Review: Battlefield 4

Battlefield 4 (1)Zwei Jahre ist es jetzt schon her, dass Battlefield 3 erschienen ist und dem Konkurrenten Call of Duty neue Maßstäbe setzte. Eine hervorragende Download-Inhaltepolitik und ein großer Umfang reichte aus, um das Spiel zwei Jahre auf dem Markt zu halten, ohne dass es altert.

Battlefield 4 (2)Selbst zwei Jahre nach Release sind die Server von Battlefield 3 rappelvoll und der Andrang der Spieler ist abnormal. Starke Zusatzinhalte fügten neue Spielinhalte wie Waffen, Karten und Fahrzeuge hinzu und sorgten für stets frischen Wind unter den Spielern. Nun möchte die schwedische Entwicklerstube Dice ihre neue Frostbite Engine 3 vorstellen und zeigen, dass man noch einmal eine Schippe drauflegen kann. Wie zuvor steht Battlefield 4 nicht für Tempo und Zielgenauigkeit, sondern für mehr Realismus und somit kommt es auf das Team an, um eine Runde gewinnen zu können und nicht wie in vielen anderen Titeln auf die Einzelleistung. Der Krieg findet schließlich auf einem großen und offenen Schlachtfeld statt und nicht in engen, unzerstörbaren Räumen. Letzteres hat jetzt ausgedient. In Battlefield 4 wurde noch einmal am Zerstörungsgrad herumgeschraubt und nun stürzen sogar ganze Hochhäuser und Straßen ein. Da der Fokus aber auch zwei Jahre später auf dem Multiplayer-Aspekt gelegt wird, ist die Kampagne bekannterweise wieder sehr enttäuschend. Hier hat man sich wieder an Klischees bedient und mit den Chinesen eine dritte Fraktion ins Spiel eingeführt, welche auch im Mehrspielermodus verfügbar ist. Im Einzelspielermodus verschlägt es uns ins Reich der Mitte, um als US-Soldat einen Konflikt zwischen Russen und Chinesen zu begutachten.

Unbrauchbarer Singleplayer-Modus

Battlefield 4 (3)Direkt in der ersten Szene, die man uns vorsetzt, finden wir uns in einem sinkenden Auto wieder und werden aufgefordert, die Scheibe zu zerschießen – obwohl einer unserer Kameraden mit einem Bein im Sitz festhängt. Mit dem Abdrücken der Waffe setzt die Zeit 14 Minuten vor der Eröffnungssequenz an. Das skurrile dabei ist, dass wir eigentlich gar nicht wissen, worum es gerade geht und was wir machen – jedenfalls befinden wir uns vor einer Fabrik, welche wir gleich stürmen. Oben angekommen stürzt die Fabrik ein, ein Kamerad verletzt sich am Bein, welches wir anschließend abtrennen müssen. Dann schnappen wir uns ein Fluchtfahrzeug, welches wiederum von einem Helikopter verfolgt wird und wir unter Beschuss ins Meer fahren und untergehen. Die Story ist genau so, wie sich der Text jetzt gelesen hat – nicht nachvollziehbar. So verläuft die ganze Story und wir erfahren nie wirklich, wie es zu dem Konflikt zwischen Russen und Chinesen gekommen ist und was wir als Amerikaner damit zu tun haben. Die Handlung weißt große Lücken auf und ist eigentlich total überflüssig. Positiv sind nur die Zwischensequenzen, welche schön animiert, actionreich und grafisch überragend sind. Den Soldaten mit ihren netten Schlachtreden merkt man Emotionen an und wir sind dabei mitten im Getümmel – mehr muss man nicht wissen. Überflüssig!

