Review: Call of Duty: Ghosts

Call of Duty - Ghosts (1)Erstaunlich wie schnell die Zeit vergeht. Wieder ist ein Jahr vergangen und dazu brauchen wir wahrhaftig keinen Kalender benutzen. Das erkennen wir an vielen Videospielserien, die jedes Jahr fortgesetzt werden, wie zum Beispiel Call of Duty. Jährlich ruft also die Pflicht!

Call of Duty - Ghosts (2)Seit immerhin sieben Jahren benutzen wir diese Zeitrechnung und wissen somit auch, dass sowohl Winter, als auch Weihnachten vor der Haustüre stehen. Es wird sogar vermutet, dass der Weihnachtsmann einen Pakt mit dem Publisher Activision eingegangen ist um den Winter ganz für sich zu beanspruchen. Gäbe es da nur nicht dieses gemeine Battlefield 4, welches in diesem Winter ebenso seinen Platz am Kamin sucht. Der Weihnachtsmann steht nur vor sehr ernsthaften Probleme, konnte dieser damals einfach alle Zettel in die Sparte Call of Duty einordnen, muss er sich dieses Jahr viel mehr Mühe machen und wirklich gucken, was sich die Spielergemeinde zu Weihnachten wünscht. Nachdem wir uns schon mit dem großen Schlachtfeld beschäftigt haben, waren wir schon gespannt darauf, was das schnellere Spiel hergibt. Immerhin hat der Weihnachtsmann beziehungsweise Activision eine komplett neue Engine versprochen, ein noch besseres Erlebnis und eine völlig andere Umgebungstechnik. Vielleicht waren es aber auch alles nur Inhalte, die sich die Entwickler selbst von dem Mann mit dem langen Bart gewünscht haben. Da es noch ein paar Wochen bis Weihnachten sind und wir euch eine Entscheidungshilfe bei eurem Wunschzettel sein wollen, spannen wir euch nicht länger auf die Folter und verraten euch, wo Call of Duty: Ghost die Schwerpunkte legt.

Festgemetzel

Call of Duty - Ghosts (3)Bevor wir uns mit der neuen Engine beschäftigen, gucken wir uns die Inhalt des Geschenks an und entdecken jede Menge Explosionen, Schüsse, Soldaten, zerstörte Raumstationen und Nonstop-Action. Also prinzipiell das gleiche Gebilde wie im letzten Jahr, um uns den Winter zu versüßen. Ist natürlich alles fein anzusehen und super inszeniert, weicht jedoch auch ganz stark von der Realität ab und vermittelt somit kein wirklich authentisches Spielgefühl. Wer aber Action auf hohem Niveau sucht, ist hier absolut richtig. Was uns dabei nur gestört hat, ist, dass die Missionen über die letzten sieben Jahre der Call-of-Duty-Ära, sich langsam, aber sicher wiederholen. Es gibt sogar ein Level, welches wir nicht erwähnen wollen, welches fast genau so abläuft wie in einem der vorherigen Teile. Entweder wollte man Zeit sparen oder man war der Meinung, dass schon im Vorgänger gerade diese Mission super ankam – wir können es uns nicht wirklich erklären. Neu ist sicherlich, die Art einen Krieg anzufangen. Angriffe auf fremdes Land und schnelle Invasionen sind anscheinend zu langweilig geworden und somit wird das Schlachtfeld zu Kriegsbeginn mal schnell in den Orbit verlegt. Das ist mal etwas neues beziehungsweise anderes und sicher auch spannend, haben sich die Entwickler wohl gedacht. Realität sucht man hier vergebens, aber garantiert ist definitiv pure Action.

Knecht Ruprecht

Call of Duty - Ghosts (4)Auf der Electronic Entertainment Expo 2013 wurde kaum ein Feature so groß angekündigt, wie der Hund in Call of Duty: Ghosts. Unser neues Haustier, welches auf den Namen Riley hört, wirkt zugegebenermaßen sehr aggressiv. Nachdem Serien wie Kommissar Rex und Filme wie I am Legend die Begeisterung für den treuen Begleiter weckten, dachten sich die Entwickler wohl, einen Hund in das Call-of-Duty-Universum zu integrieren. Der Schäferhund ist ein treuer Teil unseres Squads und kann sogar von uns gesteuert werden. Wir können jetzt Räume zuerst mit dem Hund stürmen, um ein bisschen Chaos zu stiften und dann selber und überraschend eintreten. Um ehrlich zu sein, können wir dies jedoch nur in gerade mal einer Mission machen und somit ist der Zauber so schnell verflogen, wie er auch gekommen ist. Dennoch gibt es einige Missionen, in welchen uns der Hund immer mehr ans Herz wächst und auch gewisse Emotionen hervorruft. Hier haben wir es also nicht nur mit einer Witzfigur zu tun, sondern mit einem Kameraden, dessen Leben uns auch irgendwie wichtig zu sein scheint. Leider wurde das Feature nicht wirklich zu Ende gedacht und wirkt weitestgehend überflüssig. Hier denken wir ganz klar, dass, wenn Call of Duty mal etwas seltener und vor allem durchdachter erscheinen würde, uns solche Szenen sicherlich mehr beeindruckt hätten.

