Review: Meister aller Klassen II

Meister aller Klassen II (1)Während Meister aller Klassen im Jahr 1980 die Kinos erobert, wurde Meister aller Klassen II bereits zwei Jahre zuvor gedreht. Der Grund dafür ist einfach: Beide Filme tragen im Original unterschiedliche Titel, die hierzulande willkürlich in eine Trilogie gepresst werden.

Meister aller Klassen II (2)Inhaltlich haben die beiden Filme somit nichts gemeinsam. Während Meister aller Klassen die Geschichte zweier Kampfsportler und ihren unterschiedlichen Werdegang erzählt, versetzt der zweite Teil den Zuschauer in einen Shàolín-Tempel. Hier verbringt Lung seine Zeit, der zwar unter Shàolín-Mönchen lebt, jedoch eine andere Mentalität an den Tag legt. Trotzdem ist sein Lebensinhalt die Kampfkunst, die er zu perfektionieren versucht. Eines Tages wird jedoch das Buch der sieben Fäuste aus dem Shàolín-Tempel gestohlen. Während fünf Mönche gar nichts gegen den Übeltäter ausrichten können, schläft Lung am Eingang der Bibliothek einfach ein. Der Abt des Ordens nimmt die Schuld auf sich und lässt sich für einhundert Tage unter dem Tempel in den Katakomben einsperren. Die fünf Mönche und Lung werden dazu verdonnert, drei Tage lang zu fasten. Der Ärger nimmt jedoch nicht ab, da Lung stattdessen lieber in der Natur Kleintiere fängt und sie zu einem Eintopf verarbeitet. Obwohl die anderen Mönche von der seltsamen Suppe ebenfalls kosten, wird nur er zu einer Strafarbeit verordnet. Er fühlt sich ungerecht behandelt und muss mit einem riesigen Pinsel Schreibarbeiten verrichten. Während das Leben im Shàolín-Tempel wieder seinen gewohnten Lauf nimmt, erlangt der Dieb des Buchs unermessliche Kräfte und beginnt seinen Feldzug durchs Land, um Stärke zu zeigen.

Training mit Geistern

Meister aller Klassen II (3)Die Technik der sieben Fäuste lässt sich nur mit einer einzigen Kampftechnik besiegen. Dabei handelt es sich um die Technik der fünf Fäuste, welche jedoch seit langer Zeit verschollen ist. In einer weiteren Nacht donnert ein Komet in den Tempel, welcher dafür sorgt, dass dubiose Geister in der Bibliothek herumspuken. Der furchtlose Lung widersetzt sich den Geistern und überlistet sie. Nach einigen Scherereien im Tempel, führen die fünf Geister Lung zum Buch der fünf Fäuste. Von den Geistern verlangt er, dass sie ihn in den Techniken des Drachens, der Schlange, des Kranichs, des Tigers und des Leoparden unterrichten sollen. Noch ahnt Lung jedoch nicht, dass sich jemand des Buchs der sieben Fäuste bemächtigt. Erst als ein Kampfkunstlehrer mit seiner Tochter im Tempel erscheint, wird dem Orden klar, dass sie es mit einem gefährlichen Kampfsportler zu tun haben, dessen oberstes Ziel ist, Ansehen zu erlangen. Als plötzlich jener Kampfkunstlehrer ermordet wird und der Verdacht auf einen Mönch im Tempel fällt, eskaliert die Situation. Flucht, Verfolgung und Hexenjagd stehen an der Tagesordnung. Als dann auch noch der Bösewicht in der besagten Kampfkunstschule auftaucht und das Siegel beansprucht, muss sich Lung mehreren Prüfungen unterziehen, die ihn nicht nur vordern, sondern auch für die finale Auseinandersetzung vorbereiten sollen.

Kuriositätenkabinett

Meister aller Klassen II (4)Meister aller Klassen II kann die Qualität des Vorgängers, sofern wir bei der Trilogie-Theorie bleiben, absolut nicht einfangen. Die Geschichte ist weitgehend in die Länge gezogen und die komischen Szenen beziehungsweise das, was man hier als Humor verkauft, ist in den meisten Fällen nicht lustig. Beispielsweise gibt es eine Szene, in der Lung (gespielt von Jackie Chan) versucht, die Geister aus ihrem Versteck zu locken, indem er auf sie uriniert. Außerdem sind die Kostüme der Geister alles andere als gut. Sie wirken viel zu künstlich und ein Großteil der Spezialeffekte ziehen viele Szenen ins Lächerliche. Beispielsweise ist der Komet einfach nur die Lunte eines Feuerwerkskörpers, der vor einem schwarzen Bild nicht mal annähernd als ein Komet identifiziert werden kann. Immerhin kann der Film mit zwei grandiosen Kampfszenen am Ende die Qualität zumindest noch ein klein wenig heraufschrauben. Ebenfalls gefällt uns, wie der Film die Geschehnisse auflöst (selbst wenn die Lösung ein klein wenig unlogisch ist). Das Bild in 1080p geht für einen Film des Jahres 1978 halbwegs in Ordnung, für die Blu-ray hätten wir jedoch mehr erwartet. Die Synchronisation kann nur in seltenen Fällen mit Humor punkten. Wir empfehlen hier also klar den kantonesischen Originalton. Nach 99 Minuten ist der Spuk vorbei und dann sind wir auch froh, dass man uns hier mit Bonusmaterial verschont.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ich finde es schade, wie man damals den einen oder anderen Film in eine Reihe gepresst hat, obwohl diese gar nichts miteinander zu tun haben. So habe ich mich bei Meister aller Klassen II auf eine Fortsetzung, oder zumindest auf eine inhaltliche Orientierung am Vorgänger, gefreut. Leider wurde ich hier enttäuscht. Dass Geschichte und Schauplatz nichts mehr mit Meister aller Klassen zu tun haben, kann ich noch absolut nachvollziehen. Doch erwarte ich ein wenig mehr, als das was hier abgeliefert wird. Das fängt schon mit manchen Kostümen an, denn die Kostüme der Geister wirken viel zu künstlich; ich kann sie beim besten Willen als solche Erscheinungen nicht ernst nehmen. Da hilft auch der zeitweise gute Effekt, der die Geister als halbdurchsichtige Erscheinung einblendet, beim besten Willen nicht mehr viel. Ebenso ulkig ist der Komet, der mit der Lunte eines Feuerwerkskörpers charakterisiert wird. Das ist bereits 1978 eine antiquierte Technik. Leider ist der Humor in Meister aller Klassen II auch nicht besonders gut. Viele Sprüche wirken deplatziert und auch Aktionen wie das Fangen von Kleintieren oder das Urinieren in einer Ecke sind in diesem Zusammenhang einfach nicht spaßig. Meister aller Klassen II kann man sich meiner Meinung nach getrost schenken. Man verpasst absolut nichts, wenn man den Film nicht gesehen hat. Bis auf einige der Martial-Arts-Einlagen wird man bitter enttäuscht!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Meister aller Klassen!

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