Review: Liar Game (Band 7)

Liar Game (Band 7)Nao und Akiyama haben zwar die letzte Runde um Lug und Trug verloren, aber nur, um ihren Verbündeten solidarisch beizustehen. Es gewinnen zwar immer nur diejenigen, deren taktische Herangehensweise am dreistesten ist, aber genau solche Leute brauchen besonders dann mehr denn je Mitstreiter, auf die sie sich wirklich bedingungslos verlassen können. Da kommt doch die Revival-Runde für Verlierer – eine erneute Möglichkeit sich im Liar Game zu rehabilitieren und dicke Kohle zu machen – genau richtig, schließlich sind hier die Fronten klar aufgestellt. Dieser Band wird sozusagen zu einem neuen Kapitel des Liar Games gezählt. Unsere beiden Helden sind zusammen mit der durchtriebenen Fukunaga in einem Team und können sich vollständig auf die Runde konzentrieren – ohne dass ihnen jemand in den Rücken fallen könnte. Die Liar-Game-Verwaltung beweist einmal mehr Kreativität und hat sich auch diese Runde wieder etwas Lustiges einfallen lassen, um ihre Teilnehmer bei Laune zu halten – unter anderem steht dabei das selbstmörderische Gesellschaftsspiel Russisches Roulette im Mittelpunkt.

It’s no rocket science

Mord gehört allerdings nicht zur feinen Art der Organisatoren, um den finanziellen Tod wird aber weiterhin gespielt. Nach den bizarr komplizierten Spielmechaniken aus den letzten drei Bänden tut es endlich wieder einmal gut, eine überschaubare Runde mit begrenzten Rahmenbedingungen und Figuren miterleben zu dürfen. Natürlich wäre es kein Werk von Shinobu Kaitani, wenn er unsere grauen Zellen ausnahmsweise einmal nicht strapazieren würde, die Differenz ist aber eindeutig bemerkbar und sorgt für ein Gefühl der Frische. Die elementaren Bestandteile von Liar Game blieben selbstverständlich erhalten und der Leser darf sich wieder zusammen mit den Charakteren die Köpfe zerbrechen, bis der richtige Lösungsansatz für diverse Probleme gefunden wird. Dies ist meist schwerer, als dann auf die Lösung selbst zu kommen. Der Manga bestätigt wieder, dass nun mal solche Spielsysteme den natürlichen Gegebenheiten, also den analytischen Wissenschaften, zugrunde liegen. Egal ob aus der Mechanik, Logik oder Statistik, deren Gesetze bleiben unangreifbar, egal ob es den Charakteren gefällt oder nicht. Genau das macht sich Akiyama wider zunutze.

Geschrieben von Jonas Maier

Jonas‘ Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Der Mystery-Krimi legt auch in seinem ersten Band des neuen Kapitels die Messlatte in Sachen Spannung und Unterhaltung sehr hoch und behält dabei noch die mehr oder weniger oberflächlichen moralischen Weisheiten bei. Erneut ist es lustig zu sehen, wie der Leser sich vom Autor vorführen lässt und jedes Mal aufs Neue überrascht wird, wenn Akiyama mit seinen Erklärungen loslegt. Die Hintergründe sind nämlich oft einfacher als anfangs gedacht und dennoch so gut wie nie bei den Haaren herbeigezogen. Kaitani gehen die Ideen anscheinend nie aus und einen Qualitätsunterschied zu vorhergegangenen Geschichten ist nicht zu bemerken. Liar Game ist dabei ein Paradebeispiel, wovon auch noch andere Schreiberlinge einiges lernen können.

Vielen Dank an Egmont Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Liar Game (Band 7)!

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