Review: The Legend of Zelda: The Wind Waker HD

Zelda The Wind Waker HD (1)Das erste The Legend of Zelda für die Wii U ist leider kein völlig neues Spiel. Dennoch dürfte The Legend of Zelda: The Wind Waker für viele Spieler ein frisches Erlebnis bieten. Das liegt primär an der damalige Plattform, dem Nintendo Gamecube, der sich nur zäh verkauft hat. Trotzdem Spiel dürfte das Spiel auch für Kenner mehr als nur eine Überlegung wert sein.

Zelda The Wind Waker HD (2)Wenige Spiele spalteten eine Fangemeinde so extrem, wie das 2002 in Japan veröffentlichte The Legend of Zelda: The Wind Waker. Schon beim bloßen Hinsehen wurde so manchem eingefleischten The-Legend-of-Zelda-Fan schwindelig – schließlich hatte man Link zuvor noch nie im Cel-Shading-Gewand gesehen. Konnten sie darüber noch hinwegsehen, stießen sie schon über das nächste Hindernis, nämlich den grundlegenden Änderungen am Design der Oberwelt, welche die verschiedenen Schauplätze miteinander verbindet. Diese besteht nur aus einem großen Meer! Auch bei der Story mussten sich Fans auf etwas anderes einstellen. Zwar bekämpft Link immer noch heroisch das sprichwörtliche Böse, aber Zelda wird in diesem Plot zur Ausnahme nicht von Anfang an zur Hauptfigur. Protagonist Link lebt auf der idyllischen Insel Präludien friedlich vor sich hin, bis eines Tages seine Schwester von einem mysteriösen Greifvogel entführt wird. Link kann das natürlich nicht auf sich sitzen lassen und setzt sofort Himmel und Erde in Bewegung, um seine Schwester Aril zu befreien. Dafür lässt er sich auch mit einer schatzsuchenden Piratenbande ein, dessen Anführerin Tetra ihn auch direkt, aber nicht ohne profitable Hintergedanken, auf ihr Schiff lässt, um dem Vogel zu folgen. Link nimmt schweren Herzens Abschied von seiner Heimat nehmen und hisst die Segel.

Auf dem Holzweg?

Zelda The Wind Waker HD (3)The Wind Waker ist bis jetzt der Teil der Serie, der sich am meisten durch seine Erlebnisse, Eindrücke und Erfahrungen abseits der Hauptquest definiert. Diese ist mit vergleichsweise wenigen Tempeln beziehungsweise Dungeons nicht sonderlich umfangreich und wird auch nicht unbedingt als Highlight deklariert. Der Kern des Spiels ist deswegen noch lange nicht so einfach zu fassen und erst recht nicht so schnell durchzuspielen, denn der besteht aus den unergründeten Weiten des Meeres mit seinen unzähligen Inseln, Schätzen und weiteren Geheimnissen, die auf ihre Erkundung beziehungsweise Entdeckung warten. Einige Spieler sprach diese Abweichung von einer der grundlegenden The-Legend-of-Zelda-Mechaniken überhaupt nicht an. Diese konnten sich nicht vom Sammeln oder Erforschen begeistern lassen, denn in diesem Punkt kommt kaum ein anderer Serienableger an The Wind Waker heran. Leider ist der Ozean mit weitaus mehr Schätzen gefüllt, als unsere Taschen Platz hätten. Obwohl in diese anfänglich schon fünfhundert Rubine passen, haben wir das Limit schnell erreicht – auch ohne unsere Umgebung besonders aufmerksam zu erkunden. Das fällt eigentlich in genau die Kategorie Fehler, die in einer Neuveröffentlichung ohne Weiteres ausgebessert werden hätte können. An anderen losen Enden wurde schließlich auch geschraubt.

Rauschende Winde

Zelda The Wind Waker HD (4)Der Spieler wird schon bald nach der ersten Bootsfahrt über den gesamten Ozean geschickt. Wie jedes Segelboot ist auch Links Boot vom Wind abhängig. Steht dieser einmal ungünstig, hilft der Taktstock des Windes weiter. Mit ihm lässt sich nämlich die Windrichtung frei justieren. Dieses Gameplay-Element findet sich zudem auch in einigen Rätseln wieder und mit der Zeit wächst Link mit immer neuen Melodien zu einem regelrechten Dirigenten heran. Musikinstrumente finden in fast jedem Zelda ihren Platz, in diesem wurden sie aber besonders gut implementiert. Das gilt auch für Links Waffenarsenal, das ihm nun auch zur See von Nutzen ist. Die klassischen Bomben werden Futter für die kleine Bordkanone und der Enterhaken wird als Bergungskran für versunkene Schätze zweckentfremdet. Das alles ändert aber nichts daran, dass das Meer sehr groß und Segelboote immer noch eher langsam sind. Diesem unangenehmen Umstand und vielleicht größten Kritikpunkt an dem ursprünglichen The Wind Waker, wurde Abhilfe geschaffen, denn nach ungefähr einem drittel der Spielzeit bekommen wir ein spezielles Segel, mit dem die Windkorrektur per Taktstock wegfällt. Zudem sind wir von fortan um einiges flotter unterwegs. Dieses Item ist aber optional und erfordert außerdem ein wenig Geduld, sodass wir es uns erst einmal verdienen müssen.

