Review: Attack on Titan – Season 3 (Vol. 2)

Nachdem Kazé im November 2020 mit der Veröffentlichung der dritten Staffel von Attack on Titan begann, dauerte es nur einen kurzen Monat, bis die zweite Volume dieser Season seinen Weg in den Handel fand. In sechs weiteren Folgen erlebt die düstere Story ungeahnte Höhen.

Attack on Titan knüpft im zweiten Episodenpaket an die vorherigen Geschehnisse nahtlos an. Eren Jäger befindet sich immer noch gefesselt in einer Höhle, während ein Dialog zwischen Historia Reiss und ihrem Vater Rod stattfindet. Während des Gesprächs kommen, sowohl für Eren und Historia als auch für den Zuschauer, neue Erkenntnisse ans Licht. An dieser Stelle geht die Handlung tief in der Geschichte von Attack on Titan zurück. Von einem mächtigen Titanen ist hier die Rede, der über Generationen hinweg seine Macht weitergegeben hat, indem er von Nachkommen respektive Verwandten gefressen wurde. Allerdings kann das Erbe über das Wissen der Welt nur von jenen aktiviert werden, die durch ihr Geburtsrecht dazu auserkoren sind. Dies führt zu einem inneren Konflikt bei Eren als auch zum Zwist bei Historia und Rod. Da die Situation festzufahren droht, intrigiert Kenny Ackermann und hetzt Historia und Eren gegeneinander auf. Schließlich wird ihm durch die neuen Erkenntnisse verwehrt, Eren zu fressen und die Macht in sich aufzunehmen. Hinzu kommt, dass nur wenige Augenblicke später die Bühne für einen neuen Titanen frei wird, der noch gigantischer ist als alles, was bis dato in der Serie zu sehen war. Dieser bewegt sich schnurstracks auf die Außenmauer des Bezirks Orvud zu, wodurch erneut etliche Menschenleben auf dem Spiel stehen. Brisant!

Schicksalhafte Entscheidungen

Erwähnenswert ist ebenfalls, dass der politische Ansatz, der in der ersten Volume aufgegriffen wurde, auch in der zweiten Volume der dritten Staffel von Bedeutung ist. Nachdem der falsche König vom Thron gestoßen wurde, ist das Reich ohne Führung und das Militär übernimmt diese temporär. Das heißt, dass jede taktische Entscheidung nicht abgesegnet werden muss, sondern von den Soldaten getragen werden. Wie mit dem Bezirk Orvud unter der Leitung von Kommandant Erwin Smith umgegangen wird, ist riskant, aber möglicherweise notwendig. In diesem Punkt demonstriert die Serie einmal mehr, dass wirklich jeder einzelne Charakter Entscheidungen treffen muss, die Einfluss auf andere Schicksale haben. Anders wie in der ersten Volume geht es in der zweiten Ausgabe allerdings verstärkter in den Kampf gegen die Titanen, wobei auch neue Manöver eingesetzt werden. Im bildschirmfüllenden 16:9-Format sieht das in der Full-HD-Auflösung echt klasse aus. Ebenso trägt der Soundtrack sehr viel zur Atmosphäre bei, denn während in ruhigen Momenten anfänglich gerne auf Musik verzichtet wird, erklingen leise Töne im Hintergrund und werden peu à peu lauter. Während der Action und der Panik steht hingegen eine adrenalingeladene Akustik im Vordergrund. Im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0 fliegen einem so wunderbar die Effekte um die Ohren.

Abstriche beim Bonusmaterial

Im Gegensatz zur ersten Volume fällt das Bonusmaterial beim zweiten Paket der dritten Staffel von Attack on Titan deutlich spärlicher aus. In digitaler Form darf sich der Zuschauer dieses Mal nur über ein Clean Ending freuen. Auch der Umfang der physischen Boni ist auf das Nötigste reduziert, denn neben dem obligatorischen Booklet gibt es nur einen kleinen Stickerbogen mit gerade einmal zwei Aufklebern. Das Heftchen selbst ist jedoch wieder sehr gelungen, denn auf insgesamt sechzehn Seiten liefert es kurze, aber prägnante Hintergründe über verschiedene Charaktere wie Rod Reiss. Auf diese Informationen folgt im Heftlein ein ausführlicher Episodenguide. Neben zufriedenstellenden Hinweisen zum Inhalt der insgesamt sechs Folgen werden wie schon beim vorherigen Booklet auch die Personen aufgelistet, die zum Beispiel am Drehbuch oder am Storyboard mitgearbeitet haben. Zu guter Letzt regen sechs Comic-Streifen mit vier Panels zum Lachen an, denn hier werden Historia, Eren und Co in kurze und abstruse Situationen geschickt, die so in der düsteren Geschichte der Anime-Serie kaum ausreichend Platz haben würden. Auch wenn die Boni etwas schwächer ausfallen als noch beim Staffelauftakt, ändert das nichts an der sonst guten Qualität. Jede der sechs Episoden überzeugt von Anfang bis Ende – und das macht noch dazu noch viel Lust auf mehr!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nach dem überaus fantastischen Auftakt der dritten Staffel von Attack on Titan gelingt es dem zweiten Episodenpaket, die Geschichte zu neuen Höhen zu führen. So gibt es reihenweise neue Erkenntnisse, die sowohl bisherige Elemente der Handlung näher beleuchten als auch die nächste Entwicklung der Story stark beeinflussen. Auch der Einblick in das Innenleben verschiedener Charaktere und die Konflikte unter ihnen sind zugleich erschreckend als auch faszinierend. Ständig liefert mir Attack on Titan einen neuen Grund, der Anime-Serie mit ihrem markanten Design weiterhin zu folgen. So gehört die Story für mich sowohl inhaltlich als auch inszenatorisch zum Besten, was es im Anime-Sektor zu bestaunen gibt. Leider schafft es die zweite Volume in puncto Bonusmaterial jedoch nicht, das Niveau des Staffelauftakts zu halten. So gefällt mir zwar nach wie vor das Booklet mit seinen interessanten, wenn auch nicht immer ausführlichen Informationen, doch auf der digitalen Ebene keine Boni außer dem Clean Ending zu bieten, ist in meinen Augen doch etwas schwach. Zum Glück wiegt der Inhalt der Anime-Serie um ein Vielfaches mehr, weshalb ich dem Publisher und dem Lizenzgeber das verschenkte Potenzial gerne verzeihe.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Attack on Titan – Season 3 (Vol. 2)!

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