Wenige, aber effektive Neuerungen

Battlefield 4 (4)Im Vergleich zu Battlefield 3 hat sich nicht so viel getan. Grafisch fliegen ein paar mehr Partikel herum aber sonst sieht alles wie bisher aus. Die Neuerungen findet man eher im Detail. Neben neuen und umfangreichen Mehrspielerkarten, Waffen und Ausrüstung gibt es die Chinesen als dritte Fraktion. Diese kämpfen auf verschiedenen Maps gegen Russen oder Amerikaner und kommen auch mit eigenen Waffen daher. Eine schöne Neuerung ist der Kampf im Wasser und somit bekommen wir neue und schnelle Boote bereitgestellt und auch die Möglichkeit, auf Tauchgang zu gehen. Leider können wir hier keine Waffen nutzen, dafür aber jetzt beim Schwimmen die Sekundärwaffe abfeuern. Die größte Veränderung ist wohl die, die von Dice liebevoll als Levolution bezeichnet wird. Einige Karten können nach einer bestimmten Aktion ihre Grundstruktur verändern! Die Map Flood Zone hat zum Beispiel einen Staudamm, der gesprengt werden kann und damit die halbe Map überflutet, was die Straßen unbrauchbar macht und der Kampf auf die Dächer verschiedener Gebäude verlagert. Ein weiteres Beispiel wäre Paracel Storm. Hier zieht ein Sturm auf, der immer heftiger wird, bis die Waffen vom Wind wackeln, Wellen an Land schlagen und sogar ein Schlachtschiff strandet. Diese Änderungen sind zwar wirklich gering, dafür aber sehr unterhaltsam.

Unschlagbare Atmosphäre

Battlefield 4 (5)Schon im Vorgänger wurde die Atmosphäre von uns in den Himmel gelobt und das ändert sich auch hier nicht. Gerade die Levolution sorgt für einen ganzen weiteren Pluspunkt, da ein einfacher Sturm zum Beispiel ein ganz neues Feeling einbringt. Wenn wir am Strand herlaufen, einen Gegner anvisieren wollen und der Wind uns das Visier verzieht, ist das ganz einfach sensationell. Wir haben stets das Mittendringefühl und die Optik trägt wesentlich dazu bei. Wenn die Wellen schlagen, der Wind pfeift, Granaten explodieren, Boote an uns vorbei sausen und wir die Schreie anderer Soldaten vernehmen, die vor Granaten warnen, bekommen wir einmal mehr das Gefühl, in einem Schützgraben zu liegen. Die Soundkulisse ist in keinem Spiel so hervorragend wie in Battlefield 4 und jede Runde staunen wir ein weiteres Mal über den Klang des Krieges. Seit Battlefield Bad Company gibt es die Möglichkeit, den Sound auf Kriegskulisse zu stellen, um den optimalen und realistischsten Klang herauszukitzeln. Wer daheim sogar ein 5.1-Soundsystem besitzt, wird vom Glauben abfallen und auch den Krieg genießen lernen. Das Tolle daran ist, dass die zwei neuen Konsolen diese Leistung ebenso erbringen sollen und sich demnach auch die Konsolenspieler auf ein Spiel mit solch einer Atmosphäre, Grafik und Sound freuen dürfen, ohne Abstriche hinnehmen zu müssen.

Geschrieben von Axel Gutsmiedl

Axels Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Ich frage mich, was ich als endloser Fan der Reihe noch sagen kann. Ich bleibe dabei, dass der Singleplayer-Modus ein Beisatz ohne Freude ist. Dieser wirkt absolut fehl am Platz, erzählt nichts halbes und nichts ganzes und weiß nur mit seiner schönen Optik zu verwundern. Aber bei Battlefield 4 geht es mehr um den Mehrspielermodus, zu diesem ich nicht wirklich viel geschrieben habe. Es hat sich so gut wie gar nichts verändert. Die Klassen sind immer noch dieselben und ich bewege mich nach wie vor zu Fuß, am Boden, im Wasser und in der Luft. Dazu gibt es eine unzählbare Auswahl an Waffen und Modifikationen. Das hat aber auch nichts schlechtes zu heißen, da sich die Klassen durchaus bewehrt haben. Hinzu kommt die neue Levolution und der verbesserte Zerstörungsgrad, die den Unterschied ausmachen und in meinen Augen den Neupreis rechtfertigen. Die neuen Karten sind wirklich gut und jede bietet ihre Eigenschaft, um das Schlachtfeld zu verändern, was wirklich absolut außergewöhnlich ist. Somit hat Battlefield 4 noch einmal einen Schritt nach vorne gemacht und Call of Duty: Ghosts wird es schwer haben, sich an diesem zu messen. Ich bin dann mal auf dem Schlachtfeld – wir sehen uns Soldat!

Vielen Dank an Electronic Arts für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars von Battlefield 4!

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