Review: Btooom! – Vol. 2 (Episoden 4 – 6)

Btooom! - Vol. 2 (1)Von Geburt an stellt uns die Gesellschaft vor die Wahl, an einem großen sozialen Experiment teilzunehmen. Btooom! macht daraus keinen Hehl und stellt die Protagonisten in einem sehr viel kleineren sozialen Experiment vor sehr viel größere soziale Entscheidungen.

Btooom! - Vol. 2 (2)Ryōta Sakamoto hat es auf die Insel verschlagen. Dort macht er jedoch keinen Urlaub und mit Faullenzen und Bräunen in der Sonne ist ohnehin kein Blumentopf gewonnen. Unfreiwillig ist er auf diese Insel deportiert worden. Von wem und warum kann er nur mutmaßen, doch geizt die Handlung von Btooom! nicht mit Antworten. Nur sind diese Antworten sehr vage und so viele Aspekte liegen noch im Dunkeln. Nachdem sich Ryōta auf der Insel mit Kiyoshi Taira angefreundet hat, versuchen die beiden im Spiel um Leben und Tod sich nicht gegenseitig in den Rücken zu fallen und das Spiel anderweitig zu gewinnen. Blöd nur, dass die offiziellen Teilnahmeregeln besagen, dass man insgesamt acht Chips benötigt, von denen sich jeweils einer in der Hand eines Teilnehmers befindet. Diese lassen sich nur lösen, wenn der Besitzer des Chips sein Leben ausgehaucht hat. Um dies zu bewerkstelligen, erhält jeder Teilnehmer eine bestimmte Anzahl an Bomben, die geworfen werden müssen und auch unterschiedliche Funktionen haben. Während eine Bombensorte mit einem Countdown versehen ist, gehen andere Bomben bei Berührung in die Luft. Andere Bomben saugen sich an Oberflächen fest und implodieren kurz darauf. Rauchgranaten, dessen freigesetzter Nebel die Umgebung zum Verwelken bringt und menschliche Zellen zerstört, gehören ebenfalls zum Repertoire.

Das soziale Experiment

Btooom! - Vol. 2 (3)Auf der Insel könnte also hinter jeder Ecke der Tod lauern. Mit diesem muss sich Ryōta in den vorliegenden drei Episoden mehr als einmal konfrontiert sehen. Passend dazu wird ein weiterer Charakter eingeführt, der im ersten Manga ebenfalls auftritt. Kōsuke Kira ist ein Teenager, der wegen Mordes vor Gericht stand und jetzt mit seinem Anwalt Sōichi Natsume und seinem gewalttätigen Vater auf der Insel festsitzt. Sein Anwalt und er selbst sehen ihn mit der Zeit als psychisches Wrack, welches immer unberechenbarer wird. Dies gipfelt am Ende in einer Auseinandersetzung mit Ryōta. Er und Kōsuke sind beides Btooom!-Spieler, weshalb ein spannender Zweikampf entsteht. Weniger spannend, aber viel emotionaler ist die zweite Begegnung zwischen Ryōta und Himiko. Da diese in den ersten Episoden bereits fast zweimal vergewaltigt wurde, will sie mit Männern eigentlich nichts mehr zu tun haben und wehrt sich deshalb gegen den harmlos erscheinenden Ryōta. Zu guter Letzt werden Ryōta, Himiko und Herr Taira auch noch von großen Waranen angegriffen. Da Himiko bewusstlos ist und Herr Taira mit einem verstauchten Knöchel zu kämpfen hat, wird das soziale Experiment deutlich. Ob man bereit ist, sein eigenes Leben zu retten und das der anderen zu opfern, ist in Btooom! einmal mehr ein wichtiger und essentieller Konflikt, den Protagonist Ryōta lösen muss.

Flashbacks als Erzählmethode

Btooom! - Vol. 2 (4)Am Erzählstil hat sich nichts verändert. Nach wie vor orientiert sich das Animationsstudio Madhouse an der Manga-Vorlage. Das heißt, dass es auch im Anime ständige Rückblenden gibt, die das Leben der Charaktere vor den Vorfällen auf der Insel schildern. Es setzt sich mit der Zeit auch immer mehr das Puzzle zusammen, warum Ryōta, Himiko und Kiyoshi und alle anderen unfreiwilligen Teilnehmer überhaupt auf der Insel gelandet sind. Wie das jedoch mit dem anscheinend durchtriebenen Konzern Tyrannos Japan zusammenhängt, lässt der Anime noch im Dunkeln. Die Szenen des Animes, die im Schutz der Dunkelheit spielen, werden mit bedrohlichen Soundstücken unterlegt. Überhaupt kommt der Soundtrack in den Episoden vier bis sechs wesentlich besser zur Geltung als in den ersten drei Episoden. Das Bild in Full HD ist nach wie vor gut und auch der Einsatz von diversen Filtern gefällt uns sehr. Besonders der Effekt, der verwendet wird, wenn ein Flashback eingeleitet wird, beeindruckt immer wieder aufs Neue. Manchmal wünschen wir uns jedoch, dass man sich bei einigen Animationen mehr Mühe gegeben hätte. Das stört uns aber nur wenig, da die Handlung mit ernsten Themen wie Sozialkritik und Freitod beeindruckt und sehr oft sehr tiefsinnig wirkt. Die gut geschriebenen Dialoge sind daran nicht unschuldig, die einmal mehr auf ein erwachsenes Publikum abzielen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ich bin beeindruckt, mit welcher Bravour die Episoden der zweiten Volume die Handlung fortsetzt. Einen Teil davon kenne ich noch aus dem ersten Manga, doch da ich diesen vorerst nicht weiter verfolgen kann, komme ich bei der weiteren Handlung weitaus mehr auf meine Kosten. Spannende Wendungen, ein wie schon in Lost gesehener gelungener Erzählstil, tiefgründige Themen wie Freitod, Vergewaltigungen, Mord und Sozialkritik machen Btooom! in meinen Augen zu einem sehenswerten Anime, den man sich unbedingt einmal angeschaut haben sollte. Das Konzept mag zwar nicht unbedingt taufrisch sein, doch fasziniert es im Zusammenspiel mit der ausgeklügelten Handlung gut. Jüngere Zuschauer werden es aber vielleicht schwer haben, den tieferen Sinn des Anime gänzlich zu verstehen, weshalb ich an dieser Stelle unbedingt betonen möchte, dass vor allem erwachsene Zuschauer ihre Freude mit Btooom! haben werden. Ich habe diese jedenfalls und kann die weiteren Episoden kaum mehr erwarten.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Btooom! – Vol. 2 (Episoden 4 – 6)!

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