Review: Need for Speed: Rivals

Need for Speed - Rivals (1)Man könnte in jedem Jahr schreiben, dass schon wieder ein Jahr an uns vorbeigezogen ist und schon wieder ein neuer Teil der Need-for-Speed-Reihe in den Händlerregalen steht. In diesem Jahr ist das leider nicht anders, wodurch die Rennraserei im Gameplay weiterhin stagniert.

Need for Speed - Rivals (2)Wie schon beim letztjährigen Vorgänger Need for Speed: Most Wanted, gibt es auch bei Need for Speed: Rivals keine Handlung. Diese vermissen wir, denn mit Need for Speed: The Run hat man einen, wenn auch keinen guten, Ansatz gefunden, mit dem man hätte arbeiten können – selbst die Konkurrenz aus dem Hause Microsoft hat da mit Forza Horizon besseres bewirkt. Wir werden also einfach in das verschlafene Redview County geworfen, doch bevor wir frei durch die offene Welt rasen dürfen, müssen wir zunächst Tutorials absolvieren. Hier werden uns kurz und eingängig die Spielmechaniken des Spiels erklärt. Spielen wir auf Seiten der Raser, dann ist es unsere Aufgabe, andere Raser zu Rennen herauszufordern und bei einer sehr wahrscheinlichen Geschwindigkeitsüberschreitung vor den Ordnungshütern zu fliehen. Die dürfen wir in Need for Speed: Rivals nämlich ebenfalls spielen. Als Polizist fahren wir mit einem aufgemotzten Streifenwagen durch Redview County und müssen immer auf der Hut sein, denn schon bald könnte ein Raser an uns vorbeizischen, woraufhin wir natürlich die Verfolgung aufnehmen. Anstatt jedoch die Raser freundlich zu bitten, an die Seite zu fahren und auszusteigen, gehen wir in Need for Speed: Rivals wesentlich engstirniger an die Sache heran. Soll heißen, dass wir mit der Höchstgeschwindigkeit die Raser von der Straße rammen.

Das Tempo regiert die Straße

Need for Speed - Rivals (3)Damit unser Wagen dabei selbst nicht zu Schrott gefahren wird, aktivieren wir durch spezielle Gadgets Kraftfelder oder nutzen EMP-Waffen, um die Gegenseite kurzzeitig zu lähmen. Die Idee ist grundsätzlich nicht verkehrt, doch nehmen diese Gadgets der Need-for-Speed-Reihe das letzte Fünkchen Glaubhaftigkeit. Das macht im Grunde aber nichts, da das Spielsystem, basierend auf Recht und Ordnung auf der einen Seite und Verbrechen auf der anderen Seite, sehr wohl und eigentlich auch gut funktioniert. Eigentlich deshalb, da uns die Verfolgsjagden in einzelnen Fällen auch stören können. Um im Rang aufzusteigen, müssen wir nämlich an bestimmten Rennen teilnehmen oder gewisse Aufgaben erfüllen. Unter letzteres fällt dann zum Beispiel das zweimalige Rammen eines Streifenwagens. Wollen wir aber zu einem Ort auf der Karte fahren, um ein Zeitrennen zu absolvieren, kann es sehr gut vorkommen, dass wir unterwegs in eine Verfolgsjagd verstrickt werden und wir erst die Polizei abschütteln müssen. Das wäre eigentlich auch kein Problem, doch gibt es unserer Meinung nach in dem kleinen Redview County kaum Abzweigungen, wo das möglich wäre. Somit heißt es einmal mehr aufs Gaspedal treten und hoffen, dass wir mit genügend Tempo der Polizei entkommen. Auf Seiten der Ordnungshüter ist das jedoch nicht ganz so schlimm, da diese im Vorteil sind.

Die Polizei und ihre Vorteile

Need for Speed - Rivals (4)Einige von euch werden sich jetzt sicherlich denken, dass das Spiel auf dieses System abzielt. Natürlich ist die Flucht vor der Polizei ein zentrales Spielelement, doch verlangt das Spiel von uns auch reichlich Speed Points zu sammeln, um die Autos unseres Rasers aufzurüsten oder uns gar neue Wagen für den Fuhrpark anzuschaffen. Blöd nur, dass alle gesammelten Punkte futsch sind, wenn wir unseren Wagen zu Schrott fahren oder wir von der Polizei geschnappt werden. Es gilt also regelmäßig zurück zum Versteck zu düsen und alle Punkte, die wir durch Fahrmanöver, gewonnene Rennen oder Verfolgsjagden gesammelt haben, abzusichern. Hier stört uns zudem, dass das Spiel gegen unseren Wunsch auch das Versteck lädt, nur damit wir danach wieder die Spielwelt laden. Ebenfalls unverständlich ist, dass die Speed Points, die wir als Polizist sammeln, auch nach dem Totalschaden erhalten bleiben – zudem braucht man die Punkte als Polizist fast gar nicht. Was sich die Köpfe bei dem jungen Entwicklerstudio Ghost Games dabei gedacht haben, können wir an dieser Stelle nicht sagen. Warum auch keiner der siebzig Mitarbeiter, die von Criterion Games ausgeholfen haben, etwas zur Verbesserung des System beigetragen haben, ist uns ebenso schleierhaft. Vermutlich hat Electronic Arts Druck gemacht, damit das Spiel pünktlich zu Weihnachten in den Regalen stehen muss.

