Review: JoJo’s Bizarre Adventure: Battle Tendency (Vol. 2)

Anime-Serien, die die Zeit überbrücken und gleich mehrere Generationen einer Familie und Freunden vorstellen, gibt es definitiv reichlich. Es gibt aber nur wenige, die gleich nach neun Episoden einen gewaltigen Zeitsprung machen wie zum Beispiel JoJo’s Bizarre Adventure.

Nachdem die erste Volume von JoJo’s Bizarre Adventure mit dem Untertitel Phantom Blood am 1. Juli 2021 erschienen ist, dauerte es nur anderthalb Monate, bis es am 19. August 2021 mit der zweiten Ausgabe weiterging. Dieses Mal lautet der Untertitel Battle Tendency und führt die Geschichte des Seriendebüts fort. Allerdings muss sich der Zuschauer auf eine wichtige Änderung gefasst machen, denn die Story macht einen Zeitsprung von gleich fünfzig Jahren in das Jahr 1938. Am Vorabend des Zweiten Weltkriegs erlebt der Zuschauer die Handlung dieses Mal aus der Sicht von Joseph Joestar, dem Enkel von Jonathan Joestar, dem Protagonisten der ersten Volume. Obwohl dieser die Geschehnisse im Jahr 1888 nicht überlebt hat, hatte er aber wohl genug Zeit, ein Kind zu zeugen. Dessen Kind wiederum ist mit seiner Großmutter, sprich Jonathans Witwe, in die Vereinigten Staaten von Amerika, genauer gesagt nach New York City, aufgebrochen. Sie sind einer Einladung von Robert E. O. Speedwagon gefolgt. Dieser ist angeblich zum Ölmagnaten aufgestiegen und hat mit seinem immensen Kapital eine Expedition in Mittelamerika finanziert. Diese ist in Mexiko auf einen Aztekentempel gestoßen. Bei der Begutachtung macht Speedwagon eine folgenschwere Entdeckung, die er scheinbar mit dem Leben bezahlen muss: Der Tempel bewahrt bekannte Masken auf.

Nazis und Vampire

So und nicht anders gelingt es der Anime-Serie die Verknüpfung zwischen den Ereignissen der ersten Ausgabe und des zweiten Episodenpakets zu schlagen. Dementsprechend gibt es auch wieder einen Blutsauger, der sich dem Protagonisten in den Weg stellt. Bei dem Vampir handelt es sich ebenfalls um eine bekannte Persönlichkeit, die an dieser Stelle aber selbstverständlich nicht gespoilert wird. Es ist jedoch interessant zu sehen, wie manch Charakter plötzlich die Seite wechselt und die Motive dahinter zu verstehen. Hinzu kommen allerdings weitere Gegenspieler, die bei einem Setting in den 1930er-Jahren leicht zu erraten sind. Wie in den drei ursprünglichen Teilen der Indiana-Jones-Reihe müssen sich Joseph, Speedwagon und Co mit dem Dritten Reich und seinen Nationalsozialisten auseinandersetzen. Diese versuchen nicht nur Europa und im Grunde auch die Erde zu erobern, sondern versuchen auch Okkultes zu erforschen und für ihre bösen Absichten zu missbrauchen. Dies ist auch in JoJo’s Bizarre Adventure der Fall. Da im Tempel zu allem Überdruss ein Mann in einer Säule gefangen ist, versuchen die Nationalsozialisten, ihn aus diesem Gefängnis zu befreien und zu instrumentalisieren. Für den Zuschauer ist das äußerst spannend, da durch das hohe Erzähltempo so in jeder Episode eine neue und interessante Facette auf das große Ganze geliefert werden kann.

Gelungene Fortsetzung mit Potenzial

Im Gegensatz zur ersten Volume von JoJo’s Bizarre Adventure setzt die zweite Ausgabe der Anime-Serie in ihrem Design nicht mehr ganz so heftig auf harte Konturen und starke Kontraste. Beim Charakterdesign sind die anfänglichen Merkmale noch deutlich zu spüren, aber allgemein fügen sich die Figuren oft sehr viel besser in die Umgebungsgrafiken ein. So ergibt sich im bildschirmfüllenden 16:9-Format in der Auflösung von 1080p ein wesentlich besseres Gesamtbild als zuvor. Dadurch dass jetzt auch deutlich mehr mit Schattierungen gespielt wird, kommt die Bedrohung durch die autoritär gestalteten Nationalsozialisten auch noch besser zur Geltung. Diese positive Entwicklung ist ebenfalls bei der Musik zu spüren. Obwohl diese schon in den ersten neun Episoden der Serie gut zum Geschehen passt, fühlt sich der Soundtrack in der zweiten Volume noch etwas gefühlsbetonter an. Mitunter könnte das daran liegen, dass die Melodien des zweiten Erzählstrangs von Iwasaki Taku stammen. Insbesondere dann, wenn Klavierklänge im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0 ertönen, fühlt sich das richtig gut an. Auch die japanische und die deutsche Synchronisation können überzeugen. Im digitalen Bonusbereich gibt es ein Clean Opening und ein Clean Ending zu bestaunen. Auf physischer Basis gibt es noch ein Poster und eine Artcard. Ein wenig mehr darf es schon sein!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): JoJo’s Bizarre Adventure wird seinem Namen in jeder Episode gerecht. Manga-Zeichner Araki Hirohiko hat sich eine Geschichte und ein Szenario ausgedacht, wo alles möglich scheint. Direkt in der ersten Episode der zweiten Volume macht die Geschichte einen Zeitsprung von ganzen fünfzig Jahren. Das heißt, dass ich viele neue Charaktere kennenlerne und nur wenige (ge)alte(rte) Gesichter wiedersehe. Zwar gefällt mir die eigentliche Geschichte nicht mehr ganz so gut wie der Auftakt der Serie, aber ich mag das Konzept, die Story schlicht generationsübergreifend zu schildern. Beim Zeichenstil setzt die zweite Volume weitgehend auf die Vorarbeit des ersten Episodenpakets, verbessert sich aber geringfügig durch leicht andere Darstellungstechniken. In puncto Soundtrack geht das auditive Erlebnis ebenfalls in eine etwas andere Richtung, was mir durchaus gefällt. Schade ist nur, dass das Bonusmaterial so trocken ausfällt. Gerne würde ich mehr über die Hintergründe und die Umsetzung vom Manga zum Anime erfahren. Unterm Strich bleibt eine angenehme und gelungene Fortsetzung. Ich freue mich auf die dritte Volume!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von JoJo’s Bizarre Adventure: Battle Tendency (Vol. 2)!

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