Review: Armour of God II – Der starke Arm der Götter

Armour of God II - Der starke Arm der Götter (1)Warum Armour of God – Der rechte Arm der Götter einen Nachfolger erhält, in welchem es gar nicht um die titelgebende Rüstung Gottes geht, ist uns auf der einen Seite schleierhaft und auf der anderen Seite völlig egal! Jackie Chan ist zurück und zeigt sich von der besten Seite!

Armour of God II - Der starke Arm der Götter (2)Nach dem ersten Teil der Reihe aus dem Jahr 1986 juckt es dem Abenteurer Jackie wieder in den Fingern. 1991 begibt er sich wieder einmal unter einen eingeborenen Stamm, um diesen wieder einmal wertvolle Objekte abzuluchsen. Dabei handelt es sich um ein paar Edelsteine, welche er sich auch durch Bitten der Eingeborenen an sich nehmen darf, doch dann macht er den Fehler und trinkt vom, zumindest für die Eingeborenen, göttlichen Wasser. Daraufhin soll er sich eine gut beleibte Eingeborene zur Frau nehmen. Jackie tritt die Flucht an und landet wenige Zeit später in Madrid, wo die eigentliche Herausforderung und der neue Auftrag auf ihn wartet. Vom Baron, der bereits im ersten Ableger der Trilogie mit von der Partie war, erfährt Jackie von einem Goldschatz der Nationalsozialisten. Die sollen in Nordafrika im Zweiten Weltkrieg einen Bunker errichtet haben, wo der Schatz bis heute schlummert. Nur mit einer alten Karte und einem mysteriösen Schlüssel begibt sich Jackie auf eine Reise durch Südeuropa und landet schließlich in Afrika. Begleitet wird er von der Nachfahrin eines der Nationalsozialisten, während er von einer Beschäftigten des Barons angeleitet wird. Erzählt wird die Jagd nach dem Goldschatz wesentlich stringenter als die Suche nach der Rüstung Gottes. Dadurch bleibt der Film ohne eine Verschnaufpause spannend und temporeich.

Turbulenz und Torpedierung

Armour of God II - Der starke Arm der Götter (3)Nicht nur die Handlung kommt direkt in Fahrt, sondern auch die Action baut sich mit jeder Szene immer etwas mehr auf. Das beginnt bei der wilden Flucht vor den Eingeborenen in einem riesigen aufblasbaren Ball, manifestiert sich dann einer gelungenen Verfolgungsjagd, die im Hafenbecken endet und zeigt sich mit zunehmender Laufzeit in turbulenten Martial-Arts-Schlägereien. Hier zeigt sich Jackie Chan wirklich von seiner besten Seite, denn wo im Vorgänger die Action (teils wegen eines Unfalls des Hauptdarstellers) gemindert werden muss, bleibt Armour of God II – Der starke Arm der Götter ständig abwechslungsreich. Gekämpft wird nicht nur in einem Hotelzimmer, sondern auch in der Wüste und endlich im Bunker. Dabei toppt jegliche Szene die nächste, denn während Jackie relativ erfolgreich mit seinen Widersachern umgehen kann, werden die Schlägereien durch die weibliche Begleitung – wie könnte es auch anders sein – mal wieder torpediert. Dadurch treten die drei Abenteurer ständig in ein neues Fettnäpfchen und Jackie darf für sie die Suppe anschließend auslöffeln. Selbstverständlich bleiben diese Szenen ganz besonders haften, da sie mit viel Komik und teils mittelprächtiger Schauspielkunst einfach zum Schmunzeln anregen. Irgendwann kommt man einfach nicht mehr drumherum und muss mit den Darstellern herzhaft mitlachen!

Vom Winde verweht

Armour of God II - Der starke Arm der Götter (4)Das zeigt sich zum einen in einer Szene, wo eine der beiden Damen ein Sturmgewehr in die Hand gedrückt wird und statt den Bösewichtern die gesamte Einrichtung demoliert wird. Zum anderen zeigt sich das beim großen Finale, welches in einem riesigen Windkanal stattfindet – mehr möchten wir dazu jedoch nicht verraten, da diese Szenen mit zum Lustigsten des Films gehören. Da der Titel hierzulande nie geschnitten wurde, liegt selbstverständlich auf der Blu-ray die ungeschnittene Fassung vor. Man hat sich jedoch Gedanken zum Tonformat gemacht. Die ursprüngliche Mono-Tonfassung in Deutsch liegt ebenso vor wie eine unveränderte deutsche Synchronisation in 5.1 DTS-HD. Die kantonesische Originalfassung liegt jedoch nur in 2.0 DTS-HD vor; deutsche Untertitel lassen sich hinzuschalten. Das Bildformat macht für einen mehr als zwanzig Jahre alten Film eine gute Figur und besticht im 16:9-Format (2,35:1) mit meist butterweichen Bildern. Verunreinigungen können wir kaum entdecken. Das Action-Abenteuer bricht nach 108 Minuten zudem nicht so abrupt ab wie der Vorgänger, doch Bonusmaterial zur Entstehung des Films vermissen wir einmal mehr. Den direkten Vergleich zum Vorgänger gewinnt Armour of God II – Der starke Arm der Götter definitiv, doch fragen wir uns abschließend immer noch, was der Film mit der Rüstung Gottes eigentlich zu tun hat.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die Story wird stringent erzählt, die Action baut sich mit abwechslungsreichen Momenten stetig auf und auch ansonsten gibt der Film keinen Anlass zum Nachdenken, was man noch verbessern könnte. Mich wundert das übrigens nicht, denn Armour of God II – Der starke Arm der Götter avanciert sich 1991 mit einem Schlag zur bis dahin teuersten Hongkong-Kinoproduktion aller Zeiten. Jackie Chan, der ebenso Regie führt, hat sowohl das Budget, als auch den Produktionszeitraum um mehr als das Dreifache überschritten. Herausgekommen ist ein würdiger Nachfolger, der zwar inhaltlich bis auf eine Nebenfigur nichts mehr mit dem Vorgänger zu tun hat, aber in 108 Minuten so ziemlich alles besser macht. Eine spannende Verfolgungsjagd, temporeiche Martial-Arts-Szenen, weniger Stereotypen und trotzdem viele witzige Momente – und das durchgehend! Wer den ersten Serienteil mag, wird mit dem zweiten Film sehr viel zufriedener sein. Das Positive an der bisher fehlenden Verknüpfung der Filme ist aber, dass man sich Armour of God II – Der starke Arm der Götter ohne Vorwissen bedenkenlos anschauen kann. Der Film gehört definitiv zu den besseren Filmen mit Martial-Arts-Legende Jackie Chan!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Armour of God II – Der starke Arm der Götter!

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