Zombies sind tot, es leben die Aliens!

Call of Duty - Ghosts (5)Über den Mehrspielermodus muss man nur wenig Worte verlieren. Die Karten sind alle wie gewohnt sehr linear und schreiben verschiedene Wege in eine Richtung vor, man schaltet mit einem Aufstieg neue Waffen frei und das alles gewohnt spritzig und knackig. Wer also die vorherigen Teile gespielt hat, wird sich schnell zurechtfinden und wer etwas neues erwartet hat, wird wohl enttäuscht sein. Neu sind nur zwei Modi mit den Namen Cranked und Blitz. In Cranked sind wir nach einem Kill kurzweilig schneller, haben aber nur dreißig Sekunden Zeit, um einen weiteren Abschuss zu tätigen. Gelingt dies nicht, so explodieren wir. Im Modus Blitz müssen wir, wie beim American Football, in die gegnerische Endzone laufen. Hinzu kommt ein Ersatz für den Zombie-Modus und dieser nennt sich liebevoll Extinction. Hier kämpfen wir uns durch Wellen von Aliens und ebenso ums nackte Überleben. Es ist also nichts wirklich neues, sorgt aber für eine gewisse Ablenkung zwischen den rasanten Online-Matches. Zu guter Letzt gibt es dann auch noch die neue und kostenlose Call-of-Duty-Applikation, mit welcher ihr plattformübergreifend Clans bilden könnt, um gegen andere Gruppierungen in den Krieg zu ziehen. Hier merken wir schnell, dass Tablet PCs und Smartphones immer mehr eine Rolle für moderne Spiele einnehmen.

Die neue alte Engine

Call of Duty - Ghosts (6)Zum Schluss kommen wir noch zur neuen Engine, die uns für Call of Duty: Ghosts auf der letzten E3 zugesichert wurde. Die neue Engine ist so gut, dass sie sich hinter der alten echt verstecken kann und man dies nicht erkennt. Dabei wurde auf der Messe in Los Angeles doch so viel versprochen! Wir wissen noch genau, wie man uns die neuste Technikrevolution gezeigt hat, dass Fische nun auch auf unsere Bewegung reagieren und wegschwimmen, solch einen technischen Durchbruch haben wir bisher nur bei Super Mario 64 gesehen – wie schnell sich doch die Technik entwickelt! Auch wurde davon geschwärmt, wie stark doch die neue PC-Fassung aussieht und diese mit Spielen wie Battlefield 4 mithalten soll. Hier hat der Weihnachtsmann, pardon, wir meinen natürlich Activision, seinen eigenen Wunsch nicht erfüllen können. Es ist schon irgendwie verwirrend, wenn man die ganze Zeit von etwas schwärmt, was nicht da ist – erinnert an die Vorstellung von Schnee an Weihnachten. Aber mal im Ernst: Es wurde mal wieder dieselbe Engine benutzt, welche, wie jedes Jahr, einfach etwas aufpoliert wurde. Wir verstehen nicht, warum man nicht gleich gesagt hat, dass man sich für diesen Schritt entscheidet, anstatt zu versuchen, uns etwas vorzugaukeln. Wir sehen das als schlechten Schachzug von Activision, Werbung für ein falsches Produkt zu machen.

Geschrieben von Axel Gutsmiedl

Axels Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Mal wieder ist es schwer, eine klare Meinung abzugeben. Auf der einen Seite macht Call of Duty: Ghosts alles richtig, was man an den Verkaufszahlen und vollen Servern sehen kann. Viele Spieler scheinen ihren Spaß zu haben mit dem, Jahr für Jahr, gleichen Spielprinzip. Dies ist sicherlich auch nicht verwerflich, aber mich weiß es leider nicht mehr zu begeistern. Leider nimmt auch immer mehr die Qualität des Singleplayer-Modus ab. Während ich immer der Meinung war, dass die Battlefield-Reihe für den Mehrspielermodus und die Call-of-Duty-Serie für den Einzelspieler steht, hat sich in den letzten zwei Jahren einiges geändert. Es weiß mich einfach nicht mehr zu begeistern, in keinen der beiden Teilbereiche! Battlefield 4 ist im Mehrspielermodus klar überlegen und kommt mit viel mehr Innovationen daher, da sich hier die Entwickler einfach mal trauen, etwas neues zu versuchen. In meinen Augen würde der Call-of-Duty-Reihe mal eine zwei- bis dreijährige Abstinenz nicht schaden, damit sich die Spieler mal vom Einheitsbrei erholen können. Sicherlich wäre dann ein neuer Call-of-Duty-Teil der absolute Hit, da man Leute in den Reihen hat, welche tolle Geschichten schreiben können, die Mittel für eine neue Engine haben und die Fähigkeiten wieder ganz oben anzugreifen.

Vielen Dank an Activision für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars zu Call of Duty: Ghosts!

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