Review: The Legend of Zelda: A Link between Worlds

The Legend of Zelda - A Link between Worlds (1)Mehrmals betont Shigeru Miyamoto in Interviews, dass er gerne ein Remake von The Legend of Zelda: A Link to the Past entwickeln will. Eiji Aonuma produziert es schließlich, doch ist dabei kein Remake, sondern eine eigenständige Fortsetzung des Klassikers herausgekommen.

The Legend of Zelda - A Link between Worlds (2)Wie das in so gut wie jedem Teil der Reihe der Fall ist, handelt es sich bei Protagonist Link nicht um den Link, den wir aus dem inhaltlichen Vorgänger kennen. Entsprechend sind im Lande Hyrule wieder viele Jahre und ebenso viele Generationen ins Land gezogen. In The Legend of Zelda: A Link between Worlds ist Link der Lehrling des Schmiedes und weiß noch gar nichts davon, dass er der Auserwählte ist. Anstatt in den Tag hineinzuträumen und darauf zu warten, dass sich sein Schicksal erfüllt, verdingt sich unser Held stattdessen mit dem einen oder anderen Botengang. So hat der Hauptmann in der Schmiede sein Schwert vergessen und Link wird vom Schmied dazu aufgefordert, ihm die Klinge auszuhändigen. Links Weg führt ihn in die Kirche im Norden, wo der Hauptmann seine Schwester besucht. Aus der Kirche dringen jedoch seltsame Geräusche. Link muss mit ansehen, wie der Magier Yuga zunächst den Hauptmann und dann auch noch dessen Schwester Seres in Bildmalereien verwandelt. Link selbst wird beim Versuch, Yuga aufzuhalten, niedergestreckt. Er überlebt jedoch und kann somit Prinzessin Zelda im Schloss Bericht erstatten. Sie überreicht ihn den Talisman des Mutes, woraufhin Link ermutigt wird, den weisen Sahasrala im Dorf Kakariko aufzusuchen und sich an die Fersen von Yuga zu heften, um Hyrule vor dem bösen Magier zu schützen.

Ausgerüstet einen Dungeon betreten

The Legend of Zelda - A Link between Worlds (3)Erzählt wird die Geschichte meist in Dialogen, die uns an die Neunziger Jahre erinnern. Meist kommen die Charaktere direkt zum Punkt, ohne dass sie uns ellenlange Vorträge halten. Auch der Schreibstil der Dialoge versetzt uns in die Super-Nintendo-Ära zurück. Zwar bewegt sich der Titel weit entfernt von einer Moyse-Übersetzung, doch reduziert Nintendo alle wichtigen Inhalte auf das Nötigste und stellt damit das Gameplay deutlich in den Vordergrund. Hier hat sich Nintendo einen Kniff einfallen lassen, damit A Link between Worlds nicht wie viele der Vorgänger gleich ablaufen. Sobald wir zu einem späteren Zeitpunkt Links Haus betreten, hat sich dort ein Händler, der sich selbst Ravio nennt, eingenistet und seinen Laden eröffnet. Hier dürfen wir uns mit allerhand Items eindecken. Damit meinen wir nicht Pfeile, Bomben und Schild, sondern die für die Dungeons essentiellen Gegenstände. Früher haben wir noch einen Dungeon ohne Hilfe betreten, um uns durch das Gemäuer voranzukämpfen, um das Verlies später mit einem hilfreichen Utensil, welches uns die Arbeit erleichtert, bis auf den letzten Rubin leerzuräumen, die Rätsel zu lösen und den Bossgegner zu besiegen. Erst im späteren Verlauf des Spiels finden wir (optionale) Ausrüstungsgegenstände in den Dungeons, doch in A Link between Worlds ist es Gang und Gäbe, sich vorher mit wichtigen Items auszustatten.

Die Qual der Wahl

The Legend of Zelda - A Link between Worlds (4)Zunächst ist es übrigens nur möglich, die Objekte für eine Leihgebühr zu mieten. Sollten wir das letzte Herz unseres Lebensenergie verlieren, verlieren wir auch alle geliehenen Items. Da wir nur noch an Wetterhähnen unser Spiel speichern können, kann der Weg zu Ravios Laden zurück mitunter stören. Das tut es aber nicht, da das Spiel durchweg sehr leicht ausfällt. Wir haben im Test kein einziges Mal unser virtuelles Leben ausgehaucht. Ungeübte Spieler freuen sich darüber, dass man die Items später auch für einen hohen dreistelligen Rubinbetrag bei Ravio erwerben kann. Gekaufte Items verschwinden natürlich nicht mehr und bleiben selbst nach dem Tod Bestandteil unseres Repertoires. Im ersten Moment finden Serienveteranen das Konzept sicherlich störend, doch wir können euch versichern, dass es das absolut nicht ist. So können wir so gut wie jeden Dungeon in der Reihenfolge angehen, wie wir das möchten. Seit dem ersten Serienteil hat Nintendo diesen Versuch nur ansatzweise in Titeln wie The Legend of Zelda: Ocarina of Time gewagt. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Dungeons von vorne bis hinten auf die benötigten Items ausgelegt sind und so nicht geringfügig aufgesetzt wirken. Es ist jedoch schade, dass die mehr als zehn Dungeons allesamt sehr kurz ausfallen. Länger als eine halbe Stunde brauchen wir nicht, um dem Bossgegner das Schwert ins Herz zu rammen.

