Review: Can you hear me?

Can you hear meHeutzutage gehört es fast schon zur Normalität jedes Grundschülers, mindestens ein Smartphone zu besitzen. Obwohl diese Geräte kaum den Ersatz für echte soziale Kontakte bieten können, ist man unter Jugendlichen nicht selten weniger angesehen, falls man selbst noch keines dieser technologischen Wunderwerke besitzt. Davon kann Ryou Aihara ein Lied singen. Nichts wünscht sich die Schülerin mehr, als auch Besitzerin ihres eigenen Handys zu werden. Neidisch blickt sie zu ihren Mitschülern auf, die wohl allesamt – ohne sie – miteinander vernetzt sind. Im Kopf mahlt sie sich schon ihr idealisiertes Mobilgerät aus. Das treibt Ryou soweit, bis sie schon meint, eines in ihren Vorstellungen bewusst bedienen zu können. Die erstmalige Einbildung macht sich aber selbstständig und jagt ihr einen gehörigen Schrecken ein, als ihr Kopftelefon das Klingeln anfängt und eine Verbindung zum Jungen Shinya aufbaut. Er scheint gelassen, schließlich benutze er diese Kommunikationsmöglichkeit regelmäßig.

Telefon-Beziehung

Natürlich kann es Ryou erst mal nicht glauben und schreibt die Ereignisse als Hirngespinste ab. Mit der Zeit kommt sie auf diese Weise aber auch mit anderen Personen in Kontakt, was sogar unabhängig von der Zeit in die nahe Zukunft funktioniert. Im Endeffekt war sie dann doch sogar froh, schließlich hatte sie nun genau das Gleiche wie die anderen, nur in besserer Form. Zwischen Shinya und Ryou baut sich mit der Zeit eine – verständliche – spezielle Beziehung auf und schließlich war es nur noch eine Frage der Zeit, bis sie sich einmal treffen würden. Unerwarteterweise entblößt der Manga ab da seine finsteren Seiten und die Geschehnisse werden von unheilvollen Ereignissen überschattet. Das war im Grunde nur eine Frage der Zeit, immerhin stammt der Manga aus der Feder von Hirotaka Adachi – besser bekannt unter seinem Künstlernamen Otsuichi. Can you hear me? ist eine umfangreichere Neuauflage seiner Kurzgeschichte Calling You und ein Beispiel für seinen Hang zu leicht übernatürliche Horror-Storys.

Geschrieben von Jonas Maier

Jonas‘ Fazit (basierend auf der dritten Auflage): Can you hear me? beginnt als ein durchschnittlicher Auszug des japanischen Schullebens, verirrt sich dann aber doch in Genres weitab von Slice of Live und Romantik. Nicht wirklich hätte ich erwartet, in welche Richtung dieser Manga sich entwickeln könnte. Daneben befasst er sich auch mit den Problemen heutiger internetgeprägter Schüler, die so eins zu eins auf unserer Realität übertragen werden könnten. Sehr gelungen fand ich auch den Epilog, in dem sich Otsuichi mit ein paar Zeilen zu Wort meldet und einige interessante Dinge über sich und seinen Manga verrät. Ich bin mir jetzt schon sicher, dass dies nicht das letzte Werk gewesen ist, welches ich von ihm genossen habe. Dazu sind seine Geschichten doch zu interessant.

Vielen Dank an Egmont Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Can you hear me?!

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