Review: Killzone: Shadow Fall

Killzone Shadow Fall (1)Jeder kennt sie! Die Rede ist von Spielen, welche exklusiv nur für eine Plattform entwickelt werden, um für diese zu werben. Killzone: Shadow Fall ist ein solcher Titel und dabei sogar der vierte Ableger der Reihe, welcher diesmal das Aushängeschild der PlayStation 4 darstellen soll.

Killzone Shadow Fall (2)Es ist bekannt, dass sich die Entwickler von Guerilla Games gerne an der deutschen Geschichte bedienen und das Böse im Spiel, die Helghast, so den Nationalsozialisten ähneln. Nicht nur die schwarzen Uniformen mit den roten Armbinden sind uns aus der Geschichte bekannt, sondern auch die Frisuren und Bärte der Helghast-Führung erinnern uns an Persönlichkeiten wie Wilhelm I. oder Bismarck. Es scheint so, dass alles was deutsch war, für die Entwickler als Verifizierung des Bösen dient. Auch der neuste Ableger bedient sich fleißig an unserer Geschichtsschreibung. Nachdem die Helghast den Krieg verloren haben, werden diese auf einen Planeten der Vektaner gebracht, eine Mauer gebaut und somit der Planet in zwei Lager geteilt – Osten und Westen. Auf der einen Seite finden wir die Armut und den Hass der Helghast, auf der anderen die Vorurteile und den Reichtum der Vektaner. Ein Konflikt beider Parteien ist also vorprogrammiert und eine Stimmung wie zu Zeiten des Kalten Kriegs ist geschaffen, in dem die Geheimdienste fleißig arbeiten, sabotieren und schnüffeln. Der Krieg aus den vorherigen Spielen ist entsprechend in den Hintergrund gerückt und die Bevölkerung muss sich auf völlig neue Probleme einlassen. Die Helghast als Rasse, welche feindselig und fast ausgerottet ist und die Vektaner als Volk, welches in Frieden leben möchte, um sein Reichtum und Wohlstand zu genießen.

Das Leben als Agent

Killzone Shadow Fall (3)Da der Krieg vorbei ist und die Spannungen zwischen beiden Parteien sich dramatisch anspannen, finden Operationen nur noch im Geheimen statt, um kein großes Aufsehen zu erregen und die Schuld stets von sich weisen zu können. Wie bereits erwähnt, finden wir uns in einem Szenario ähnlich des Kalten Krieges wieder, der Blütezeit der Geheimdienste aller Welt. Wir schlüpfen in die Rolle des Shadow Marshall Lucas Kellan, welcher als Kind das Eintreffen der Helghast miterlebt und traumatische Erinnerungen mit ihnen verknüpft, unter welchen er stark zu leiden scheint. Anders als im Vorgänger sind wir fast das ganze Spiel alleine unterwegs und bekommen eine wesentlich offenere Spielwelt präsentiert. Dies ermöglicht es uns, in vielen verschiedenen Variationen an unser Ziel zu gelangen – leise oder mit lautem Krach – das Rad wird also nicht neu erfunden. Wir können die Gegend nun auskundschaften und dann überlegen, wie wir vorgehen, um die Gegnermassen auszuschalten. Dabei sollten wir stets Vorsicht walten lassen, um die Feinde nicht auf uns aufmerksam zu machen. Ganz interessant ist jedoch unsere neue Drohne, welche uns immer begleitet. Sie kann unsere Feinde unter Beschuss nehmen, ein Schild zum Schutz aufstellen, als Seilrutsche dienen um Hindernisse zu überwinden oder mehrere Feinde gleichzeitig mit einem elektrischen Stoß lähmen – eine Universaldrohne eben.

