Review: NHL 14

NHL 14 (1)Auch wenn der Eishockey-Sport in Deutschland nicht zu den Kernsportarten gehört, versorgt Electronic Arts die kleine Fangemeinde auch in diesem Jahr wieder mit einem Jahres-Update der NHL-Sportspielserie. Dieses Update wirkt dabei jedoch sehr US-amerikanisch.

NHL 14 (2)Wie bei jedem Sportspiel von Electronic Arts mit Label von Electronic Arts Sports wird auch bei NHL 14 erst einmal sehr viel Wert auf die Atmosphäre im Stadion gelegt. Mit soliden (und noch dazu nur englischsprachigen) Sprechern und einer sehr realistischen Präsentation mit Highlights und Sponsoren wird der Grundstein gelegt. Wirklich punkten kann der Titel aber natürlich mit den alljährlichen Lizenzen. Nichts sorgt für mehr Identifikation mit einem Spiel, als das Antreten mit dem persönlich favorisierten Verein in Originaltrikots und mit den aktuellen Spielern. Trotz der Randrolle des Eishockeys in Deutschland zählt zu den Lizenzen aber auch die Deutsche Eishockey Liga, kurz DEL. So ist es möglich, dass wir auch mit den Kölner Haien oder den Hamburg Freezers auf das Eis ziehen können. Zusätzlich tragen auch der sehr rockige Soundtrack und die gelungene Physik-Engine zur Stimmung bei. Ja, auch die Physik-Engine muss diesmal extra erwähnt werden. Im neuesten Ableger sind die Kollisionen zwischen zwei Spielern noch realistischer, man kracht richtig in die Bande und gelegentlich fliegen auch gleich Helm und Schläger weg – je nach Intensität des Checks. Genau wie die Kollisionen sind aber auch alle Elemente des Spiels äußert realitätsnah gelungen. Sowohl dem Puck, als auch den Spielern selbst kaufen wir so gut wie jede Bewegung und Abpraller ab.

In den Eisring!

NHL 14 (3)Eine der größten Neuerung des diesjährigen Ablegers ist das Kampfsystem, das man direkt aus Electronic Arts Fight-Night-Serie entnommen hat. Jetzt können wir uns noch sehr viel realistischer auf dem Eis in Faustkämpfe stürzen. In wirklich jedem Spiel! Was auf den ersten Blick Unwissenden wie ein Anbiedern an den US-Markt erscheint, ist in der National Hockey League, kurz NHL, aber anscheinend Alltag. Gerade zu Beginn – wenn man Steuerung und Regelwerk noch nicht vollends verinnerlicht hat – findet man sich in jeder Partie in NHL 14 gleich mehrmals in einem Faustkampf wieder. Grundsätzlich ist NHL 14 aber mehr als eine Boxsimulation, denn die meiste Zeit spielen wir ja doch noch Eishockey. Wie bei eigentlich jeder seiner Sportsimulationen kann der Publisher wieder über weite Strecken überzeugen. Mit dem vielen Geld des Konzerns lassen sich viele Lizenzen und damit eine fabelhafte Atmosphäre einkaufen. In den Spielmodi gibt es dazu viele Parallelen zu den hierzulande bekannteren Fifa-Titeln. Auch bei NHL 14 findet sich ein Ultimate-Team-Modus. Wir können eigene Charaktere erstellen, Ligen oder Pokale spielen oder online gegen menschliche Gegner antreten. Der unter Fußballfans beliebte Modus sorgt für eine angenehme Langzeitmotivation und bringt uns dank des virtuellen Geldsegens dazu, täglich zumindest eine Partie zu spielen.

Eingewöhnungsphase

NHL 14 (4)Einer der neuen Modi ist der so genannte NHL-94-Modus. Dort spielen wir mit der einfachen Steuerung des zwanzig Jahre alten Serienablegers, sehen das Geschehen entsprechend aus der Vogelperspektive und bekommen stärkere Bodychecks – eine Art verkappter Arcade-Modus! Leider nicht enthalten sind die Originalteams von 1994. Mit den Neuerungen unterliegt auch NHL 14 den Regeln fast jeder Sportsimulation: Wer im letzten Jahr zugegriffen hat, sollte es sich stark überlegen – wer einfach Spaß am Sport im Allgemeinen hat, darf gerne zugreifen und wer durch eine mittelmäßige künstliche Intelligenz des Torhüters verstimmt wird, sollte einen großen Bogen um das Spiel machen. Anders als in der Fifa-Serie werden Neulinge aber durchaus eine längere Zeit mit der Eingewöhnung in die Steuerung beschäftigt sein. Diese ist zwar einerseits unglaublich filigran, wenn man sie denn beherrscht, kann aber für blutige Anfänger auch bisweilen frustrierend sein. Solange man sich aber zunächst auch eingesteht, auf dem einfachsten Schwierigkeitsgrad anzufangen und sich dann erst einmal auf die Basics konzentriert, sollte man auch Stück für Stück den Weg in das Spiel finden. Eine Körpertäuschung will beispielsweise auch erst einmal gelernt sein. Sowieso sind wir erst einmal damit beschäftigt, unnötig vielen Boxkämpfen aus dem Weg zu gehen.

Geschrieben von Björn Rohwer

Björns Fazit (basierend auf der PlayStation-3-Fassung): Eigentlich beschäftige ich mich mit Eishockey immer nur mal zur Weltmeisterschaft, Europameisterschaft oder wenn sich bei den Hamburg Freezers mal ein spannendes Spiel anbahnt. Die National Hockey League habe ich sogar noch weniger auf dem Schirm als die National Basketball Association oder sogar die National Football League. Daher wirkten die immer wieder auftretenden Boxkämpfe in NHL 14 auch sehr befremdlich auf mich. Hat man den ungeschriebenen Ehrenkodex verstanden oder hat man die Faustkämpfe einfach deaktiviert, öffnet sich ein rundum gelungenes Spiel, das mich als Sportfan sofort fesseln konnte. Auch wenn mich zunächst die Steuerung etwas verwirrte, wirkte sie nach einiger Spielzeit sogar besonders intuitiv. Sicherlich ist das Spiel aber auch besonders beeindruckend, weil ich seit einigen Jahren keinen Ableger der Serie mehr gespielt habe. Wie bei eigentlich jeder Sportserie gilt nämlich, dass man erst mit etwas Abstand zwischen den Titeln den wirklich Fortschritt erkennt. Die Unterschiede zu NHL 13 liegen – wie gewohnt – nur im Detail. Einzig die künstliche Intelligenz der Torhüter hat mich an einigen Stellen doch genervt. Mal hält der virtuelle Keeper überragend, um sich dann im nächsten Moment ohne Not den Puck ins eigene Tor zu schieben. Aber auch das ist ein in den verschiedensten Sportspielen immer wieder auftretendes Phänomen.

Vielen Dank an Electronic Arts für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars von NHL 14!

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