Review: Mega Man VI

Mega Man VI (1)Nachdem bisherige Mega-Man-Spiele in Europa erschienen sind, muss man sich beim 1993 in Japan veröffentlichten Mega Man VI ganze zwei Dekaden gedulden. 2014 erscheint der Titel hierzulande endlich für die Virtual Console der Wii U und treibt uns erneut in den Wahnsinn.

Mega Man VI (2)Mega Man VI führt die Geschichte der Vorgänger fort. Es kommt zum ersten alljährlichen Wettstreit zwischen Robotern. Der pazifistische Dr. Light hält solch einen Wettstreit jedoch für falsch und bangt um den Weltfrieden. Aus keinem anderen Grund entsendet er seinen Schützling Mega Man, der das Turnier beaufsichtigen soll. Dr. Light sollte Recht mit seiner Vermutung haben, denn plötzlich gibt sich ein fehlgeleiteter Wissenschaftler namens Mr. X zu erkennen. Dieser prahlt damit, dass er die Roboter allesamt umfunktioniert habe und er nun die Weltherrschaft an sich reißen will. Zum Glück ist Mega Man zur Stelle, den wir bei seiner Aufgabe, die acht gegnerischen Roboter zu besiegen, tatkräftig zur Seite stehen. Mega Mans Reise führt ihn rund um den fiktiven Globus zu acht verschiedenen Schauplätzen der Erde. Dort trifft er diesmal auf Blizzard Man, Centaur Man, Flame Man, Knight Man, Plant Man, Tomahawk Man, Wind Man und Yamato Man. Bereits an den Namen der Roboter ist wie in den Vorgängern zu erkennen, in welchem Setting sich die Feinde bewegen und über welche Fähigkeiten sie verfügen. Während Blizzard Man also in schneebedeckten Bergen haust, hat sich Tomahawk Man in einem uramerikanischen Gebiet niedergelassen, Knight Man versteckt sich in einer Burg und Yamato Man genießt den Blick auf den Berg Fuji im schönen Japan.

Selbstmordabenteuer

Mega Man VI (3)Jeder der acht feindlichen Roboter verfügt über Spezialtechniken, die zunächst durchschaut werden müssen. Bis wir jedoch überhaupt erst einmal in den Ring mit solch einem Feind treten dürfen, gibt es unzählige Gefahren und Fallen zu überstehen. Wie die fünf Vorgänger ist nämlich auch Mega Man VI kein Zuckerschlecken. Betrachtet man sich die sehr bunten Screenshots, bemerkt ein Laie sicherlich nicht, welcher Schwierigkeitsgrad in Mega Man VI steckt. Die ersten Schritte in jedem Level mögen vielleicht einfach sein, doch sobald man auf den nächsten Bildschirm gelangt, entfaltet sich schon das wahre Gesicht des Spiels. Gegner, die mit Lasersalven auf einen schießen und neu auftauchen, sobald wir das Gebiet auch nur um ein paar Meter verlassen haben, sind da nur der Anfang. Zudem möchten Plattformen mittels Sprüngen gut abgestimmt werden. Fallen wir nämlich in ein Loch oder berühren die gefürchteten Stacheln, verlieren wir unmittelbar einen Versuch. Diese sind erneut sehr, sehr wertvoll, da 1-ups und selbst Energiekugeln zum Auffüllen der Energieleiste rar gesät sind. Man entdeckt zwar ständig Power-ups am Wegesrand, doch um an diese zu gelangen, ist der Einsatz einer bestimmten Waffe unumgänglich. Diese erhalten wir nach dem Mega-Man-Prinzip jedoch nur, wenn wir aus einem Gefecht mit einem der Roboter siegreich hervorgehen.

Die Suche nach der besten Route

Mega Man VI (4)Es wird wohl kaum einen Spieler geben, der nicht zuerst alle Stages versucht bis zum Ende durchzuhalten und dann entscheidet, in welcher Reihenfolge er die diversen Roboter angeht. Das System funktioniert 1993 wie heute und motiviert uns, die Techniken der Gegner und die Level-Architektur auswendig zu lernen. Mit der Zeit erkennen wie selbst Schwachstellen von gewöhnlichen Gegnern und erinnern uns an abgetrennte Bereiche, die wir nur mit einer der verschiedenen Waffen erreichen können, um so eine nahezu perfekte Route durch das Spiel zu finden. Mega Man VI ist zunächst nach wie vor kein Spiel, welches man kurz einlegen und Erfolge feiern kann. Der Titel entfaltet erst mit mehreren Spielstarts sein volles Potential. Ärgerlich ist es 1993 dann jedoch schon, dass der Titel über keinen batteriegeschützten Speicherstand verfügt. Sollten wir das Spiel in der Urversion spielen, ist das Aufschreiben von Gitternetzpasswörtern unumgänglich. In der Download-Variante für die Wii U können ungeübte Spieler jedoch tricksen und sich den Spielstand separat notieren. Mega Man VI bleibt uns jedoch vor allem deshalb in Erinnerung, weil es mit verrückten Ideen (Tanuki, die mit Spielbällen werfen) aufwartet und technisch seinerzeit gar mit diversen physikalischen Gesetzen spielt. Dazu gesellt sich der typische Grafikstil und ein toller Ohrwurmsoundtrack.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Virtual-Console-Fassung des Spiels): Die Mega-Man-Reihe ist definitiv nichts für schwache Nerven. Wer hier nach dem ersten Versuch bereits frustriert den Controller in die Ecke schmeißen will, hat mein vollstes Mitgefühl. Dennoch ist dies der falsche Weg, um mit diesem Spiel Spaß zu haben. Man muss es einfach immer und immer wieder versuchen, die Situation zu meistern. Eine Lektion, die von Videospielherstellern heutzutage viel zu wenig gelehrt wird. Bereits beim zweiten Versuch bemerkt man, dass man den letzten Checkpoint mit etwas mehr Energie erreicht hat. Man wird tatsächlich besser – man muss es nämlich einfach nur wollen und genau dann funktioniert Mega Man VI als Action-Titel mit einigen Jump-’n’-Run-Einlagen hervorragend. Dutzende Löcher, die zunächst ein unüberwindbares Hindernis darstellen, sind anschließend nur noch eine Lappalie. Ein Roboter, der einfach nicht kleinzukriegen ist, ist nur noch Altmetall, wenn man den Gegner aus einer anderen Perspektive beziehungsweise mit einer anderen Waffe betrachtet. Wer einen Klassiker erleben und spüren will, wie Videospiele damals funktionierten, kommt um Mega Man VI nicht herum!

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Downloadcodes von Mega Man VI!

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