Der Weg in die Zukunft

Killzone Shadow Fall (4)Am modernen Waffendesign mit Zielvorrichtungen, EMP-Granaten, Laser-Minen und unserer Drohne merken wir, dass wir uns im Jahr 2390 befinden. Die Welt und ihre Umgebungen sind futuristisch und glaubhaft dargestellt. Levels wirken weitläufiger und mit toller und sehr weiter Kulisse ausgestattet. Selbst die künstliche Intelligenz macht einen Schritt in die Zukunft. Stellen wir uns einer Horde Helghast, müssen wir uns sicher sein, ob wir mit der auch fertig werden. Den Fluchtweg gibt es zwar, jedoch finden dann einige Projektile den Weg in den Rücken und das Leben des Shadow Marshall findet ein schnelles Ende. Die Feinde passen sich dabei unseren Bewegungen an und nutzen den Moment aus, in dem wir uns umdrehen. Das Verstecken hinter Hindernissen ist gefährlich und währt nicht lange, da die Helghast zudem geschickt die offene Spielwelt nutzen, um über die Flanken und auch über Umwege zu kommen, nur um uns noch geschickter einzukesseln. Hier ist also immer Vorsicht gefragt und ein gutes Auge für den Feind. Die Geschichte hingegen, welche uns im Verlauf des Spiels erzählt wird, macht nichts richtig und nichts falsch. Zwar bleiben die großen Überraschungsmomente aus, doch gibt es auch nichts wirklich groß zu bemängeln – lediglich Emotionen hätten etwas authentischer sein können, um den Charakteren etwas mehr Leben einzuhauchen und eine gewisse Grundstimmung einzufangen.

Eine wahre Augenweide

Killzone Shadow Fall (5)Über den Mehrspielermodus muss man nur wenige Worte verlieren. Für diejenigen, die es noch nicht wissen, sollte gesagt sein, dass man für eine Partie mit Freunden oder fremden Spielern ein PlayStation-Plus-Abo benötigt und somit fallen für sämtliche Spiele eine monatliche Gebühr an, um diese online spielen zu können. Im Gegensatz zu Killzone 3 ist das neue Spiel wesentlich rasanter geworden und die Steuerung geschmeidiger. Hier erinnert uns das Spiel eher an ein Call of Duty – nur in einem anderen Szenario. Viele Spieler werden sicherlich ihre Freude damit haben und somit muss man die Entwickler in dem Bereich sicherlich loben, da der Spielspaß gewaltig angezogen wurde. Um die sechzig Bilder pro Sekunde zu halten, müssen jedoch Abstriche in Sachen Grafik in Kauf genommen werden. Apropos Grafik: Hier macht der Titel den Next-Gen-Konsolen alle Ehre. Wir können tatsächlich Vergleiche mit aktuellen PC-Spielen ziehen und sehen, dass die neue Konsole derzeit auf Augenhöhe mit einem High-End-Rechner ist. Besonders das Level, in welchem wir über den Staudamm fliegen, lässt und mehrfach die Augen reiben. Hier bekommt man eine nahezu grenzenlose Aussicht geboten, in der jedes Haus detailliert ausgeschmückt zu sein scheint. Nur selten sehen wir lieblose Texturschmieren an irgendwelchen Gegenständen und somit ist der Gesamteindruck (zumindest in Sachen Grafik) wirklich prächtig.

Geschrieben von Axel Gutsmiedl

Axels Fazit: Killzone: Shadow Fall ist ein gelungener Start in die neue Welt der Konsolen. Zwar ist die Story hinter dem Spiel etwas lau, jedoch habe ich stets meinen Spaß mit dem Titel. Auf höchstem Schwierigkeitsgrad sind die Gegner stets fordernd und fast jeder Fehler wird deswegen bestraft. Auch versuche ich es gerne einmal mit der Hau-drauf-Taktik und muss zusehen, wie ich an dieser gerne das eine oder andere Mal scheitere. Besonders viel Spaß macht mir jedoch der Mehrspielerpart, da die rasante Action sehr an alte Call-of-Duty-Tage erinnert, ohne dass dabei alle zehn Sekunden etwas vom Himmel fällt. Hier könnte sich Activision sicher etwas für künftige Titel abgucken. Wenn jetzt noch sinnvolle herunterladbare Zusatzinhalte nachgeliefert werden, bin ich mehr als glücklich mit Killzone: Shadow Fall. Auch wenn ich sagen muss, dass ich weiterhin gegen monatliche Gebühren beim Spielen bin und somit gegen den Online-Kurs der aktuellen Konsolengeneration.

Vielen Dank an Sony Computer Entertainment für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Killzone: Shadow Fall!

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