Review: Jujutsu Kaisen (Vol. 1)

Basierend auf der gleichnamigen Manga-Reihe von Akutami Gege feierte die Anime-Serie Jujutsu Kaisen im Jahr 2020 ihre Premiere im japanischen Fernsehen. Im August 2022 hat Publisher Crunchyroll die erste Ausgabe mit sechs Episoden hierzulande veröffentlicht.

Handlungstechnisch beginnt die Anime-Serie Jujutsu Kaisen für Protagonist Itadori Yūji mit einer Hiobsbotschaft. Seine Hinrichtung steht offenbar kurz bevor. Wie es so weit kommen konnte, muss der Zuschauer im Folgenden selbst herausfinden. Dabei wirkt zu Beginn der Serie noch alles recht harmlos. Yūji besucht eine Oberschule in der japanischen Stadt Sendai, ist sportlich begabt und kümmert sich mit Hingabe um seinen Großvater, der im Krankenhaus liegt. Leider verstirbt sein Altvorderer in der ersten Episode, womit sein Leben in ganz neue Bahnen gelenkt wird. Fushiguro Megumi, der auf der Suche nach einem Fluchgegenstand ist, wird auf Yūji aufmerksam. Wie es der Zufall so will, hat Yūji besagtes Objekt, das einem Finger ähnelt, im Vorfeld der Serie entdeckt und ihm seinem Klub, der sich mit Okkultismus beschäftigt, gespendet. Ausgerechnet am gleichen Abend wollen seine beiden Klubkollegen das Siegel des Fingers brechen. Yūji und Megumi eilen zum Geschehen. Vor Ort entpuppt sich Megumi als eine Art Magier, der gegen den entfesselten Fluch Sukuna antritt. In jenem Moment, in dem sich Megumi Sukuna unterlegen sieht, taucht Yūji auf und nimmt den Kampf gegen das Monster auf. Um eine Chance zu haben, isst er mitten im Kampf den Finger. So erlangt Yūji ungeahnte Kräfte, die er zunächst jedoch erst unter Kontrolle bringen muss.

Abgekupferte Ideen

Jujutsu Kaisen basiert auf einem Konzept, dass Anime-Fans so oder so ähnlich in Serien schon einmal gesehen haben dürften. Auch die folgenden Ereignisse sind nicht unbedingt sehr originell, bieten aber dennoch genügend Gründe, sich auf die Handlung einzulassen. Die erste Volume der Anime-Serie konzentriert sich vor allem auf den Werdegang von Yūji, der von Megumi und dessen Kollegen Gojō Satoru dazu gebracht wird, fortan die städtische Jujutsu-Akademie am Rande von Tōkyō zu besuchen. Diese kümmert sich neben der Ausbildung auch um die spätere Arbeitsvermittlung und Unterstützung der Absolventen. Zusammen mit Megumi und dem Neuzugang Kugisaki Nobara machen sie sich auf, im Herzen von Tōkyō den einen oder anderen Fluch zu bekämpfen. Dass Yūji den Fluch Sukuna nicht einfach so in Wohngebieten entfesseln kann, erschwert den Kampf gegen so manch anderen Fluch jedoch enorm. Der innere Konflikt zwischen „Symbiont und Wirt“ sorgt ebenso dafür, dass es so schnell nicht langweilig wird. Dennoch orientiert sich Jujutsu Kaisen auch in dieser Form ein wenig an bekannten Anime-Serien wie Parasyte: The Maxim. Da Yūji Sukuna nicht die ganze Zeit unterdrücken kann, taucht dieser hin und wieder in Form eines sprechenden Mundes auf dem Handrücken auf und beginnt mit Yūji zu plaudern. Das ist schon ein wenig einfallslos!

Ansprechende technische Umsetzung

Vor allem der Humor von Jujutsu Kaisen sticht mit ständigen Verweisen auf Videospiele hervor. Yūji wird zum Beispiel als harter Kerl bewundert, da er Dark Souls durchgespielt hat. Auch wenn es ums Essen geht, diskutieren die Charaktere aus, welche Mahlzeit und vor allem in welcher Form sie diese als nächstes zu sich nehmen wollen. Sowohl in der japanischen als auch in der deutschen Vertonung bleibt hierbei kein Auge trocken. Bei den Synchronsprechern haben die Köpfe hinter dem Projekt wirklich ein glückliches Händchen bewiesen. So wird Yūji von Enoki Jun’ya und Jan Rohrbach gesprochen, während Megumi von Uchida Yūma und Jannik Endemann Leben eingehaucht wird. Hinzu kommt ein guter Soundtrack, der vor allem die düsteren Szenen mit einer dichten Atmosphäre untermalt. Im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0 kommen die Sprecher, die Musik und die Soundeffekte bestens zur Geltung. Hervorragend ist auch die Bildqualität der Blu-ray-Fassung. Sowohl die urbanen als auch surrealen Szenerien erstrahlen mit angemessenen Farben im 16:9-Format in der Auflösung von 1080p. Wenn in einem Restaurant plötzlich alle Angestellten und Gäste in Flammen aufgehen, dann sind das schlicht und einfach beeindruckende Bilder, die sich ins Gedächtnis brennen. Viel weniger ins Gedächtnis brennen wird sich das Bonusmaterial. Lediglich digital gibt es Clean Openings und Clean Endings zu bestaunen. Da ginge echt mehr!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Jujutsu Kaisen erzählt eine interessante wie spannende Geschichte um einen Oberschüler, der durch einen unglücklichen Zufall mit einem Fluch belegt wird, der früher oder später zu seinem Ableben führt. Diesen Storytwist haben Anime-Fans in ähnlicher Form sicherlich schon einmal gesehen. Selbiges betrifft auch viele andere Elemente, die in Jujutsu Kaisen regelrecht wiederverwertet werden. Wer schon viele oder vielleicht sogar schon zu viele Anime gesehen hat, findet wohl kaum originelle Ideen, die in Jujutsu Kaisen greifen. Schlimm ist das aber nicht, da die Story sehr unterhaltsam ist. Das liegt auch an den coolen Charakteren, die mit humorvollen Sprüchen und einer recht saloppen Einstellung durchs Leben gehen. So wird es trotz abgekupferter Inhalte definitiv nicht langweilig. Der Einstieg in die Serie ist dem Animationsstudio Mappa definitiv gelungen. Ab der zweiten Volume muss sich die Anime-Serie aber eigenständig entfalten können.

Vielen Dank an Crunchyroll für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Jujutsu Kaisen (Vol. 1)!

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