Preview: Evolve

Evolve (1)Manche Spiele tauchen plötzlich auf einer Messe auf, doch nicht immer bekommt man von diesen Titeln überhaupt etwas mit. Evolve ist solch ein Spiel, welches wir uns erst auf der Gamescom in Ruhe anschauen konnten und sind nach dem Anspielen sehr zwiegespalten.

Evolve (2)Wir befinden uns irgendwo im Weltraum und nehmen Kurs auf einen monsterverseuchten Planeten. Die Aufgabe unseres vierköpfigen Teams ist klar – es gibt ein bestimmtes Monster, welches wir auf dem Planeten aufspüren, jagen und erlegen müssen. Was ein wenig nach der Monster-Hunter-Serie aus dem Hause Capcom klingt, ist in der Praxis jedoch ein gänzlich anderes Spiel. Als Schütze, Fallensteller, Sanitäter oder Unterstützter lassen wir uns auf den Planeten fallen. Als Fallensteller nehmen wir mit unserem monströsen Spürhund die Fährte auf, laufen dem Tier hinterher und sobald wir in der Nähe des Monsters sind, aktivieren wir unsere Falle. Wichtig dabei ist, dass auch die anderen Spieler in der Nähe sind, denn bei der Falle handelt sich nicht um eine Science-Fiction-Bärenfalle, sondern um eine Barriere, die ein ganzes Gebiet verschließt. Hier kommt weder das Monster noch jemand unseres Teams raus oder rein – es sei denn, wir deaktivieren die Falle. Während der Schütze das Monster aufs Korn nimmt, wird dieser vom Unterstützer in sofern unterstützt, dass der Schütze deutlich mehr Schaden am Monster verrichtet. Ist einer unserer Kameraden gefallen, hilft nur noch der Sanitäter, der tote beziehungsweise bewusstlose Helden wieder ins Leben zurückruft. Jede Partie funktioniert also nur durch äußerst präzise und auch koordinierte Zusammenarbeit.

Die Jäger und der Gejagte

Evolve (3)Das heißt auch, dass Evolve entsprechend auf einen Mehrspielermodus ausgelegt ist. Ob es im fertigen Spiel eine Singleplayer-Kampagne geben wird, wollte man uns während des Termins noch nicht mitteilen. Solch eine Kampagne stellen wir uns auch nur schwerlich vor, denn mit drei zusätzlichen Begleitern, die dazu nur von der künstlichen Intelligenz gesteuert werden, ist das Konzept von Evolve nahezu nicht machbar. Zudem sollte jeder Spielteilnehmer auch über ein Headset verfügen, damit Absprachen vorgenommen werden können und die Jagd nicht zu einer Tortur verkommt. Hier stellt sich jedoch die Frage, ob wir der Jäger oder der Gejagte sein wollen. Die Krux an Evolve ist nämlich, dass der Ego-Shooter sich zu einem Third-Person-Action-Spiel verwandelt, sobald wir die Rolle des fünften Spielers einnehmen. Anstatt nur Jagd auf die vierköpfige Gruppe zu nehmen, müssen wir nämlich unterwegs schwächere Monster besiegen und sie fressen. Dadurch erlangen wir immer mehr Kraft und bauen diese in drei Stufen auf. Je mächtiger wir sind, desto eher können wir uns den Jägern entledigen. Das Ziel als Monster ist es nämlich, dass wir die Gruppe voneinander trennen und sie einzeln ins virtuelle Jenseits schicken. Je geschickter wir uns dabei anstellen, desto eher ist uns auch der Erfolg sicher. Bisher spielen sich beide Seiten übrigens sehr ausgeglichen. Ein gutes Omen!

Ermüdende Partien

Evolve (4)Auf der technischen Seite besticht Evolve bisher mit einer hübschen grafischen Oberfläche. Die Texturen wirken knackig und überall gibt es kleine Details, die wesentlich zur Jagd auf das Monster beitragen. Beispielsweise werden Vögel aufgescheucht, wenn ein Monster sich diesen nähert und Fußspuren werden markiert, damit wir die Verfolgung besser aufnehmen können. Den Soundtrack konnten wir während der Präsentation noch nicht genießen, da uns ständig ein Entwickler im Nacken saß, der uns Informationen zum Spiel eintrichterte. Nach drei Evolve-Partien fragen wir uns jedoch, ob dies das vollständige Spiel ist. Nahezu jede Partie spielt sich nämlich gleich – das Monster wird gejagt. Sekundäre Ziele haben wir nicht bemerkt und auch die Charakterauswahl zwischen gerade einmal vier Klassen ist uns für den Moment noch zu wenig. Außerdem würden wir uns darüber freuen, wenn wir unser Team facettenreich gestalten können oder gar Jagdgesellschaften bilden dürften, mit denen wir dann Jagd auf gleich mehrere Monster machen dürfen. All dies sind Elemente, die Evolve in der fertigen Fassung sicherlich wesentlich spannender machen würden. Zum Vollpreis sollte 2K Games Evolve nicht in den Laden stellen – dafür bietet der Titel noch zu wenige Inhalte. Werden die bis 2015 nachgereicht, könnte 2K Games mit Evolve ordentlich zur Jagd blasen!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Prognose (basierend auf der PC-Fassung und der Gamescom-Präsentation): Hier wartet wohl oder übel ein Spiel auf uns, welches man im nächsten Jahr unbedingt einmal für ein, zwei Stunden ausprobieren sollte. Evolve besticht nämlich mit einem recht interessanten Konzept. Entweder spielt man den Jäger oder den Gejagten, um quasi früher oder später die Jäger zu den Gejagten zu machen. Das Spielprinzip fühlt sich frisch an und besticht mit der einen oder anderen netten Idee. Man kann im Moment schwer sagen, in welche Richtung sich Evolve entwickeln wird. Auf der einen Seite wird der Titel im Mehrspielermodus online eine Menge Spaß machen, doch auf der anderen Seite würde ich eine Singleplayer-Kampagne sehr vermissen – schließlich möchte ich vom Spiel auch noch etwas haben, wenn die Server früher oder später abgeschaltet werden. Es ist meiner Meinung nach jedoch wichtig, dass man bei den Turtle Rock Studios sich nicht auf das aktuelle Gerüst verlässt und dieses bis zum Release im nächsten Jahr noch ausbaut. Vier Klassen sind eindeutig zu wenig, denn so wird jede Jagd der anderen gleichen und das macht auf Dauer auch den härtesten Monsterjäger nicht froh! In Evolve steckt viel Potential, doch jetzt müssen Entwickler und Publisher nur noch beweisen, dieses auch noch zu nutzen – dann kann nämlich eigentlich kaum mehr etwas schiefgehen!

Vielen Dank an 2K Games für die freundliche Einladung zur Gamescom-Präsentation!

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