Review: SimCity – Städte der Zukunft

SimCity - Städte der Zukunft (1)Es ist jetzt genau ein halbes Jahr her, als wir uns zuletzt mit SimCity für den PC beschäftigt haben. In der Zwischenzeit sind ein halbes Dutzend Updates und das erste kostenpflichtige Add-on erschienen. Letzteres will uns in den Städten der Zukunft willkommen heißen.

SimCity - Städte der Zukunft (2)Diese Einladung nehmen wir gerne an, doch sobald wir das Spiel gestartet haben, macht sich auch schon erste Ernüchterung breit. Wir befinden uns immer noch in der Gegenwart und als erstes heißt wieder, die Stadt an die Autobahn anzubinden, um anschließend Häuser aus dem Boden zu stampfen und alle Gebäude mit dem Straßennetz zu verbinden. Das Gameplay ist und bleibt hier wie im Hauptspiel altmodisch. Das seit dem ersten Teil der Reihe bewährte Prinzip funktioniert auch im Jahr 2013 noch. Großartige Änderungen können wir nach dem ersten halben Jahr der aktuellen Version nicht erwarten beziehungsweise verlangen. Es ist uns nach wie vor klar, wie eine Stadt in ihren Grundzügen funktioniert und daran wird sich auch in Zukunft kaum etwas ändern (können). SimCity – Städte der Zukunft verlangt von uns also, obdachlosen Sims Wohngebiete zur Verfügung zu stellen, Gewerbegebiete aufzuziehen, in denen sie einkaufen können und Arbeitsplätze in Form von Industriegebieten zu errichten. Damit die Kriminalität nicht überschwappt, bauen wir eine Polizeiwache und um die Sims in unserer Stadt vor Bränden zu schützen, ist die Errichtung einer Feuerwehrstation nötig. Das Spiel wiederholt diese Prozedur mit Parkanlagen, Schulen, Krankenhäusern, Mülldeponien und Kraftwerken so lange, bis die Bedürfnisse der Stadtbewohner gedeckt werden können.

(Un)günstige Stadtplanung

SimCity - Städte der Zukunft (3)Das Add-on bleibt dabei genauso clever wie das Hauptspiel. Anstatt mehrere Feuerwachen aufzustellen, erweitern wir diese ganz einfach mit zusätzlichen Gebäuden, in denen weitere Löschfahrzeuge Platz haben. Die Entwickler haben mitgedacht und haben diese cleveren Grundzüge bei den neuen Gebäuden ebenfalls integriert. Beispielsweise dürfen wir jetzt Megatürme bauen, in denen mehr Bewohner Platz haben und dort auch einkaufen gehen können. Diese Megatürme bauen wir stufenweise, doch haben nur eine begrenzte Anzahl an Türmen Platz in unserer Stadt. Das heißt, dass wir nach wie vor auch auf dem Boden des jeweiligen Spielgebiets bauen müssen. Nicht nur grundlegende Einrichtungen finden dort Platz, sondern auch neue Gebäude, die ebenso neue Technologien ermöglichen – wie zum Beispiel die Akademie. Diese Gebäude nehmen jedoch ähnlich wie die Universität oder das Stadthaus mit ihren Erweiterungsmöglichkeiten verdammt viel Bauplatz weg. Nach wie vor ist dieser nämlich arg begrenzt. Entwickler Maxis ist auf diesen besonderen Wunsch, der seit dem Release des Spiels immer wieder unter Fans und Redakteuren aufgetaucht ist, einfach nicht eingegangen. Eventuell hat auch Publisher Electronic Arts einfach nicht den Geldhahn für eine Überarbeitung des Spiels aufgedreht. So oder so ist und bleibt das ärgerlich!

Städte der Vergangenheit

SimCity - Städte der Zukunft (4)Das Platzschaffen von neuem Baugrund durch Terraforming ist ebenfalls nicht möglich. Nur Tunnel und Brücken tauchen jetzt auf, wenn wir Straßen verlegen wollen. Blöd nur, dass das Spiel darüber entscheidet, wo diese Bauten errichtet werden können und nicht wir. Da fragen wir uns ehrlich, wer denn jetzt eigentlich für die Planung der Stadt verantwortlich sein soll. In der Zukunft sollten sich Städte unserer Meinung nach vielfältiger entwickeln können. Selbst die Technologien sollten vorhanden sein, mit denen wir experimentieren hätten sollen. Das will SimCity – Städte der Zukunft nicht und aktualisiert das Spiel somit nur um ein paar nette Gebäude und Gebiete. Anspruchsvoller wird der Titel dadurch kaum, da die im Hintergrund berechneten Zahlen nach wie vor nicht nachvollziehbar sind. Wer darüber hinwegsehen kann und ein großer Fan der SimCity-Reihe ist, wird dennoch ein wenig Spaß mit dem Spiel haben können. Allerdings darf man sich darauf einstellen, dass der Download des Add-ons mit der (erneut) herunterladbaren Vollversion inklusive anschließender Aktualisierung mehr als den halben Tag einnehmen kann – auch bei einer schnellen Internetverbindung! Um die kommen wir im Endeffekt auch nicht herum, denn auch in der Zukunft angekommen bleibt Electronic Arts engstirnig und lässt Solisten und mobile Notebook-Spieler abermals außen vor.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf dem Hauptspiel und dem Add-on): Zugegebenermaßen hatte ich meinen Spaß mit dem Spiel – als es vor einem halben Jahr veröffentlicht wurde! Da hatte ich auch noch die Hoffnung, dass Entwickler und Publisher auf die Wünsche der langjährigen Fans und auf die Presse hören werden, um das Spiel peu á peu zu erweitern. Nach wie vor kann ich das Spiel nicht gänzlich alleine spielen und benötige dazu auch noch eine permanente Internetverbindung. Aufbauspiele sind prädestiniert dafür, dass man sie auch mal unterwegs während einer Bahnfahrt spielen kann. Warum Maxis und Electronic Arts das im Jahr 2013 nicht verstehen, ist mir schleierhaft. Dazu kommt noch, dass inhaltlich nicht so viel passiert ist, wie ich nach vielen Updates wohl erwarten könnte. Ich kann die Gebiete mittels Terraforming nicht verändern und der immer noch viel zu wenige vorhandene Bauplatz kann unter anderem deswegen nicht effizient genug genutzt werden. Da können die inhaltlichen Mechaniken mich nach einem halben Jahr immer noch so wie am ersten Tag faszinieren – bereits nach wenigen Spielstunden habe ich alles gesehen und ich verspüre absolut keine Lust, das Spiel noch einmal zu starten. Für dreißig Euro, die der Publisher hier verlangt, bietet das Add-on definitiv viel zu wenig!

Vielen Dank an Electronic Arts für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars von SimCity – Städte der Zukunft!

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