Review: Ajin: Demi-Human – Clash

Nachdem der zweite Teil der Filmtrilogie, Ajin: Demi-Human – Collision, im März 2020 auf die Käuferschicht losgelassen wurde, dauerte es bis zum Juli 2020, bis auch der Abschluss der Trilogie hierzulande erschien. Ajin: Demi-Human – Clash führt die Geschichte zu Ende.

In Ajin: Demi-Human – Clash wird die spannende Handlung nach dem Finale des zweiten Films fortgeführt und deckt damit die zweite Serienhälfte ab. So sind im dritten Film sämtliche Charaktere bereits etabliert und ihre Motivationen dem Zuschauer bekannt. Der wagemutige Tosaki Yū hat es nicht leicht: Als langjähriger Ermittler der Ajin-Kontrollkommission soll er die titelgebenden Halbmenschen aufspüren und schließlich verhaften. Bevor es ihm im letzten Film gelang, die beiden Flüchtigen Nagai Kei und Nakano Kō einzufangen, sollte er aus dem Dienst entlassen werden. Allerdings hat sich die Lage mittlerweile wieder verändert, denn der undurchsichtige Ajin Satō kündigt nach seinem erfolgreich durchgeführten Anschlag auf den Pharmakonzern Grant weitere Pläne an. Er will fünfzehn Menschen von einer Liste nach und nach töten, sofern die Regierung seinen Bedingungen nicht nachkommen sollte. Somit ist Tosakis Unterstützung für die Kommission notwendig. Da er die immensen Rechnungen seiner im Koma liegenden Verlobten bezahlen muss, ist er zudem auf den Job angewiesen. Diesen Umstand machen sich wiederum die nun im Team agierenden Kei und Kō zunutze, um ihn für ihren Kampf gegen Satō ausnutzen. Überzeugt davon, dass sie mit dem Kampf gegen Satō ein gemeinsames Ziel verfolgen, agieren sie im dritten Film zusammen.

Mehr Raum für die Charakterentwicklung

An der grundlegenden Struktur von Ajin: Demi-Human hat sich in Ajin: Demi-Human – Clash so gut wie nichts verändert. Es ist zwar schade, dass die Köpfe hinter dem Projekt die zweite Serienhälfte auf einen einzelnen statt auf zwei Filme herunterbrechen, doch kann sich die Story auch dieses Mal voll und ganz entfalten. So sind sich diverse Handlungsstränge, die im dritten Film zusammen laufen, an vielen Stellen immer noch verzahnt, zumal es auch ein Wiedersehen mit vielleicht bereits vergessenen Figuren wie Kaito gibt. Zudem bleibt mehr Raum für andere Charaktere, die in den ersten beiden Filmen ein wenig zu kurz gekommen sind. Unter anderem erfährt der Zuschauer mehr über den amerikanischen Biophysiker Ogura Ikuya, der die Kommission in wissenschaftlichen Fragen unterstützt. Auch Shimomura Izumi, die Kollegin von Tosaki, hat ein paar Auftritte mehr, um beispielsweise das Duo Kei und Kō beim Training zu unterstützen. Neben der überaus spannenden Geschichte, die im Film Ajin: Demi-Human – Clash erzählt wird, dürfen auch die zwischenmenschlichen Beziehungen nicht gänzlich außer Acht gelassen werden. Vor allem die Entwicklung, die Kei durchmacht, hat starken Einfluss darauf, wie sich die Handlung entfaltet. Dennoch bleiben viele Aspekte aller Persönlichkeiten aus Gründen der Spannung verborgen und lösen sich erst langsam auf.

Tolle Technik trotz altbackener Animationen

Unter technischen Gesichtspunkten entspricht die Ausarbeitung des Films im Positiven als auch im Negativen der Gestaltung der ersten beiden Werke. Das heißt, dass vor allem die Actionszenen dank der dreidimensionalen Umgebungen herausstechen. Sowohl die meist von den polizeilichen Kräften initiierten Schusswechsel als auch der häufige Einsatz der schwarzen Geister der Ajin reißen auf ganzer Linie mit. Dazu gesellen sich die schon bei den ersten beiden Filmen gelobten Licht- und Schatteneffekte, die sich in den Gesichtern der Figuren je nach Lichteinfall widerspiegeln. Unterstützt wird diese Wirkung mit diffusem Licht, ausgelöst von Straßenlaternen oder durch Äste scheinende Sonnenstrahlen. Leider krankt die Technik auch im Finale an den nach wie vor stotternden Animationen, die bei hektischen Bewegungen bei den ansonsten abwechslungsreich gestalteten Charakteren auffallen. Dafür entschädigt der Soundtrack von Kanno Yūgo, der die düsteren Geschehnisse stimmungsvoll unterlegt. Sowohl die deutschen als auch die japanischen Synchronsprecher hauchen den ihnen zugeteilten Figuren reichlich Leben ein. In der japanischen Version wird Kei von dem aus Death Note bekannten Miyano Mamoru gesprochen. Bei der deutschen Fassung ist es hingen Patrick Baehr, der Kei seine Stimme leiht. Als digitalen Bonus gibt es ein Long Clean Ending, eine physische Dreingabe gibt es bei Ajin: Demi-Human – Clash aber leider nicht.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ajin: Demi-Human ist ein von Anfang bis Ende stringent und vor allem sehr gut erzählter Anime, sowohl in Serien- als auch Filmform. Keine einzige Stelle wirkt in der Handlung deplatziert und es bleibt durchweg spannend. Das liegt vor allem an vielschichtigen Charakteren, die allesamt ihre eigenen Persönlichkeiten haben. Diese haben einen starken Einfluss darauf, wie sich die Story zusammensetzt und sich bis zum furiosen Finale entwickelt. Es ist beachtlich, wie grandios Animationsstudio Polygon Pictures die Manga-Reihe von Sakurai Gamon auf Basis der Anime-Serie als Filme umgesetzt hat – auch wenn das halbwegs offene Ende nicht jedem Zuschauer schmecken dürfte. Dennoch ist die Serie nicht nur inhaltlich, sondern auch inszenatorisch eine wahre Wucht. Die dreidimensionale Gestaltung ist fantastisch gelungen und sorgt besonders mit ihren tollen Licht- und Schatteneffekten für offene Münder. Lediglich die stotternden Animationen stechen negativ aus dem Gesamtbild heraus. Davon sollte sich aber niemand abhalten lassen, Ajin: Demi-Human – Clash anzuschauen, denn das Werk gehört mit den anderen beiden Filmen zu den mit Abstand besten Anime-Filmen und sollte von jedem Anime-Liebhaber gesehen werden! 

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Ajin: Demi-Human – Clash!

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