Review: Blood-C: The Last Dark

Blood-C - The Last Dark (1)Ende des letzten und Anfang dieses Jahres erschien bei Splendid Film die Serie Blood-C. Da diese inhaltlich nicht abgeschlossen war, musste früher oder später eine Fortsetzung folgen. Diese erschien vor kurzem unter dem Titel Blood-C: The Last Dark bei Mad Dimension.

Blood-C - The Last Dark (2)Die letzte Episode der zwölfteiligen Serie ist uns noch gut im Gedächtnis geblieben, denn in Animes haben wir selbst nur selten eine schrecklichere Vorstellung des Grauens erlebt. Nach den grauenvollen Ereignissen in Ukishima musste die Protagonisten Saya Kisaragi erst einmal von der Bildfläche verschwinden, doch ihre nachvollziehbaren Gelüste nach Rache kann sie nicht so einfach ablegen. Wer bereits jetzt Gefallen an diesem Anime-Film findet, sollte sich gut überlegen, ob er jetzt freiwillig weiterliest und sich somit spoilern lässt, oder ob er nicht doch die in vier Ausgaben veröffentlichte Serie nachholt – wir können es an dieser Stelle nur einmal mehr empfehlen. Jedenfalls hat sich Saya Kisaragi in den letzten Monaten bis in die japanische Hauptstadt Tōkyō vorgekämpft, wo sie den zentralen Konflikt zwischen ihr und ihrem Gegenspieler Fumito Nanahara beenden will. Der durchtriebene Fumito Nanahara hat in Tōkyō zusammen mit der mysteriösen Organisation namens Tower ein Schattenregime des Schreckens errichtet. Von der Außenwelt unbeachtet, gelingt es ihm, Tōkyō unter seine Kontrolle zu bringen. Zudem greifen die diabolischen Furukimono unschuldige Bürger an, um sich an ihrem Blut zu laben. Bei einem dieser Angriff in der Tōkyōter Bahn, taucht plötzlich wie aus dem Nichts Saya Kisaragi auf und wird so auf Fumito Nanahara aufmerksam.

Ungeklärte Tatsachen

Blood-C - The Last Dark (3)Das Motiv der Furukimono kommt im finalen Abschluss der Serie, also in The Last Dark, in keiner Weise zur Geltung. Das ist natürlich sehr schade, da hier auf jeden Fall Vorkenntnisse erwartet werden. Genau so sieht es auch mit den bereits bekannten Charakteren aus. Sowohl Saya Kisaragi, als auch Fumito Nanahara wurden in der Serie bereits so stark charakterisiert, dass man im Film nur daran anknüpft und ihre Denkweisen gegeneinander ausspielt. Es darf also nicht darauf gehofft werden, dass man ohne Vorkenntnisse den Film vollends verstehen kann. Allerdings finden wir es ebenfalls schade, dass zwischen Serie und Film anscheinend ein Ereignis stattgefunden haben muss, dass man nicht so ganz erläutert, es aber an einer Stelle im Film zur zentralen Handlung gehört. Die neuen Figuren, wie etwa die Kollegin von Fumito Nanahara, die zur Bürgermeisterin aufsteigen will oder fast jede Figur einer Gruppe von Widerstandskämpfern, mit denen Saya Kisaragi zusammenarbeiten muss, wird leider nur oberflächlich angekratzt. Nur die junge Mana Hīragi, die ihren Vater unter nicht geklärten Umständen verloren hat und daher ebenfalls einen Groll gegen Saya Kisaragis Gegenspieler hegt, kann mit einer eigenständigen Hintergrundgeschichte beitragen. Auch wenn die Figuren nicht so stark wie in der Serie erscheinen, treten sie dennoch ähnlich gut ins Rampenlicht.

Zu Ende gedacht

Blood-C - The Last Dark (4)Schade ist jedoch, dass innerhalb der Handlung keine Wendung stattfindet und die Spannung daher immer auf einem gleichbleibenden Niveau bleibt. Dass wir nicht mit Cliffhangern wie in der Serie rechnen dürfen, ist uns durchaus bewusst. Es ist nur schade, dass der Film sich komplett davon entfernt, kurz vor dem Ende noch zu überraschen. So ist und bleibt die Story nur eine einfache Fortführung der Serie, doch zum Glück werden viele der Handlungsfäden zu einem zufriedenstellenden Ende geführt. Wie die Serie erstrahlt auch Blood C: The Last Dark in einem wunderschönen HD-Bild. Dieses wirkt im Film sogar noch einmal eine ganze Ecke klarer, schärfer und besser. Animationen, Kamerafahrten und Spezialeffekte werden in der richtigen Dosis eingesetzt. Nur beim Endkampf hätten wir eventuell auf zwei bis drei zusätzliche Minuten gehofft, da dieser doch ziemlich schnell abgehandelt wird und Fumito Nanahara dann zu sehr auf die theatralische Tränendrüse drücken möchte. Nach circa 106 Minuten ist man als Fan der Serie dennoch zufrieden, da die Handlung auch tatsächlich zu einem Ende geführt wurde und Fans nicht vergeblich auf eine Fortsetzung warten müssen. Bonusmaterial beinhaltet die Blu-ray allerdings nicht. Wir hätten uns sehr über Hintergründe oder einen Vergleich zum Manga gewünscht. Selbst einen Trailer suchen wir vergeblich.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nachdem die Serie Blood-C sich drei von zwölf Episoden so viel und eigentlich schon zu viel Zeit lässt, die Charaktere einzuführen, um dann neun Folgen lang bestens zu unterhalten, kommt der Film Blood-C: The Last Dark im Anschluss direkt auf den Punkte. Ohne Vorkenntnisse stelle ich es mir sehr schwierig vor, den Film in seiner Gänze zu verstehen. Lehnt man sich allerdings mit dem Serienwissen zurück, kann man sich 106 Minuten wunderbar unterhalten lassen, auch wenn die Charaktere nicht sehr viel tiefgründiger werden und eine Handlungswendung vergeblich erwartet wird. Dafür kann der Anime wieder einmal in puncto Technik glänzen. Alle Zeichnungen, Animationen und Effekte wirken sehr gelungen und besonders die Momente, in denen das Stadtbild der japanischen Hauptstadt eingefangen wird, sind für mich eine wahre Augenweide. Dazu gesellt sich ein Soundtrack, der sich bestens auf das gezeigte Geschehen einstellt und sowohl die japanische Originalfassung, als auch die deutsche Synchronisation sind dazu passend gelungen. Schade finde ich nur, dass das Bonusmaterial nicht existent ist. Trailer zu anderen Filmen sind schön und gut, doch Wissenswertes über das vorliegende Werk ist doch das erste, was ich nach dem Anschauen eines Films unbedingt noch zusätzlich erleben möchte. Wer die Serie bereits kennt, kommt um Blood-C: The Last Dark der Vollständigkeit halber nicht herum.

Vielen Dank an Mad Dimension für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars von Blood-C: The Last Dark!

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