweile verschieden ist. Jetzt liegt es einzig und allein an der geballten Kraft der Familie, um den wahnsinnigen Burorī im 52 Minuten langen Film aufzuhalten. Im elften und 47 Minuten umfassenden Film, Angriff der Bio-Kämpfer, gibt es kurz darauf auch schon das nächste Wiedersehen mit Burorī. Eigentlich ist dieses Treffen nur zufällig durch eine bestimmte Situation gegeben, denn Misutā Satan hat C18 immer noch nicht das Preisgeld des Turniers ausgezahlt, bei dem sie ihn hat gewinnen lassen. Als dann plötzlich eine Einladung zum Kampf ins Haus flattert, entschließt sich Misutā Satan gegen seinen früheren Konkurrenten Jagā anzutreten. C18 folgt ihm ebenso wie Goten und Torankusu. Gemeinsam müssen sie entdecken, dass einer von Jagās Wissenschaftlern einen Klon von Burorī gezüchtet hat. Der Kampf scheint aussichtslos und noch dazu läuft eine mysteriöse Flüssigkeit unentwegt aus einem Behälter aus, die bei Berührung das Erbmaterial eines jeden lebenden Organismus in sich aufsaugt.

Doppelt hält besser

Auf dem zweiten Datenträger wurde die Zählung der Filme bei der erneuten Veröffentlichung und der ersten Veröffentlichung auf Blu-ray Disc der japanischen Zählung angeglichen. Die Filme Fusion und Drachenfaust liegen hier als Originalversion mit Untertiteln vor. Dennoch hat es auch die deutsche Kinofassung, die aus dem zwölften und dreizehnten Film besteht, als Extra ins Paket geschafft, die aber nach wie vor nur in einer geschnittenen Fassung vorliegt. Im 51-minütigen Film Fusion explodiert die Seelenreinigungsmaschine im Jenseits, wodurch nicht nur auf einmal die Toten auf der Erdoberfläche wandeln und für Chaos sorgen. Auch im Jenseits offenbart sich ein neuer Feind für den dort hart trainierenden Gokū. Als sich dieser bei einem Turnier mit Paikūhan einen Schlagabtausch liefert, erfahren die beiden Kämpfer von der Tragödie. Beim Ort des Geschehens angelangt, kümmert sich Paikūhan darum, den Herrn der Unterwelt aus einer magischen Barriere zu befreien und Gokū misst sich mit dem gefährlichen Janenba. Als dann auch noch Bejīta erscheint, schlägt Gokū eine Fusion vor, um den fast unbesiegbaren Gegner zur Strecke zu bringen. Obwohl sich Bejīta erst weigert, willigt dieser am Ende dennoch ein, um den Frieden im Jenseits und auf der Erde zu bewahren. Auf der Erde ist die Lage zwar nicht ganz so dramatisch und bei Weitem nicht so gefährlich, doch auch hier nutzen Goten und Torankusu die Möglichkeit und fusionieren sich zu einem einzelnen Individuum, um die Zombiewelle wieder zurück ins Jenseits zu befördern.

Geschnittene deutsche Fassung

Im dreizehnten Film, Drachenfaust, retten Gohan und Bīderu einen alten Kauz, der sich wohl umbringen möchte. Dies entpuppt sich allerdings schon bald als Finte, denn der Herr will die beiden eigentlich nur darum bitten, die Dragon Balls zu suchen. Von Shenron sollen diese den Wunsch äußern, dass der Drache eine Spieldose öffnen möchte, in der ein großer Krieger auf seine Rettung wartet. Der Held erscheint zwar, doch ist dieser alles andere als dankbar. In Tapion, so der Name des Kämpfers, ist ein Dämon gefangen, der sich immer wieder aufs Neue befreien will und nicht nur die Erde, sondern das ganze Universum zerstören will. Das müssen Gohan und Co im 52-minütigen Film selbstverständlich verhindern und dabei auch noch ihren neu gewonnenen Freund Tapion von seinem Fluch befreien. Während die beiden Originalversionen ungeschnitten sind, ist dies nicht beim deutschen Zusammenschnitt der Fall, der ebenfalls auf der zweiten Blu-ray Disc als Extra zu finden ist. Die Schnitte beziehen sich lediglich auf ein paar Minuten. Grundsätzlich sind sie nicht für das Verständnis der Story wichtig. Stattdessen sind sie vielmehr unverständlich. In Fusion kehrt mit den Untoten auch ein gewisser Diktator zurück. Es wird zwar an keiner Stelle direkt von Adolf Hitler gesprochen, doch ist die Ähnlichkeit nicht zu leugnen. Scheitel, Bart, Haltung und Kleidung erinnern uns an ihn, doch sind die Szenen, in welcher der Diktator auftritt, als Parodie und keinesfalls als Propaganda zu bezeichnen. Hakenkreuze wichen auch im Original einer anderen Symbolik.

