Review: Game & Watch Gallery

Spielesammlungen gibt es heutzutage wie Sand am Meer, doch für die damalige Zeit war es noch gar nicht so üblich, mehrere Spiele auf einem Medium zu vertreiben. Die Game & Watch Gallery von Nintendo geht dabei sogar ihren eigenen, genauer gesagt speziellen Weg.

Die vier Spiele der Game & Watch Gallery erschienen ursprünglich als Game-&-Watch-Systeme, die bereits einige Jahr vor der Nintendo-Entertainment-System-Veröffentlichung für  Aufruhr und Wirbel im Land der aufgehenden Sonne sorgten, zumal zu jener Zeit vom GameBoy noch weit und breit nichts zu sehen war. Wer von euch bereits Super Smash Bros. Brawl auf Nintendos aktueller Heimkonsole Wii gespielt hat, wird einen ganz bestimmten Charakter der Game-&-Watch-Spiele sicherlich schon sehr gut kennen. Die Rede ist von Mr. Game & Watch, den wir in dieser Spielesammlung einmal mehr kontrollieren dürfen, zumindest im Klassik-Modus (später mehr zum neuen Modern-Modus). Hier erwarten uns die vier Spiele Manhole, Fire, Octopus und Oil Panic, welche allesamt unser ganzes Geschick und Können abverlangen. Jedes Spiel kommt dementsprechend grundlegend mit ähnlichen, aber dennoch abweichenden Spielmechaniken daher. Bei jedem Spiel bleibt beispielsweise die Steuerung gleich – anstatt unsere Charaktere frei zu bewegen, stupsen wir stattdessen nur das Steuerkreuz an und Mr. Game & Watch und Co nehmen einfach nur andere Positionen ein, was aber nicht auf die gegebene Abwechslung der Spiele zurückzuführen ist.

Vier Spiele zu einem Preis

In Manhole befindet sich Mr. Game & Watch in der Mitte des Bildschirms, oberhalb und unterhalb ist jeweils eine Brücke mit jeweils zwei Löchern zu sehen, die abgedeckt werden möchten. Sobald allerdings eine Spielfigur über die Abdeckung gelaufen ist, fällt diese wieder in den Abgrund und wir müssen sie nochmals abdichten. Je mehr Charaktere den Bildschirm passieren, desto schneller läuft das Spielgeschehen ab. Sobald eine Figur abstürzt, pausiert das Spiel und setzt beim Neubeginn wieder an der Stelle an. Ebenfalls vor Abstürzen, sollen die Leute im Fire-Spiel gesichert werden. Diese springen der Reihe nach aus einem brennenden Gebäude und müssen mit einem Sprungtuch gerettet und sozusagen in den Krankenwagen jongliert werden – auch hier gilt, je mehr Leute gesprungen sind, desto schneller läuft das darauffolgende Spielgeschehen ab. Das kostet dann und wann schon mal unsere Nerven. Immerhin können wir uns im Spiel Octopus abreagieren, welches durchaus einfach ausfällt, wenn man sich nur ordentlich und geduldig anstellt. Hier gilt es einen Schatz vom Meeresgrund aufzusammeln und dabei den Armen des Oktopus auszuweichen. Hitziger geht es dann schon bei Oil Panic zur Sache, denn in diesem Spiel müssen wir das heraustropfende Öl aus einer Leitung auffangen und anschließend einem Freund außerhalb des Gebäudes zu werfen. Wer dabei nicht auf Timing achtet, verliert sehr schnell das Spiel und darf von Neuem anfangen.

Klassische Moderne

Neben dem Klassik-Modus existiert in diesem Spiel auch der so genannte Modern-Modus, in denen Mr. Game & Watch durch bekanntere Nintendo-Figuren ausgetauscht wurden. So deckt Yoshi in Manhole mit seiner Zunge die Abgründe ab und in Fire sind es die beiden Klempner, die die abspringenden Leute auffangen und in Oil Panic haben sogar Bowser und Donkey Kong Jr. Gastauftritte. Ziel der Spiele ist es immer, möglichst hohe Punktzahlen aufzustellen, denn je besser Rekorde wir erzielen, desto mehr Informationen schalten wir in der Galerie frei. Das unkomplizierte Gameplay motiviert uns zusätzlich, um an diese Infohäppchen zu kommen. Während der Klassik-Modus technisch selbst für GameBoy-Verhältnisse den Maßstäben von 1997 hinterherhinkt, können uns die modernen Varianten mehr begeistern, da diese mit zeitgemäßen Sounds und Grafiken daherkommen. Retro-Nostalgiker freuen sich dafür um die möglichst original kopierte Optik inklusiver originalgetreuer Sound-Effekte, die uns schon nach kurzer Zeit gestört haben. Wer gelungene Minispiele mag und motiviert ist, immer wieder neue Highscores aufzustellen, sollte bei der Game & Watch Gallery unbedingt mehr als nur einen Blick riskieren.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Virtual-Console-Fassung): Ich kann beim besten Willen nicht verstehen, wie dieser Klassiker damals unter meinem Radar hindurch geflogen ist. Gut, damals war ich noch nicht so ein großer Fan von Spielesammlungen, zumal ich in meinen jungen Jahren auch nicht Geld für jedes erdenkliche Spiel ausgeben wollte. Heute bin ich aber froh, dass Nintendo diesen GameBoy-Klassiker auch im eShop des Nintendo 3DS anbietet. Wenn der japanische Konzern mir diesen unscheinbaren Gefallen nicht getan hätte, wäre das Spiel auch heute noch ein Nichts in meinem Spielehimmel. Jedes der vier Minispiele hat mir ganz gut gefallen, vor allem Manhole und Fire können mich stundenlang motivieren. Ich war schon schockiert, als ich an einem der letzten Wochenenden einmal auf die Uhr geschaut habe und es auf plötzlich mitten in der Nacht war. Der Titel hat mich echt in seinen Bann gezogen und ich kann ihn nur jedem Fan von Geschicklichkeitsspielen empfehlen, zumal das Spiel auch für zwischendurch geeignet ist. So verkommt keine nervige Busfahrt zur Langeweile, garantiert!

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des eShop-Guthabens!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s