Die dunkle Seite der Macht

The Legend of Zelda - A Link between Worlds (5)Da das zweidimensionale Hyrule, welches wir aus der Vogelperspektive erkunden, für diese große Anzahl an Dungeons vermutlich zu klein wäre, treten wir nach ein paar Spielstunden in die Parallelwelt Lorule ein. Vor Veröffentlichung des Spiels betont der Publisher, dass es sich hierbei nicht um die Schattenwelt aus A Link to the Past handelt. Trotzdem fallen uns, bis auf einige geographische Änderungen wie Schluchten, welche die Trennbereiche in Lorule markieren, viele Ähnlichkeiten auf. Immerhin legt die Serie hiermit den Grundstein für eine Diskussion über Multiversen, doch zurück zu Lorule. Während Hyrule mit saftigen Wiesen und strahlendem Wetter für ein wohliges Spielgefühl sorgt, ist Lorule geprägt von Dunkelheit und dem drohenden Verfall. Warum Lorule im Begriff ist, unterzugehen, verraten wir euch an dieser Stelle nicht. Ihr dürft aber sicher sein, dass sich Nintendo für die Parallelwelt ebenso eine Hintergrundgeschichte ersonnen hat und beide Welten für die Geschichte unzertrennbar sind. Ansonsten ändert sich in Lorule vom Gameplay her nichts. Nach wie vor gilt es, das Werk von Yuga ungeschehen zu machen, Dungeons zu erkunden, Gegner zu besiegen, für das nötige Kleingeld in der Reisekasse zu sorgen und Herzteile für unsere Lebensenergie zu finden. Einzig und allein abwechslungsreiche Nebenquests vermissen wir in beiden Welten.

Wie in der guten alten Zeit

The Legend of Zelda - A Link between Worlds (6)A Link between Worlds möchte sich viel mehr aufs Gameplay konzentrieren und schafft das mit einem magischen Armband, mit dem wir Link jederzeit in eine Bildmalerei verwandeln und so die Wände als weitere Ebene erforschen können, spielend. Dieses Feature funktioniert überall im Spiel und gibt uns so ungeahnte Möglichkeiten, die offene Spielwelt zu erkunden. Wir vergessen dabei förmlich, dass es sich hierbei eigentlich nur um einen Klassiker im neuen Gewand handelt, der uns zwar fünfzehn kurze, aber sehr unterhaltsame Spielstunden beschert. Diese Zeit ist nicht nur mit tollem Gameplay gefüllt, auch das Drumherum stimmt. Die Optik erinnert uns zwar an A Link to the Past, welches immerhin schon 1991 erschienen ist, doch ist diese in Kombination mit dem gelungenen Tiefeneffekt nahezu beanstandungslos. Durch die dreidimensionale Tiefe, durch den verschiedene Ebenen in einem Raum erkennbar werden, ist A Link between Worlds ein Beispiel dafür, wie man die Technik von Nintendos Handheld gut nutzen kann. Dazu gesellt sich ein Soundtrack, der viele Stücke des Super-Nintendo-Spiels in verbessert Form neu auflegt und mit eigenen Tracks (nicht immer ganz gekonnt) in Symbiose bringt. Die StreetPass-Funktion, mit der wir auf offener Straße getroffene Spieler in Form von Schatten-Links herausfordern können, rundet das gelungene Spiel mit einer netten Idee ab.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: The Legend of Zelda: A Link between Worlds versetzt mich in meine Kindheit zurück. Eine Kindheit, die von The Legend of Zelda: A Link to the Past geprägt wurde. Im Lauf der Jahre habe ich den Super-Nintendo-Klassiker mehrmals durchgespielt und so habe ich mich in der Welt von A Link between Worlds richtig heimisch gefühlt. Die Welt ist im Großteil noch so, wie ich sie in Erinnerung habe und dann gibt es viele kleine Details, welche in den Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten zwischen beiden Spielen hinzugekommen sind. Eine dezentere Fortsetzung habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Dass Nintendo (vor allem in den letzten Jahren) Dinge gerne verändert, nehme ich hier wohlwollend in Kauf. Das Konzept, dass man sich nun mit den Items im Laden eindeckt, funktioniert überraschend gut. Dadurch kann ich die meisten Dungeons in der Reihenfolge abklappern, wie ich das möchte und die Verliese, Tempel und Paläste sind so direkt auf das entsprechende Item ausgelegt. Es gibt kaum etwas, was ich am Spiel bemängeln kann. Gerne hätte ich tiefsinnigere Dialoge, mehr Zwischensequenzen, abwechslungsreiche Nebenquests, größere Dungeons und somit auch eine längere Spielzeit erlebt, doch wenn nach der letzten Szene des Spiels der Abspann auf dem kleinen Bildschirm meines Nintendo 3DS hinunterflimmert, halte ich das System mit einem wohligen Gefühl umklammert fest und freue mich schon sehr darauf, den Titel im Helden-Modus ein weiteres Mal durchzuspielen. Dieses Hyrule hat mich definitiv nicht zum letzten Mal gesehen!

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Legend of Zelda: A Link between Worlds!

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