Review: Godzilla kehrt zurück

Godzilla kehrt zurück (1)1954 begründet Regisseur Ishirō Honda das Kaijū-Filmgenre, als Godzilla – Das Original in die Kinos kommt. Aufgrund des überraschenden Erfolgs versucht Regisseur Motoyoshi Odaman nur ein halbes Jahr später eine direkte Fortsetzung auf die Leinwand zu bannen.

Godzilla kehrt zurück (2)Dass eine Fortsetzung nur ein halbes Jahr später in die Kinos kommt, ist heutzutage einfach nicht möglich. Zu hoch sind die Kosten bei der Produktion eines Films und zu hoch ist das Risiko Ideen nicht gut genug umsetzen zu können. Im April 1955 denkt Odaman jedoch nicht daran und bringt mit Godzilla kehrt zurück die direkte Fortsetzung des ersten Films mit der Riesenechse in die Kinos. An der eigentlichen Intention des Monsters hat sich nichts geändert. Gojira, wie das Monster eigentlich heißt, ist nach wie vor Kritik an Atomkraft. Zwar werden die Ereignisse, sprich die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki im Jahr 1945 und auch das Schiffsunglück der Daigo Fukuryū Maru 1954, nicht thematisiert, doch wird in einer Szene darauf hingewiesen, was zum Auftauchen des Monsters geführt hat: Atomtests. Die Handlung des zweiten Films setzt damit ein, dass der Pilot Kobayashi auf der Insel Iwato vor der Küste Japans notlanden muss. Als der Pilot Tsukioka zur Hilfe eilt und Kobayashi verarztet, machen die beiden eine überraschende Entdeckung. Als der Boden bebt, bemerken die beiden, dass hinter den Bergen zwei gigantische Monster miteinander kämpfen. Sofort ist ihnen klar, dass es sich bei einem der beiden Monster um Gojira handelt; obwohl dieser am Ende des letzten Teils bekanntermaßen durch den Oxygen-Zerstörer vernichtet wurde.

Gojira gegen Anguirus

Godzilla kehrt zurück (3)Bei ihrer Rückkehr nach Ōsaka berichten sie den Behörden von dem Zwischenfall auf Iwato. Dr. Yamane, der ebenfalls schon im ersten Teil zu Rate gezogen wurde, stellt sofort klar, dass es sich hierbei nicht um den besiegten Gojira handelt, sondern um ein neues Monster seiner Art. Dass andere Monster wird als Ankylosaurus identifiziert, jedoch fortan Anguirus genannt. Diese Kreaturen nehmen jedoch monströse Ausmaße an, so dass sich Japan nur ein Jahr nach der Zerstörung von Tōkyō mit einer weitaus größeren Bedrohung konfrontiert sehen muss. Das Militär ermittelt fortan die Standorte beider Monster und kommt zum Schluss, dass sich beide Wesen auf Ōsaka zu bewegen. Dr. Yamane stellt klar, dass jegliche Waffen machtlos gegen beide Wesen sind und der Oxygen-Zerstörer nicht mehr eingesetzt werden könne, da das Wissen über dieses Mittel mit Dr. Serizawa gestorben sei. Ōsaka wird dennoch verteidigt, in dem man Gojira mit Leuchtraketen von der Stadt ablenken will. Als jedoch während eines Gefangentransports Sträflinge entfliehen und durch einen Unfall ein Fabrikgelände in Ōsaka in Brand gesetzt wird, wird Gojira von den Raketen abgelenkt und lässt anschließend seine Wut an der Stadt aus. Anguirus folgt dem Monster aus dem Meer. Es folgt ein Kampf, der nur einen Gewinner haben kann, aber Ōsaka definitiv in ein Trümmerfeld verwandeln wird.

Godzilla, Gojira und Gigantis

Godzilla kehrt zurück (4)Damit ist die Handlung jedoch nicht abgeschlossen und es folgt der Showdown fernab des japanischen Handelszentrums im Norden Japans. Die Geschichte um die beiden Piloten wird nach Hokkaidō verlegt, wo eines der Monster mit den Tücken eisiger Temperaturen kämpft. Obwohl der Kampf gegen Gojira in Godzilla kehrt zurück verstärkt aufgegriffen wird, bleibt es dabei natürlich nicht. Neben einer Liebesgeschichte wird diesmal auch das Rachemotiv aufgegriffen, welches in der japanischen Geschichte durch den insbesondere von Inazō Nitobe geprägten Begriff Bushidō erklärt wird. Die Handlung hat durchaus Potential, welches aber nicht genutzt werden kann. Der Film kommt selbst 1955 zu früh und erreicht deshalb nicht die Qualität des Vorgängers. Trotzdem befindet sich der Film technisch auf einem ähnlich hohen Niveau wie der Vorgängerfilm. Der Kampf zwischen Gojira und Anguirus wirkt spannend und die Zerstörung von Ōsaka ist ein Genuss für Fans alter Modellstädte. Leider kann der Soundtrack des Films da nicht mithalten. Er versteckt sich zu oft im Hintergrund, anstatt die Atmosphäre zu untermauern. Wer nichts vom legendären Monster verpassen will, schlägt bei Godzilla kehrt zurück abermals zu, da es sich hierbei tatsächlich um die japanische Fassung handelt und Gojira nicht wie in der amerikanischen Ausgabe in Gigantis umbenannt wurde.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Heutzutage würde es sich kein Regisseur trauen, einen Nachfolger in so kurzer Zeit nach einem erfolgreichen Film zu drehen. Zeitlich ist das bei aufwendigen Produktionen heutzutage zudem auch gar nicht mehr möglich. Auch 1955 hat sich Odaman beeilen müssen, um noch auf der Erfolgswelle von Godzilla – Das Original mitschwimmen zu können. Gelungen ist ihm das nur bedingt. Godzilla kehrt zurück ist zwar kein schlechter Film, kommt aber nicht an Gojiras Debüt heran. Die Handlung wird sinnvoll fortgeführt, ein neues Monster eingeführt und wichtige Themen und Charaktere ins Universum eingeleitet. Unterm Strich ist das jedoch zu wenig, da die eigentliche Intention des Monsters nicht deutlich gemacht, wenn auch kurz erläutert wird. So bleibt unterm Strich in meinen Augen immer noch ein guter Monsterfilm, der sich jedoch in erster Linie nur an die Kenner des Vorgängers richtet, welche die Geschehnisse weiterverfolgen wollen – und in Anbetracht des spannenden Kampfes zwischen Gojira und Anguirus ist Godzilla kehrt zurück als Fortsetzung genau der richtige Film!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Godzilla kehrt zurück!

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