Review: ArmA III

ArmA III (1)Ein Sprichwort besagt, dass manche Sachen lieber zu spät als nie eintreffen sollten. ArmA III aus dem Haus Bohemia Interactive fällt genau in diese Sparte. Grund warum der Titel an Beliebtheit gewinnt, sind wohl die vielen kostenlosen Modifikationen für das Hauptspiel.

ArmA III (2)Mit etwas Verzögerung hat es die berühmte Militärsimulation des tschechischen Entwicklers endlich auch in unsere Redaktion geschafft. Jedoch hat es auch ein gutes halbes Jahr gedauert, bis ArmA III wirklich ein fertiges Produkt war. Im September 2013 wurde der Titel ohne eine wirkliche Einzelspielerkampagne veröffentlicht. Einen Monat später folgte dann der erste Akt, namentlich Survive. Anfang dieses Jahres folgte der zweite Abschnitt des Einzelspielermodus unter dem Namen Adapt. Mit Win hat die Trilogie dann ihr Ende gefunden. In ArmA III steht das Jahr 2035 auf der Insel Altis unter keinem guten Stern. Es herrscht ein neuer Bürgerkrieg, nachdem ein bewaffneter Konflikt mit der separationswilligen Nachbarinsel Stratis kaum fünf Jahre her ist. In diesem Konflikt wurden bereits North-Atlantic-Treaty-Organization-Truppen entsandt, welche den Frieden wahren sollen. Nun ist die Führungsetage der Meinung, dass die Fortsetzung der Friedensmission überflüssig sei und ein Abzug der Einheiten befehligt wird. Mit dem Abzug der Truppen entfacht der Konflikt neu und die Region befindet sich abermals in Kämpfen um das Territorium des Landes. Wir schlüpfen dabei in die Rolle des Corporal Ben Kerry und gehören zu den letzten Truppen der NATO auf Altis, welche gerade die Koffer packen, doch werden wir unerwartet angegriffen und müssen uns mit allen Mitteln verteidigen.

Drei Kampagnen

ArmA III (3)Die Kampagne gliedert sich in drei Teile. Nach dem überraschendem Angriff beginnt für uns die erste Kampagne mit dem Sammeln der verbliebenen NATO-Einheiten, doch die NATO-Truppen sind über die Insel verstreut und Gerätschaften weitestgehend schon abtransportiert. Es bleiben uns nur wenige Handfeuerwaffen, um unseren Weg über die Insel zu bewältigen. Dabei überfallen wir als eine Art Guerillatruppe feindliche Kommunikationseinrichtungen, schalten hochrangige Offiziere aus und müssen uns gegen allerlei Soldaten verteidigen. Wir schließen uns sogar dem einheimischen Widerstand an, um unsere Kräfte zu bündeln. Der zweite Spielabschnitt beschäftigt sich in Folge damit, dass wir mit dem Widerstand gewisse Missionen erfüllen, die hauptsächlich darin bestehen, Offiziere auszuschalten und Stützpunkte einzunehmen. Erst die dritte und damit letzte Kampagne eröffnet uns wieder etwas größere Schlachten. Infanterie, Panzer- und Luftstreitkräfte lassen grüßen. Allerdings müssen wir dabei bemängeln, dass wir weiterhin überwiegend zu Fuß unterwegs sind und nur selten Vehikel benutzen dürfen. Kooperativ mit Mitspielern dürfen wir ebenfalls nicht spielen. Da boten uns die älteren Teile größere Freiheiten. Die Spielzeit des letzten Zusatzinhalts bietet gerade einmal nur sechs Stunden. Das ist im Vergleich zu den vorherigen Inhalten sehr dünn.

