Review: Btooom! – Vol. 1 (Episoden 1 – 3)

Btooom! - Vol. 1 (1)Videospielsucht ist ein Thema, welches in der heutigen Zeit wesentlich mehr als noch vor gut zwanzig Jahren aufgegriffen wird. Während Politiker und Psychologen sich oft nicht einmal vorab mit der Materie auseinandersetzen, stellen andere Medien das Problem besser vor.

Btooom! - Vol. 1 (2)Btooom! greift die Thematik sowohl im Manga, als auch im Anime auf. Der Anime von 2012 dreht sich wie die Manga-Vorlage, die 2009 mit der Veröffentlichung beginnt, um den jungen und arbeitslosen Ryōta Sakamoto. Anstatt sich eine Arbeit zu suchen, spielt dieser viel lieber den ganzen Tag lang das Computerspiel Btooom! mit seinen Freunden. Erfolge, die ihm im echten Leben verwehrt bleiben, gelingen ihm in der Virtualität. Mit seinem Team steigt er dort ständig in der Weltrangliste auf und ist sogar mit jemanden virtuell verheiratet. Seine Mutter macht sich Sorgen um ihn und hat sogar Bewerbungen für ihn geschrieben, damit er nicht den ganzen Tag vor dem Computer sitzt. Selbst Ryōtas Onkel bittet sie um Hilfe, doch Ryōta lehnt diese ab. Er möchte viel lieber bei der Firma, die Btooom! vertreibt, namentlich Tyrannos Japan, arbeiten. Dort wird er jedoch immer wieder aufs Neue abgewiesen, da diese angeblich keine weiteren Leute einstellen können. Mit diesem Traum vor Augen treibt es ihn jeden Tag weiter in die virtuellen Welten von Btooom! und merkt dabei selbst nicht, dass er das wahre Leben jeden Tag ein kleines Stück mehr verdrängt. Eines Tages findet sich Ryōta ohne jegliche Erinnerung auf einer tropischen Insel im Südpazifik wieder. Erst glaubt er auf der Insel alleine zu sein, doch dann wird er mit Bomben von einem anderen Japaner attackiert.

Das Regelwerk von Btooom!

Btooom! - Vol. 1 (3)In kürzester Zeit muss Ryōta die Regeln lernen, die auf dieser Insel herrschen. Eigentlich ist dies jedoch gar nicht notwendig, wie er ebenso schnell feststellt. Die Regeln auf dem Eiland folgen dem Regelwerk von Btooom!. Btooom! ist ein Action-Spiel, in dem es zwar keinerlei Schusswaffen gibt, doch dafür kleine Bomben mit einem großen Wirkungskreis. Diese muss man als Spieler auf die Gegenspieler werfen, um sie außer Gefecht zu setzen. Natürlich will Ryōta keinen Menschen töten, doch die Regeln verlangen danach. Von diesen erfährt er auch erst, als er den etwas tollpatschigen Kiyoshi Taira trifft. Dieser erklärt Ryōta die Regeln und schildert auch, wie sie auf der Insel gelandet sind. Anders wie im ersten Manga-Band geht die Handlung außerdem auf die hübsche Schülerin Himiko ein, die es ebenfalls unfreiwillig auf die Insel getrieben hat. Durch Flashbacks wie in der Serie Lost (wie passend!) erfahren wir immer wieder, wie es den Charakteren auf dem Festland oder auf dem Flugzeug ergangen ist. Das ist tatsächlich sehr, sehr spannend geschildert und ist nichts für schwache Nerven. Nicht nur Themen wie Videospielsucht, gebrochene Familienverhältnisse und Arbeitslosigkeit werden geschildert, sondern ebenso Vergewaltigungen und Morde. Btooom! entwickelt sich deshalb zu einem Anime, der sich vor allem an ein erwachsenes Anime-Publikum richtet.

Limitierte Edition

Btooom! - Vol. 1 (4)Die Frage nach dem Warum bleibt jedoch allseits gegenwärtig. Welch perfider Plan hinter der Insel steckt, erfahren wir in den ersten drei Episoden noch nicht. Wir denken auch nicht, dass der Anime so schnell mit Antworten rausrücken wird und die intelligente Erzählweise weitere neun Episoden fesseln kann. Die deutsche Synchronisation ist zwar gut gelungen, doch fehlt es manchem Charakter (insbesondere dem Protagonisten Ryōta) an emotionalen Merkmalen. Dirk Stollberg ist zwar absolut nicht fehlbesetzt, doch seine Kollegen Josephine Schmidt, die Himiko spricht und Axel Lutter, der Kiyoshi Taira seine Stimme verleiht, gehen mit weitaus mehr Elan an die Sache heran. Die japanische Synchronisation ist durchgehend gut, doch ist die nur mit deutschen Untertiteln auswählbar. Der Soundtrack ist zwar passend und unterlegt besonders die Scharmützel und bedrohlichen Situationen sehr gut, doch ein paar Tracks, die ein wenig energischer ins Ohr gehen, hätten Btooom! sicher nicht geschadet. Am Bild in Full HD lässt sich nicht sehr viel kritisieren. Die Farben sind ordentlich und werden vor allem in dunklen Szenen noch mit einem Filter unterlegt, der melancholische Gefühle hervorrufen soll. Auf der Blu-ray Disc schlummert ein Clear Opening und Ending als Bonusmaterial. Wer jetzt zuschlägt, erhält außerdem die erste Volume von Btooom! inklusive eines Sammelschubers.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Bereits den ersten Manga habe ich am Stück regelrecht verschlungen und so ergeht es mir auch mit den ersten drei Episoden von Btooom!, die in der ersten Volume vorliegen. So spannend wie die Manga-Vorlage hält mich auch die Serie bei Laune. Ich finde es auch gut, dass es ein paar Unterschiede zwischen den beiden Medien gibt. Über Himiko erfahre ich im ersten Manga jedenfalls nichts und so kann Btooom! im Anime immer noch unterhalten, wenn man die Manga-Vorlage parallel liest. Das Konzept hinter Btooom! ist sicherlich nicht neu, da hier doch jeder für sich kämpft, um von der Insel zu gelangen. Der Battle-Royale-Anteil ist gepaart mit den Rückblenden aus der Fernsehserie Lost und diese Kombination funktioniert hier ausgesprochen gut. Ich weiß nicht, warum die Charaktere auf der Insel gelandet sind und welcher perfide Plan hinter alledem steckt, doch möchte ich das in den nächsten Folgen unbedingt herausfinden. Der Beginn des Animes hat mir also gut gefallen und ich kann ihn euch nur ans Herz legen. Solltet ihr nämlich zu den ersten Käufern gehören, erhaltet ihr noch einen Sammelschuber für alle vier Volumes dazu und ebenso eine kurze Leseprobe, die euch den Manga schmackhaft machen kann.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Btooom! – Vol. 1 (Episoden 1 – 3)!

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