Link bleibt Link, Zelda bleibt Zelda

Zelda The Wind Waker HD (5)Steuern wir mit Link eine der unzähligen kleinen Inseln an und gehen an Land, können wir das tun, ohne von Ladezeiten unterbrochen zu werden. Mit festen Boden unter den Füßen steuert sich Link wie wir es von der Ursprungsfassung gewohnt sind. Die Kampfmechaniken aus The Legend of Zelda: Skyward Sword per Wii Motion Plus wurde nicht übernommen und Link schwingt sein Schwert klassisch per Knopfdruck. Bei einigen Items wie dem Bumerang oder dem Bogen wechselt das Geschehen in die Ego-Ansicht, um das Zielen zu erleichtern. Hier kommt optional der Gyrosensor des Gamepads zum Einsatz. Wer zuvor Skyward Sword gespielt hat, wird von Links Bewegungs- und Sprunggenauigkeit enttäuscht werden, denn diese stammen noch aus den Zeiten des Gamecubes. Weitere sinnvolle Einbindungen des Controllers suchen wird jedoch vergeblich. Nur der Touchscreen wird lediglich zum Item-Management und Kartenlesen verwendet. Letzteres ist in den Tempeln schon eine ziemliche Entlastung. Wie nicht anders von Nintendo erwartet, glänzen diese immer noch mit einem intelligentem Aufbau, tollem Design und jederzeit logischen Rätseln. Dasselbe gilt auch für die Bosse, die immer am Ende eines Dungeon-Komplex auf uns warten. Natürlich gibt es in diesen Punkten in jedem Teil Höhen und Tiefen – The Wind Waker ist dabei keine Ausnahme.

Bunte Technik

Zelda The Wind Waker HD (6)Erzählt wird die, für die Serie typische, kompakte Handlung, auch wenn Link selbst immer noch nichts zu erzählen hat, wie immer in Ingame-Zwischensequenzen. Stumm wie eh und je, muss er uns und den anderen Bewohnern der Spielwelt seine Emotionen und Gedankengänge per Gestik und Mimik verständlich machen. Hier brilliert der Cel-Shading-Grafikstil ganz besonders. Wie in richtigen Animes, Comics oder Mangas lässt sich Links momentane Gefühlslage sprichwörtlich vom Gesicht ablesen. In keinen anderen Serienableger ist er so vergleichsweise so ausdrucksstark. Dazu gesellen sich stets flüssige Charakteranimationen und die gestochen scharfe und ebenso knallbunte Texturen. Da fällt, dank dem Grafik-Stil, die niedrige Polygonanzahl aber kaum ins Gewicht. Ein weiteres Merkmal ist die Musik, denn einige der schönsten Stücke stammen aus diesem Teil der Reihe. Deswegen ist es umso mehr schade, dass Nintendo nachträglich keinen vollständig orchestrierten Soundtrack springen lassen wollte, aber die musikalische Untermalung im Hintergrund und die Soundeffekte wurden dennoch um einiges aufgebessert. Das ganze wird mit vernachlässigbaren kurzen bis nicht vorhandenen Ladezeiten abgerundet. Damit ist und bleibt The Legend of Zelda: The Wind Waker immer noch ein Spiel wie aus dem Bilderbuch – in zweierlei Hinsicht!

Geschrieben von Jonas Maier

Jonas‘ Fazit (basierend auf der Wii-U-Fassung): Anfangs konnte mich dieser Teil der Reihe noch überhaupt nicht packen. Wie sich schnell herausstellte, lag das primär am zähen und linearen Einstieg, von dem aber fast alle Teile des Franchises geplagt sind. Sobald sich nämlich die freie und weite Welt öffnet, war ich wieder voll im The-Legend-of-Zelda-Fieber, denn schließlich ist es immer noch ein klassisches Action Adventure und ein klassischer Teil der Reihe, auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht nicht so scheinen mag. Im Grunde hatte ich also eine Menge Spaß mit diesem Spiel, auch wenn ich dadurch eine der nervigsten Eskortmissionen in einem Videospiel überhaupt durchleben musste, die sogar Dungeon-Ausmaße annimmt (Kenner werden wohl wissen, wovon ich rede). Dass Fahrzeuge in späteren Ablegern der Reihe auch noch präsent sind, zeigt, dass Nintendo damit wohl nicht alles falsch gemacht haben kann. Die HD-Version bietet ein wesentlich angenehmeres Erlebnis und das nicht nur, weil die langen Passagen, in denen ich mit Link und dem Roten Leuenkönig über das Meer schippere, der Verbreitung des Spiels weit voraus geeilt sind, einfach der Geschichte angehören.

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Legend of Zelda: The Wind Waker HD!

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