Review: Pro Evolution Soccer 2014

Pro Evolution Soccer 2014 (1)Während Electronic Arts mit ihrer Fußballreihe Fifa den Fokus schon auf die nächste Generation legt, wurde bei Konami ordentlich an der PlayStation-3- und der Xbox-360-Version gefeilt. Der Sprung auf Xbox One und PlayStation 4 folgt erst im nächsten Jahr.

Pro Evolution Soccer 2014 (2)Trotzdem kommt Pro Evolution Soccer 2014 mit einer neuen Engine daher, die einiges am Spiel bewirkt. Den Sprung auf die neue Fox-Engine, die auch für das kommende Metal Gear Solid V: The Phantom Pain verwendet werden wird, merkt man dem Spiel tatsächlich an. So hat sich der Titel spielerisch fast in allen Belangen verbessert. Die Physik-Engine, egal ob es nun um den Ball oder den Spieler geht, ist sehr gut gelungen. Die im letzten Teil zweifelhafte künstliche Intelligenz hat einen großen Schritt nach vorne gemacht und auch die Animationen wirken besser als im Vorgänger. Eigentlich liegt uns in diesem Jahr eine wirklich fabelhafte Sportsimulation vor, mit der es wirklich Spaß macht, den Fußballalltag mitzuerleben. Ganz besonders wenn man die stimmungsvollen Umsetzungen der Champions League oder der asiatischen und südamerikanischen Pendants betrachtet, ist PES 2014 einfach gelungen. Wäre da nicht die Konkurrenz aus dem Hause Electronic Arts, durch die im direkten Vergleich dann doch kleinere Mankos und Schönheitsfehler sichtbar werden. Denn Konami kann uns zwar ein sehr gutes Spiel abliefern, aber leider nicht das beste. Hierfür ist schon die Vielfalt der Spielmodi symptomatisch. Zwar bietet Konami schon viel mit Turnieren, Managermodi, Onlinespielen, Einzelspielen und dem Werde-zur-Legende-Modus, doch Fifa 14 bietet mehr.

Kommentieren will gelernt sein

Pro Evolution Soccer 2014 (3)Die Konkurrenz hat einfach nochmals vier bis fünf Modi mehr, die auch allesamt fabelhaft umgesetzt sind. Ebenso müssen Pro-Evolution-Soccer-Fans zwangsläufig in der Präsentation Abstriche machen. Gerade die Champions-League-Modi zeigen, wie wichtig bei solch einer Simulation auch die Lizenzen sind. Nach etlichen Jahren können die Entwickler es sicher nicht mehr hören, schließlich tragen sie ja auch keinerlei Schuld, aber ohne die vielen echten Lizenzen verliert das Spiel einfach an Flair – gerade dann, wenn man in Deutschland sitzt und gerne mit Bundesliga-Mannschaften antreten möchte. PC-Spieler haben zwar die Möglichkeit per Fan-Patch nachzurüsten, Konsolenspieler gucken dabei aber leider in die Röhre. Zu der Präsentation und Atmosphäre gehören aber auch die Kommentatoren. Auch hier ist es fast Tradition, dass die Spielkommentare einem schon nach kürzester Zeit auf die Nerven gehen. Bei Pro Evolution Soccer 2014 kommt dann aber noch hinzu, dass in eigentlich jeder Partie die Sprecher zahlreiche Male absoluten Unsinn erzählen. Wenn bei einem Spielstand von null zu null zur Pause mit fünf zu fünf Torschüssen von einer drückenden Überlegenheit einer Mannschaft gesprochen wird, muss man sich schon wundern. Genauso wundern muss man sich, wenn wiederholt bei Abstößen kommentiert wird, als gäbe es eine Ecke oder umgekehrt.

Eine echte Alternative

Pro Evolution Soccer 2014 (4)Dass die Kommentatoren sich wiederholen müssen ist das eine, aber sie sollten wenigstens zur richtigen Zeit die richtigen Sprüche abgeben. So viel kann man im Jahr 2013 definitiv von den Entwicklern erwarten. Trotz dieser relativ deutlichen Mängel ist Pro Evolution Soccer zum ersten Mal seit einigen Jahren wieder eine wirkliche Alternative zur Fifa-Reihe. Insgesamt kann man in einer etwas sterileren Umgebung genauso guten Fußball spielen – mit tollen Animationen, einer eingängigen Steuerung und die essentiellen Modi. Auch die Fouls sehen in dieser Version deutlich schöner aus und sind außerdem abwechslungsreicher. Der Schiedsrichter ist zudem um einiges sanfter geworden und die Abseitsfallen sind weniger effektiv. Hatten wir im Vorgänger noch bemängelt, dass es meist mehr Abseitssituationen als Torschüsse gab, wird jetzt schon fast zu selten gepfiffen. Aber dies sind Kleinigkeiten, die mit Patches regelmäßig angepasst werden können. Apropos Patch: Erst seit Kurzem läuft der Online-Modus endlich flüssig auf allen Konsolen. Xbox-360-Spieler brauchten gar einen Patch, um überhaupt erst in den Genuss der Online-Funktionen zu kommen. Da aber auch diese Baustelle einige Wochen nach dem Launch behoben ist, spricht eigentlich nichts dagegen sich Pro Evolution Soccer 2014 zuzulegen – außer vielleicht Fifa 14.

Geschrieben von Björn Rohwer

Björns Fazit (basierend auf der PlayStation-3-Fassung): Eigentlich ist es absolut bitter für Konami. Da macht man eigentlich einen großen Schritt mit seiner jüngsten Umsetzung, liefert ein wirklich sehr gutes Spiel ab und die Konkurrenz legt erneut eine kleine Schippe drauf und lässt einen wieder alt aussehen. Es ist absolutes Meckern auf hohem Niveau, aber bei Pro Evolution Soccer 2014 stimmt einfach der letzte Feinschliff nicht. Die Präsentation ist grundsolide, aber nie fesselnd – die Kommentatoren sind dieses Mal sogar schlichtweg miserabel. Dann kann das Spielgeschehen noch so gut sein, doch letztlich wird der Kampf zwischen den beiden Fußballgiganten nur noch durch Kleinigkeiten entschieden. Aber immerhin hat man die Konkurrenz mittlerweile beinahe eingeholt und ist in den meisten Disziplinen ein ebenbürtiger Gegner. Es bleibt Konami nur zu wünschen, dass man für die nächste Generation bereits ein Ass im Ärmel hat, um endlich wieder komplett auf absoluter Augenhöhe mit Fifa zu agieren. Sonst würde es doch langsam auch langweilig werden.

Vielen Dank an Konami für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Pro Evolution Soccer 2014!

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