Review: Kirby’s Dream Land

Der vorliegende GameBoy-Klassiker stellt die Geburtsstunde des gleichermaßen bekannten und auch beliebten Videospielhelden Kirby dar. Wegen der farblosen GameBoy-Technik und betriebsinternen Unstimmigkeiten über Kirbys Hautfarbe, wurde der Edelknödel auch auf der Verpackung nicht eingefärbt und blieb einfach weiß, was sich erst im Nachfolger änderte.

Kirbys farbloses Auftreten ist allerdings nicht das einzige, was in Kirby’s Dream Land noch anders als in nachfolgenden Ablegern der Reihe gehandhabt wurde, doch der Reihe nach. Im Dream Land herrscht große Aufruhr, denn der gefürchtete König Dedede ist mitsamt seinen Schergen ins Land einmarschiert und stört die friedliche Idylle. Sie mopsen den Dream-Land-Bewohnern nicht nur das ganze Essen, sondern stehlen auch noch alle Glitzersterne. Das kann sich der kugelrunde Krieger Kirby natürlich nicht gefallen lassen und macht sich auf, damit das Volk des Dream Lands wieder nach Lust und Laune mampfen kann. Wir begleiten Kirby dabei gerade einmal durch fünf unterschiedliche Stages. Neben der typischen Eröffnungswelt (Green Greens) eines fast jeden Kirby-Spiels, stoßen wir in Kirby’s Dream Land weiter durch das gefährliche Castle Lololo, sowie den tropischen Float Island vor und gehen sprichwörtlich in die Luft, um die Bubbly Clouds unsicher zu machen, bevor wir Mount Dedede erreichen. Doch bevor wir König Dedede das Handwerk legen können, gilt es eine Reihe verschiedener Bossgegner am Ende jeder Stage zu besiegen. Kenner freuen sich dabei unter anderem auf den Apfelbaum Whispy Woods, der seine Äpfel auf uns fallen lässt, welche wir wiederum mit Kirby aufsaugen dürfen, um sie ihm in sein hölzernes Gesicht zu schießen.

Gameplay-Schwächen

Hier macht sich dann auch das recht schmalspurige Gameplay des Titels bemerkbar. In diesem Abenteuer ist es nämlich leider noch nicht möglich, dass Kirby aufgesaugte Gegner runterschlucken kann, um ihre Spezialfähigkeiten zu erlernen. So gilt es hier meistens, einen Gegner aufzusaugen und ihn schlussendlich einfach auf andere Gegner zu schießen, um den Weg frei zu machen. Abwechslung bieten da lediglich die selten aufkommenden Items, wie das Mikrofon, welches einmalig alle Gegner auf dem Bildschirm platzen lässt oder der scharfe Teller, mit dem wir kurzzeitig Feuer spucken können. Leider ist Kirby’s Dream Land auch nicht besonders schwer. Bis auf die Bosse halten die meisten Gegner meistens nur einen Treffer aus. Vorsicht ist erst in den späteren Abschnitten geboten, wo wir aufpassen müssen, dass wir keine spitzen Gegner berühren oder uns nicht von Kanonenkugeln treffen lassen. Gelegentlich können wir unsere Wunden mit Energy Drinks und Maxi-Tomaten heilen, sofern wir auf die spärlich verteilten Items treffen. Profis werden an den meisten Stellen unterfordert sein, weshalb die kaum auffindbaren 1-Ups eher als Notfallversicherung zu verstehen sind, denn auch wenn wir alle Leben verlieren sollten, können wir mittels eines Continues immer noch am Anfang der Stage von vorne beginnen.

Kurzer Dream-Land-Ausflug

Die echten Kirby-Fans unter euch dürfte das aber nicht stören, da im Grunde jedes Spiel mit der pinkfarbenen Knutschkugel relativ einfach ausfällt, doch der absolute Negativpunkt des Spiels ist die verdammt kurze Spielzeit. Geübte Spieler werden bereits nach einer guten halben Stunde den Abspann über den Bildschirm flimmern sehen. Immerhin kann das Spiel in dieser Zeit mit facettenreichen Bossgegnern, interessanten Spielideen und unterschiedlichen Stages wunderbar unterhalten. Dazu trägt auch die für eines der ersten GameBoy-Spielen verhältnismäßig gute Grafik bei, welche das Abenteuer zu einem optischen kleinen Leckerbissen macht. Das Geschehen läuft bis auf wenige Momente, in denen mehrere Projektile durch die Luft geschleudert werden, jederzeit flüssig. Auch der typische Kirby-Soundtrack, der in diesem Titel den Grundstein für viele weitere tolle Stücke in den folgenden Titeln der Reihe legt, begeistert uns durchgehend. Trotzdem sind vier Euro für die viel zu kurze Spielzeit einfach zu viel verlangt, auch wenn Kirby’s Dream Land Retro-Feeling pur verspricht. Wartet lieber auf den GameBoy-Nachfolger im eShop oder schaut euch unser Review zu Kirby und das magische Garn an, da erwarten euch zwei weitaus bessere Vertreter des Franchises.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der GameBoy- und der Virtual-Console-Fassung): Kirby’s Dream Land gehörte vor vielen Jahren zu meinen absoluten GameBoy-Highlights. Immer wenn ich zu meiner Tante gefahren bin, habe ich mich darauf gefreut, den Titel bei ihr spielen zu können. So gehörte Kirby’s Dream Land neben Super Mario Land zu den ersten Spielen, die ich überhaupt gespielt habe und genau aus diesem Grund werde ich den Titel auch ewig in Ehren halten. Nachdem ich jetzt seit gut fünfzehn Jahren nicht mehr Hand an das Spiel gelegt habe, hat sich allerdings einiges an meiner Einstellung getan. Es ist kaum zu glauben, dass ein so kurzes Spiel damals an die siebzig deutsche Mark gekostet haben soll – für dreißig Minuten Nettospielzeit verstehst sich. Zwar kann man den Titel durchaus mehrere Male durchspielen, doch in unserer heutigen Zeit bietet der Markt einfach zu viele Alternativen, die nicht darüber hinwegtrösten können. Die geringe Abwechslung im Spiel ist ein weiterer Grund, warum man eigentlich einen Bogen um Kirby’s Dream Land machen sollte. In seinem ersten Abenteuer kann sich Kirby nicht verwandeln und die Spielabschnitte fallen bis auf den einen oder anderen Korridor relativ gradlinig aus. Wer Kirby’s Dream Land noch nie in seinem Leben gespielt hat, darf sich den Titel meiner Meinung aber trotzdem angucken, da es schließlich die Geburtsstunde eines Helden ist, den wir auch heute noch alle kennen und lieben. Man sollte dann wiederum aber auch nicht enttäuscht darüber sein, wenn der Ausflug nach dreißig Minuten endet und man keinen Drang danach verspürt, erneut ins Dream Land zu reisen.

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des eShop-Guthabens!

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