Modifikationen als Wunderwaffe

ArmA III (4)Viele verschiedene Modifikationen halten die Community stets auf Trab und sorgen für viel Abwechslung. Die wohl beliebteste ist Ende Juni 2014 Altis Life, in der das alltägliche Leben simuliert werden soll. So haben wir die Wahl, ob wir als Polizist oder als Bürger im Spiel starten möchten und dementsprechend sind auch unsere Aufgaben zugeteilt. Als Bürger agieren wir frei, können Obst pflücken und verkaufen, bekommen einen Stundenlohn und können von diesem dann Fahrlizenzen, Autos oder sogar Waffen kaufen. Mit Waffen können wir dann auf die kriminelle Bahn geraten und andere Spieler überfallen, mit Obst beladene Trucks klauen oder sogar Drogen herstellen und verkaufen. Als Polizist gilt es dann, die Straftäter zu finden und diese festzunehmen, um den Frieden auf Altis zu wahren. Eigentlich ein ganz einfaches System, welches hervorragend funktioniert – vor allem da die Server wie Rollenspielserver aufgebaut sind und die Spieler ebenso handeln, sich geschickte Ausreden ausdenken, wenn sie verhaftet werden, und untereinander über alles mögliche kommunizieren. Des Weiteren gibt es viele andere Modifikationen, wovon die meisten wiederum DayZ ähneln wollen, welches ja mittlerweile als Stand-alone-Version gekauft werden kann. Das Thema Zombies wirkt dabei allerdings ausgelutscht und somit sind die Server hier eher leer als voll.

Muskelkraft unter der Haube

ArmA III (5)Das Besondere an der ArmA-Reihe war immer die Weitsicht, welche die Serie bot. Selbst mit dem neuen Teil der Serie bekommen wir erstaunliche Grafikeffekte geboten, die unserer PC-Hardware natürlich fleißig Leistung entlocken. Das Panorama ist nämlich wirklich herrlich und die Weitsicht scheint grenzenlos zu sein. So können wir aus mehreren Kilometern noch Bäume erkennen und minimale Bewegungen auf den Straßen. Dementsprechend ist die Kampfweite von zwei- bis fünfhundert Metern mit Sturmgewehren normal, was in kaum einem anderen Taktik-Shooter denkbar wäre. Wer aber eine solche Weitsicht genießen und Bäume sowie Büsche aus mehreren Kilometern Entfernung sehen will, muss einen High-End-PC besitzen, doch auch dieser wird mit Einbrüchen in der Bildwiederholungsrate zu kämpfen haben. Abstriche müssen wohl oder über gemacht werden, doch wird man auch auf mittleren Einstellungen mit einer Grafik belohnt, die kaum ein Spiel an den Tag legt. Leider ist das Spiel auch heute noch von einigen Bugs geplagt. Die Entwickler versprechen jedoch, dass sie auch weiterhin darum bemüht sind, diese auszumerzen. Wir wünschen uns jedoch neben den versprochenen Bugfixes vernünftige Coop-Missionen und am liebsten auch eine Multiplayer-Kampagne und genau dann wären wir mit dem Spiel auch wirklich rundum zufrieden!

Geschrieben von Axel Gutsmiedl

Axels Fazit: ArmA III ist serientypisch und bietet mir alles in verbesserter Form, was ich von vorherigen Serienteilen kenne: Eine wunderbare Weitsicht, ein schwer zu erlernendes, aber hoch realistisches Setting (inklusive Steuerung) und spannende Kämpfe, in denen ich auf mein virtuelles Leben achtgebe. Gerade der Grad an Realismus macht das Spiel spannend und somit halte ich große Distanzen und Deckung, um gegen Feinde vorzugehen. Dies macht allerdings auch das Treffen der Gegner schwieriger und somit gehe ich mit meiner Munition auch sorgfältig um und schieße ausschließlich nur im Einzelschuss. Leider stört die gewaltige Hardwareleistung genauso wie die künstliche Intelligenz, welche aber auch in den vorherigen Spielen nie zu begeistern wusste. Am meisten Spaß machen jedoch die unterschiedlichen Modifikationen, die erst ein wahres Rollenspiel-Feeling erschaffen können. Hier geht es nicht mehr stumpf um das Militär, sondern schickt mich in allerlei Welten, welche mich auf ihre eigene Art und Weise zu faszinieren wissen. Gerade Altis Life ist mit guter Erinnerung in meinem Gedächtnis geblieben und wird sicherlich noch einige Male angespielt werden.

Vielen Dank an Peter Games für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von ArmA III!

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