Das Straßennetz verbindet

Need for Speed - Rivals (5)Diese Unternehmenspolitik, in jedem Jahr einen neuen Teil einer Reihe zu veröffentlichen, ist auch in anderen Punkten spürbar. Laut Ingame-Informationen soll es eine Applikation für Smartphones und Tablet PCs geben, mit denen wir uns in das Spiel einklinken dürfen – selbst ein QR-Code wird auf dem Bildschirm angezeigt. Haben wir unseren Tablet PC eingeschaltet und den Code eingescannt, werden wir statt in Google Play auf die Website des Spiels weitergeleitet. Dort heißt es, dass man mit Hochdruck an einer Applikation arbeiten würde. Zwei Tage nach dem Release des Spiels ist das nicht in Ordnung! Dafür sind die Ladezeiten für einen Teil der Need-for-Speed-Reihe erstaunlich kurz. Erkauft werden sich diese mit einer mittelmäßigen Optik, akzeptablen Spezialeffekten und dazu sehr wenigen Fahrzeugen auf der Straße – zumindest auf der PlayStation 3. Diese Version läuft durchgehend mit dreißig Bildern pro Sekunde, während die Fassungen für PlayStation 4 und Xbox One ganze sechzig Bilder in der Sekunde anzeigen sollen. Überprüfen können wir es derzeit nicht. Wer mit seiner Konsole ständig online ist, wird sich darüber freuen, dass andere Spieler auf der Straße auftauchen und man sich Rennen und Verfolgsjagden liefern darf. Wer mit seiner Konsole jedoch nie online geht, verpasst den Kernaspekt des Titels und braucht Need for Speed: Rivals daher nicht!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PlayStation-3-Fassung): Need for Speed: Rivals hat mir zum Teil sehr gefallen und auf der anderen Seite habe ich es verflucht. Letzteres liegt vor allem daran, dass die Stärke der Mitspieler zum Teil stark schwankt und dass obwohl Electronic Arts noch im Spiel versichert, dass die Stärke aller Spielteilnehmer gleichbleibend sei. Man hat vermutlich nur nach dem Rang ausgewertet und nicht nach der Fahrzeugsstärke, denn die ist doch eigentlich der Indikator dafür, wie gut beziehungsweise wie schlecht ich bin. Dazu gesellen sich dann noch ein paar Kinderkrankheiten wie die Kollegen vom Revier, die gerne mal ein Nagelband ohne Rücksicht auf mich beziehungsweise dem Spieler auslegen. Zwar werden meine Reifen anschließend wieder repariert, aber wo da genau der Sinn steckt, ist mir schleierhaft. Viel ärgerlicher ist da für mich das Speichern beziehungsweise Nichtspeichern von Speed Points, wenn ich als Raser unterwegs bin. Bereits nach der ersten Verfolgsjagd hatte ich mehrere zehntausend Punkte gesammelt, die ich nur zu gerne im Versteck zum Modifizieren meines Schlittens ausgegeben hätte. Darf ich aber nicht, da mir die Punkte nach einem Totalschaden einfach abgenommen werden. Als Polizist passiert mir natürlich nichts, die Punkte bleiben dann erhalten (auch wenn ich als Polizist kaum brauche). Hätte man sich mal besser an der Konkurrenz orientiert, die mit Forza Horizon ein geniales Spiel auf dem Markt geworfen haben, so würde das Konzept von Need for Speed: Rivals sehr viel eher aufgehen. Außerdem kann ich einen Konzern, dem so viele finanziellen Mittel zur Verfügung stehen, nicht verstehen, warum er es nicht schafft, bis zum Release genügend Gelder in die Entwicklung der Applikation zu investieren und sich auch noch gegen eine Fassung für die Wii U wehrt, die gerade wegen des zweiten Bildschirms einen weiteren Vorteil gehabt hätte. Trotz der Mankos macht Need for Speed: Rivals Spaß. Zumindest, wenn man auch online mit anderen Spielern sich Verfolgsjagden und Kopf-an-Kopf-Rennen liefern möchte. Wer nur offline spielt, ist mit anderen Teilen der Need-for-Speed-Reihe oder dem aktuellen Genre-Primus Forza Horizon auf der Xbox 360 wesentlich besser beraten.

Vielen Dank an Electronic Arts für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars von Need for Speed: Rivals!

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