Review: DuckTales: Remastered

DuckTales - Remastered (1)1989 befindet sich die Serie DuckTales: Neues aus Entenhausen auf dem Höhepunkt und man entscheidet sich, ein Videospiel zur Serie zu veröffentlichen, welches auch noch heute unter Disney-Fans sehr beliebt ist. Dieses Videospiel erfährt nun endlich sein Remake.

DuckTales - Remastered (2)Die Panzerknacker sind los! Gerade aus dem Gefängnis ausgebrochen, machen sie sich sofort auf, um den Geldtresor von der reichsten Ente der Welt auszurauben. Als der Fantastilliardär Dagobert Duck von diesem Vorfall hört, beschließt er, nicht sofort die Polizei zu rufen und stattdessen selbst sein wertvolles Hab und Gut zu beschützen. Hier macht sich bereits die erste Änderung im Vergleich zum Nintendo-Entertainment-System-Klassiker bemerkbar, denn das erste Level von DuckTales: Remastered gab es im Ursprungsspiel nicht. Das merkt man dem Level auch an, da es sich von den fünf originalen Spielabschnitten inhaltlich unterscheidet. Im Grunde bekommen wir hier in Form eines Tutorials die Steuerung beigebracht und können die in wenigen Minuten sehr, sehr gut verinnerlichen. Lange Rede, kurzer Sinn: Dagobert Duck gelingt es, die Panzerknacker aufzuhalten und seinen Besitz zu schützen. Beim Vertreiben der Gauner aus dem Geldtresor fällt dem Enterich jedoch eine Schatzkarte in die Hände, die wohl jahrelang hinter einem Gemälde in seinem Büro versteckt war. Da Onkel Dagobert, wie ihn seine drei Neffen Tick, Trick und Track liebevoll nennen, ohnehin schon in Action ist, will er gleich zu einer Reise um die Welt aufbrechen. Schnell wird Quack, dem Bruchpiloten zur aktuellen Lage unterrichtet und dann kann das ursprüngliche DuckTales endlich beginnen!

Vom Spazierstock zum Pogostab

DuckTales - Remastered (3)Wie in der Vorlage dürfen wir die Reiseroute selbst bestimmen. Das heißt, dass wir alle fünf Levels in beliebiger Reihenfolge angehen dürfen. Zur Auswahl stehen das Amazonas-Gebiet, das Himalaja-Gebirge, ein Schloss in Transsylvanien, eine afrikanische Mine und sogar eine Reise zum Mond ist geplant. In jedem Spielgebiet gibt es einen großen Schatz zu entdecken, welcher für die Inszenierung des Finales unabdingbar ist. Bis wir einen Schatz in einem Level entdeckt haben, vergehen aber jeweils zwischen fünfzehn und dreißig Minuten. In den Levels selbst entpuppt sich das Spiel als klassisches Jump ’n’ Run. Wir laufen und wir hüpfen jedoch nicht unbedingt im klassischen Sinne, denn Dagobert ist mit einem Spazierstock ausgerüstet, den wir als Pogostab missbrauchen dürfen. Mit dem Stab hüpfen wir weitaus höher und somit erreichen wir entlegene Plattformen, auf denen Schatztruhen auf uns warten, in denen dann wiederum glitzernde Klunker versteckt sind, die unsere Geldbörse gehörig aufbessern. Gegner lassen sich übrigens nur mit dem Spazierstock besiegen. Entweder springen wir in bester Pogostabmanier auf ihren Kopf oder wir nutzen herumliegende Felsbrocken, die wir dann mit gezielten Schlägen und zeitlich gut abgeschätzt auf Spinnen, Schneehasen oder Fledermäuse abfeuern können. Bis dahin bleibt DuckTales: Remastered der Vorlage bedingungslos treu.

Originalgetreue Umsetzung

DuckTales - Remastered (4)Aufgebohrt worden hingegen die trüben Bosskämpfe, die jetzt deutlich abwechslungsreicher und kniffliger ausfallen. Beim Bossgegner im Amazonas schießen auf einmal die Mauern aus den Wänden und der letzte Gegner im Himalaja ist auf einmal um ein Vielfaches gewachsen. Während wir diese Entwicklung gutheißen, finden wir die krampfhaft eingespielten Dialoge und Monologe in den Levels weniger gut. Der Text wird wirklich langsam vorgelesen und dann können die gerissenen Gags nicht immer zünden. Immerhin haben sich die Entwickler hier auf die originalen (englischsprachigen) Synchronsprecher verlassen, die ihre Arbeit sehr gut verrichten. Eine deutsche Sprachausgabe, passend zu den deutschen Untertiteln, gibt es jedoch nicht. Wer auf das berühmte DuckTales-Titellied hofft, der muss bis zum Abspann warten, doch auch hier hat man sich auf das englische Original besinnt und nicht versucht, die Lizenz für die deutsche Fassung zu erwerben. Diese würde ohnehin keinen Sinn ergeben, da hier von Pluto und Goofy die Rede ist, die jedoch weder in der Serie, als auch im Spiel nicht auftreten. Dafür wurde der restliche Soundtrack ebenfalls aufpoliert und da die Levels nahezu originalgetreu umgesetzt worden sind, fühlen wir uns wieder in alte Zeiten versetzt. Das heißt aber auch, dass das Abenteuer in einer maximal dreistündigen Einmalspielzeit bereits endet.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Wii-U-e-Shop-Fassung): Beim Spielen von DuckTales: Remastered kamen sehr viele Kindheitserinnerungen wieder hoch und ich denke, dass sich das Spiel vor allem an Nostalgiker richtet, die bereits die Nintendo-Entertainment-System-Version des Spiels gespielt haben oder zumindest die Fernsehserie damals im Fernsehen mitverfolgt haben. Wer Disney-Fan ist, sollte hier ohnehin zuschlagen. Das bin ich selbst aber nicht, doch trotzdem habe ich mit DuckTales: Remastered drei Stunden lang sehr viel Spaß gehabt. Das Abklappern der Levels macht sehr viel Spaß, sofern man es nicht auf dem untersten Schwierigkeitsgrad spielt, denn hier gibt es nahezu keine Bestrafung für Fehler, die man als Spieler begeht. Entwickler WayForward ist dennoch sehr sorgfältig mit dem Remake umgegangen, denn sowohl der kultverdächtige Soundtrack, als auch die Levels wurden nur mit sehr, sehr geringen Änderungen übernommen. Zudem bietet das Remake zwei Levels, die so nicht im Original vorhanden waren. Auszusetzen habe ich auf der einen Seite jedoch etwas an den Hintergründen, denn diese wirken oft zu blass und die Charaktere hingegen zu stark in den Vordergrund gedrängt. Wie man es richtig macht, hat Nintendo vor mehr als fünf Jahren bereits mit Wario Land: The Shaked Dimension bewiesen. Auf der anderen Seite stören mich hingegen ebenso die unnötigen Unterbrechungen durch die Dialoge, deren Wortwitz mir nie ganz erschließt und die zweistündige Einmalspielzeit, die ich für DuckTales: Remastered aufgebracht habe, ist mir in Anbetracht des hohen Preise von fünfzehn Euro doch etwas zu wenig. Da hilft auch das mehrmalige Durchspielen nicht, um mir für verdiente Klunker recht sinnfreies Bonusmaterial einzukaufen. Wer mit diesen Makeln leben kann und eher auf Nostalgie setzt, kommt dennoch auf seine Kosten.

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