Unangetastet gebliebenes Tonformat

Jüngere Zuschauer werden den Diktator kaum kennen und keine direkten Zusammenhänge bilden können. Ältere Semester regt diese Szene eher zum Schmunzeln an. Das Auftauchen der Person wirkt trotzdem ein wenig unpassend im Dragon-Ball-Universum. In Drachenfaust sind weniger Szenen geschnitten, doch wir wissen nicht, was an einem betrunkenen Muten Rōshi schlimm sein soll, wenn er in der Serie kaum davor zurückschreckt, dem einen oder anderen Mädchen nachzustellen. Die damaligen Köpfe hinter der deutschsprachigen Version des Films haben schlichtweg eine witzige Stelle entfernt. Der Zusammenschnitt der beiden Filme ist 99 Minuten lang. Damit fehlen circa vier Minuten der Originalfassung. So kommen wir, bei Beachtung der ungeschnittenen Filme, auf eine ungefähre Laufzeit von circa 252 Minuten. Wem die deutsche Fassung wichtig ist, kommt immerhin 248 Minuten geballte Dragon-Ball-Action, was sich mit der Angabe von 249 Minuten auf der Verpackung deckt – und wer sich beide Varianten anschauen möchte, kommt auf eine deutlich längere Laufzeit. Auch wenn der Eindruck auch auf Blu-ray Disc hochwertig ist, täuscht dies nicht darüber hinweg, dass es bei der Wiederveröffentlichung technisch möglich gewesen wäre, schlicht die deutsche Synchronisation zu nehmen und über bestimmte Szenen der japanischen Fassung zu verteilen. Die ungeschnittenen Szenen hätten auf Japanisch bleiben oder vielleicht sogar neu synchronisiert werden können, wofür der Aufwand vermutlich zu groß gewesen wäre. Am Tonformat hat sich ebenso nichts geändert. Dieses liegt durchweg in Dolby Digital 2.0 vor.

Zwei Songs in der deutschen Version

Bei den Synchronsprechern wurden keine Versuche durchgeführt. Fans freuen sich über die Sprecher aus der Anime-Serie, wie sie zu Beginn der 2000er-Jahre ins Deutsche übersetzt wurde. Kenner des japanischen Originals und vor allem jenen, die des Japanischen mächtig sind, wird es abermals stören, dass deutsche Untertitel und nur bei laufender japanischer Tonspur sichtbar und nicht abstellbar sind. Besonders bei der zweiten Neuveröffentlichung ist das mehr als ärgerlich. Erfreulicherweise liegen alle Filme im 16:9-Bildformat vor und können mit einem kristallklaren HD-Bild punkten. Das betrifft sogar auch die deutsche Kinofassung, die bei der letzten DVD-Veröffentlichung im Jahr 2012 noch für Stirnrunzeln sorgte. Es gibt auch kein Knistern in der Tonspur mehr, sodass Tommy Morgensterns Stimme für Gokū auch genauso klingt. Wer im Übrigen auf Songs zum Mitsummen hofft, wird nur bei der japanischen Version glücklich. Bei der deutschen Version sind nur instrumentale Melodien zu vernehmen. Immerhin gibt es bei der deutschen Kinofassung der letzten beiden Filme dieser Box zwei auf Deutsch gesungene Lieder zu hören, bei der regelrecht nostalgische Gefühle aufkommen. Abschließend bleibt zu sagen, dass Dragon-Ball-Fans auch mit den fünf enthaltenen Filmen gute Abendunterhaltung finden werden – und dass obwohl die Story hin und wieder auf der Strecke bleibt, anstatt das Geschehen über diese voranzutreiben. Dennoch weiß die Box mit den fünf Filmen zu gefallen. Da bleibt nur zu hoffen, dass Kazé Anime für Sammler auch die weiteren Werke eines Tages noch gebündelt in einer Ausgabe veröffentlichen wird.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray- und DVD-Fassung): Grundsätzlich würde ich mich mehr als Fan der Handlung der traditionellen Anime-Serie bezeichnen, doch auch die gerafften Kämpfe in den Dragon-Ball-Z-Filmen können mich für die eine oder andere Stunde an den Bildschirm locken. Nachdem ich vor fast einem Jahrzehnt schon die DVD-Fassung konsumiert habe, konnte ich die Filme auch auf Blu-ray noch einmal regelrecht verschlingen. Alle Charaktere verfügen über ihre Persönlichkeit aus der Anime-Serie und treiben die Handlung, wenn auch nur wenig, stetig voran. Besonders die in die ernste Story eingebauten lockeren Dialoge oder Aktionen gefallen mir erneut und sind immer wieder für den einen oder anderen Lacher gut. Wenn Torankusu auf der Flucht vor Burorī ist, von diesem gepackt und über ihn gehalten wird und Torankusu daraufhin plötzlich Wasser lassen muss, ist das für mich unglaublich komisch, weil es einfach so gut zu Dragon Ball passt. Begeistert bin ich auch von der technischen Gestaltung der Blu-ray-Fassung, nachdem die DVD-Ausgabe von 2012 hier noch zu wünschen übrig ließ. Schade ist nur, dass die deutsche Kinofassung der letzten beiden Filme immer noch geschnitten ist. Es wäre problemlos möglich gewesen, die geschnittenen Szenen aus der japanischen Version zu nehmen und die Stellen zumindest untertitelt einzubinden. Nichtsdestotrotz kann jeder Fan der Filme die DVD-Fassung endlich in Rente schicken. Tōei Animation ist mit der HD-Version eine echte Meisterleistung geglückt.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dragon Ball Z: Movies 9–13!

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