Review: One Piece: Box 21 (Episoden 629-656)

In der zwanzigsten Serienbox der Anime-Serie One Piece wurde der Handlungsstrang um die Insel Punk Hazard zwar abgeschlossen, ging jedoch zugleich in eine neue Erzählung über. So beginnt mit dieser Volume die große Geschichte auf den Inseln Dress Rosa und Green Bit.

Don Quichotte de Flamingo musste im Finale der vorherigen Serienbox als einer der sieben Samurai der Meere abdanken. Für viele eine erschreckende Nachricht, die sich auf der Grandline wie ein Lauffeuer verbreitet – schließlich ist der von der Weltregierung geduldete Pirat in so viele Machenschaften verstrickt, dass selbst Kriege durch seinen Rücktritt eine neue Wendung nehmen können. Sich ihres Sieges sicher, machen sich die beiden frischen Verbündeten Monkey D. Ruffy und Trafalgar Law auf den Weg zur Insel Dress Rosa, wo ihr Gegenspieler bisher als König geherrscht hat. Als Gegenleistung für Don Quichottes Rücktritt haben die Strohhüte ihm den kürzlich in Gefangenschaft genommenen Caesar Crown versprochen. So tüfteln sie einen Plan aus, wie sie ihre Geisel Crown gefahrlos übergeben können. Auf Dress Rosa angekommen, sind sie verwundert darüber, dass der Rücktritt des Königs keinesfalls für Chaos gesorgt hat und das Leben seinem gewohnten Gang geht. Um ihren Plan durchzuziehen, teilen sie sich in drei Gruppen auf. Während Navigatorin Nami, Musiker Brook und Schiffsarzt Chopper auf der Thousand Sunny verbleiben, das Schiff hüten und auf den kleinen Kōzuki Momonosuke aufpassen, machen sich Trafalgar Law, Archäologin Nico Robin und Lügenbold Lysop über eine Eisenbrücke auf den Weg nach Green Bit, um Crown dort abzuliefern.

Verschachtelte Erzählstränge

Entsprechend gehören zur dritten Gruppe, die sich um das Aufspüren und Zerstören der ominösen Smile-Fabrik kümmern soll, Kapitän Ruffy, Schiffszimmermann Frankie, Smutje Sanji, Schwertkämpfer Lorenor Zorro und Momonosukes Vater Kin’emon. Es dürfte aber klar sein, dass diese Gruppe aus verschiedenen Gründen leicht auseinander zu brechen ist. Zum Beispiel wird Zorro eines seiner Schwerter von der Zwergin Wicca gestohlen, während der hoffnungslose Romantiker Sanji bei der Verfolgung des orientierungslosen Dickschädels von der hübschen Violet abgelenkt wird. Ruffy erfährt hingegen, dass im Corrida-Kolosseum die erneut irgendwo auf der weiten Welt gewachsene Feuerfrucht seines vor zwei Jahren verstorbenen Bruders Puma D. Ace als Preis winkt. In der Zwischenzeit freundet sich Cyborg Frankie mit dem einbeinigen Spielzeugsoldaten Kyros an. Von diesem erfährt Frankie mehr über das Geheimnis von Dress Rosa, über das an dieser Stelle aus Spannungsgründen aber nicht zu viel verraten werden soll. Ähnlich wie in vielen vorherigen Erzählsträngen von One Piece, beginnt auch die Handlung auf Dress Rosa sehr gemächlich. Der Einstieg ist tatsächlich sehr langatmig, doch sobald die Charaktere alle an verschiedenen Stellen ums Überleben kämpfen oder sich für ihre (neuen) Freunde einsetzen, zündet auch hier einmal mehr der Unterhaltungswert.

Tiefgründige Erzählung mit dosierter Action

Es ist beachtlich, wie alle Geschichten der 21. Serienbox von One Piece miteinander verzahnt sind, obwohl sie vor allem in den ersten Episoden wie voneinander losgelöste Abenteuer wirken. Beispielsweise pflegt Kyros eine tiefgehende Beziehung mit Rebecca, die als Gladiatorin im Kolosseum kämpfen muss und damit auf Ruffy trifft. Rebecca ist wiederum mit den mysteriösen Zwergen im Bunde, mit denen sowohl Robin und Lysop als auch Zorro zunächst unabhängig voneinander interagieren. Eingewickelt sind alle diese Erzählungen selbstverständlich in die Rahmenhandlung auf Dress Rosa. So scheint alles auf Don Quichotte hinauszulaufen, der im Übrigen ein doppeltes Spiel mit allen Akteuren treibt. Wie genau das gemeint ist, sollte der Zuschauer aber am besten selbst herausfinden. Es sei nur so viel gesagt, dass in der 21. Volume einige Enthüllungen an der Tagesordnung stehen, die die gesamte Serienhandlung noch tiefgründiger und nachvollziehbarer macht, zumal auch häufig von Flashbacks Gebrauch gemacht wird, die jedoch allesamt neue Szene zeigen. Auch wenn es schon zu einer Begegnung zwischen Mitgliedern der Strohhut-Piratenbande und Don Quichotte kommt, konzentriert sich der Action-Anteil nahezu vollständig auf das Kolosseum. Da der Handlungsstrang auf Dress Rosa aber bei Weitem noch nicht abgeschlossen ist, dürfte diese Entwicklung in den nächsten Episoden in die andere Richtung gehen und die ganze Insel betreffen. Spannend!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 629 bis 656 der Serie): One Piece gelingt es auch mit der 21. Serienbox, den Zuschauer mit überraschenden Details und neuen Hintergründen zum Staunen zu bringen. Obwohl der Handlungsstrang auf Dress Rosa anfänglich noch sehr ermüdend ist, da vieles im Unklaren bleibt, kann die Anime-Serie spätestens mit der Versplitterung der Gruppe einmal mehr zeigen, wie grandios voneinander losgelöste Handlungsfäden nach und nach im Hintergrund miteinander verbunden werden – und so ein großes und vor allem stimmungsvolles Abenteuer ergeben. Ruffy kämpft in einem Kolosseum, Zorro hechtet einer diebischen Zwergin hinterher und Frankie trifft auf einen einbeinigen Spielzeugsoldaten, der einem bestimmten Märchen von Hans Christian Andersen nachempfunden ist. Dieses Spielen mit der Populärkultur macht One Piece immer mal wieder und rückt es in einen neuen Kontext. Wer sich mit den ersten und leide etwas schwerfälligen Episoden arrangieren kann, wird mit der 21. Volume der Anime-Serie One Piece aber erneut nichts falsch machen können.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von One Piece: Box 21 (Episoden 629-656)!

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