Review: One Piece: Box 28 (Episoden 829–853)

Am 17. März 2022 ging die Anime-Serie One Piece in die nächste Runde. Die 28. Serienbox spinnt die Geschichte auf Whole Cake Island munter weiter. Nachdem die vorherigen Folgen der letzten beiden Ausgaben ein wenig vor sich her dümpelten, passiert dieses Mal so einiges.

One Piece gehört weltweit eindeutig zu den Dauerbrennern im breitgefächerten Anime-Sektor. Im Umkehrschluss heißt das aber, dass der eine oder andere Handlungsstrang regelrecht ausgeschlachtet wird. Fans der Serie können sich bestimmt noch gut an die Geschehnisse auf Dress Rosa erinnern, die sich über vier bis fünf Serienboxen zieht. Der Erzählstrang auf Whole Cake Island, dem aktuellen Handlungsort in der Anime-Serie, scheint ähnliche Ausmaße anzunehmen. Am Ende des 27. Episodenpakets haben sich die Strohhüte um Monkey D. Ruffy mit ihrem Gegenspieler Capone „Gang“ Bege verbündet, um Kaiserin Big Mom zu töten. Diese verfolgt nach wie vor das Ziel, sich Vinsmoke Sanji und dessen Familie während der anstehenden Hochzeit zu entledigen, um endlich auf die technologischen Möglichkeiten der Nation Germa 66 zurückgreifen zu können. Ruffy, seine Navigatorin Nami, der kleine, aber schlagkräftige Elch Chopper und Skelettmusiker Brooke müssen diesen Wahnsinn stoppen. Da Big Mom jedoch der mächtigste Feind ist, den sich die Strohhüte auf ihrem bisherigen und auf über 800 Episoden angewachsenen Abenteuer stellen müssen, ist das einfacher gesagt als getan. Laut ihrem Verbündeten Bege müssen sie nur ein eingerahmtes Foto von einer für Big Mom wichtigen Person zerstören, um sie für ein paar Sekunden bewegungsunfähig zu machen.

Tragische Charaktere mit traurigen Kindheitserinnerungen

Wie etwaige Gangsterfilme es verraten, gehen derlei todsichere Pläne selten so auf, wie sich die Drahtzieher das vorstellen. Auch der Plan zur Rettung von Sanji und dessen Familie muss während der Hochzeit mehrfach modifiziert werden. Zwischenzeitlich nutzt One Piece abermals die Gunst der Stunde, um Hintergründe um Charlotte Linlin, so der bürgerliche Name von Big Mom, zu lüften. Auch wenn es der Zuschauer vor Ansehen der Episoden der 28. Serienbox höchstens ahnen kann, ist auch Big Mom eine höchst tragische Figur. Der Zuschauer erfährt mehr über ihre Kindheit und wie es dazu gekommen ist, dass sie zu einer der gefährlichsten Piraten aller Zeiten werden konnte. An bestimmten Stellen bleibt die Serie aber trotz allem ein wenig vage, sodass der Zuschauer sich die letzten Puzzleteile selbst zusammenreimen muss. Letzteres sorgt aber tatsächlich nur für noch mehr Mitleid mit Big Mom. Ähnlich sieht es auch bei Charlotte Pudding aus. Aus einer lieblichen jungen Dame wurde von einem Moment auf den anderen eine überaus hässliche Betrügerin, die ihren Verlobten Sanji für ihre Familie hintergehen will. Auch hier springt die Geschichte für ein paar Augenblicke in die Kindheit von Pudding, um ihre Beweggründe nachvollziehen zu können. Ihre verschiedenen Facetten zeigen sehr gut, dass Oda Eiichirō sich bei jedem Charakter etwas gedacht hat.

Rückzug ist die beste Verteidigung

Mit der Zeit arten nicht nur Hochzeit respektive Teezeremonie, sondern auch die anschließenden Ereignisse aus. Es kommt zu zahlreichen Kämpfen in unterschiedlichen Konstellationen. Das Besondere daran ist, dass die Strohhüte erstmals einsehen müssen, dass die Antagonisten deutlich überlegen sind. Dadurch ändert sich zumindest weitgehend ihre Taktik und der Ausgang der Geschichte bleibt ebenfalls ungewiss. Dies sorgt für Spannung, da beide Seiten sowohl Vorteile für sich erkämpfen als auch Rückschläge einstecken müssen. Sogar der Tod ist nicht mehr ausgeschlossen, auch wenn dies in One Piece nur selten im aktiven Geschehen passiert. Fans von Jinbē, dem es endlich gelingt, sich von Big Mom loszusagen, kommen in der 28. Serienbox ebenfalls auf ihre Kosten. Mit ein paar coolen Moves und Ideen kämpft er nun Seite an Seite mit den Strohhüten. Auch Ruffys Mitstreiter Pedro und Carrot bekommen die nötige Screentime, die ihnen gebührt. Dies ist auch bitter nötig, denn Big Moms Großfamilie besteht überwiegend aus gefährlichen Monstern, bei dessen Bekämpfung jede Unterstützung notwendig ist. Nachdem die womöglich etwas zu abgedrehten Abenteuer auf Whole Cake Island vielleicht nicht jeden Geschmack getroffen haben, kommt dieses Mal definitiv richtige One-Piece-Stimmung auf. Die nächste Volume könnte hier tatsächlich eskalieren.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 829 bis 853 der Serie): One Piece gehört nach wie vor zu den beliebtesten Anime-Serien auf der Welt. Auch ich habe Monkey D. Ruffy und seine Crew ins Herz geschlossen. Die verschiedenen Abenteuer, die die Strohhüte erleben, bauen sich in der Regel langsam auf, können aber vor allem zum Ende hin punkten. Dem Erzählstrang auf Whole Cake Island konnte ich bisher zwar noch nicht so viel abgewinnen, da er mir ehrlich gesagt einfach zu seltsam ist, doch in der 28. Serienbox hat es endlich wieder gefunkt. In so gut wie jeder Episode passiert etwas Neues und ich erfahre wertvolle Hintergründe über zwei der zahlreichen Antagonisten, die diese nun sehr viel nachvollziehbarer machen. Dieser Umstand zeigt deutlich, dass auch in One Piece niemand vorverurteilt werden sollte, wenn das ganze Puzzle noch nicht zusammengesetzt ist. Sowohl erzähltechnisch als auch inszenatorisch sind die 25 Episoden ganz großes Kino und jeder One-Piece-Fan wird diese sicherlich im Eiltempo verschlingen wollen. Ich bin gespannt, wie das alles und noch viel mehr in den Folgen der nächsten Ausgabe eskalieren wird, denn für überdrehte Action und unerwartete Wendungen ist One Piece schließlich immer gut.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von One Piece: Box 28 (Episoden 829–853)!

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