Review: Weapon Shop de Omasse

Weapon Shop de Omasse (1)Das Leben eines Helden ist hart. Das wissen wir unlängst aus großen Rollenspielserien wie Final Fantasy, Dragon Quest, Gothic oder The Elder Scrolls. Ohne einen kräftigen Schmied kann jedoch auch ein Held keine Erfolge feiern, wie Weapon Shop de Omasse beweist.

Weapon Shop de Omasse (2)Weapon Shop de Omasse ist Teil der Guild01-Reihe, einer Serie, deren Spiele zwar zu klein sind, um mit den großen Titeln der Videospiellandschaft zu konkurrieren, aber zu groß sind, um als Minispiele abgestempelt zu werden. Im vierten und letzten Teil der Reihe, der nun nach fast zwei Jahren auch hierzulande im Nintendo eShop auf dem 3DS erschienen ist, übernehmen wir die Rolle des Schmiedegehilfen Yuhan. In der Lehre von Meister Oyaji stehend, erlernen wir von Grund auf das Schmiedehandwerk und zwar genau dann, wenn im Laden der Schmiede der Ansturm der Kunden beginnt. Das Geschehen des Spiels spielt sich nahezu komplett in der Schmiede der eurasischen Rollenspielwelt ab. Unsere Aufgabe ist es, Kunden wie Friedel Schlintz, das Schwesterpaar Mei Lan und Mei Hong, dem Samurai Izou Nishinokawa und den französisch anmutenden Jean Jardeaux zufriedenstellend zu bedienen. Während wir das tun, entwickeln sich zwischen Yuhan, seinem Meister und seinen Kunden jeweils nette Dialoge, welche sozusagen die Handlung des Spiels einnehmen. Diese wird in Weapon Shop de Omasse weniger mit Spannung, sondern mit Humor vorangetrieben. Daran ist das immer wieder eingespielte Geklatsche, Auspfeifen und Gelächter des unsichtbaren Publikums nicht ganz unschuldig. Oft haben wir das Gefühl, in einer Sitcom gelandet zu sein.

Irasshaimase!

Weapon Shop de Omasse (3)Das eigentliche Spiel ist dabei nicht auf die teils ellenlangen Dialoge beschränkt, denn das eigentliche Geschehen spielt sich am Schmelzofen ab. Nachdem wir uns vorab ausgesucht haben, ob wir jetzt ein Kurzschwert, ein Katana, eine Axt oder einen Speer schmieden wollen, wird uns ein glühendheißer Eisenblock auf den Amboss geschmissen. Nachdem die Vorlage noch ein paar Sekunden ersichtlich ist, beginnt die Musik zu spielen und dann heißt es im Takt den Eisenblock mit dem Hammer an noch nicht bearbeiteten Stellen zu treffen. Man darf das Spiel jetzt aber nicht mit Theatrhythm Final Fantasy vergleichen, denn dazu bietet der Titel zu wenige, genau genommen nur ein Taktsymbol, und legt ganz andere Schwerpunkte. Damit wir auch eine möglichst gute Punktzahl erzielen und so die zu schmiedende Waffe im gleichen Spielzug stärken, sollten wir auch die Hitze des Schmiedeblocks im Auge behalten. Wird der Block zu hart, ist es schwieriger, ihn zu bearbeiten. Dann sollte der Block für einen kurzen Augenblick noch einmal aufs Feuer, während jedoch dummerweise die Taktfrequenz weiterläuft. Sobald wir die Waffe zu einhundert Prozent bearbeitet haben, schmeißen wir sie ins kalte Wasser, um sie abzukühlen. Anschließend wandert sie ins Inventar, wo sie nur noch darauf wartet, von uns poliert zu werden. Letzteres ist zwar optional, jedoch zu empfehlen.

Viel Arbeit, wenig Vergnügen

Weapon Shop de Omasse (4)Mit einem Poliervorgang stärken wir nämlich die Waffe und unsere Kunden werden es uns sicherlich danken. Diese verlangen von uns übrigens immer unterschiedliche Waffen, die wir je nach Materialvorrat schmieden können. In Weapon Shop de Omasse verkaufen wir jedoch keine Waffen, sondern verleihen sie nur. Das Geld erhalten wir auch nur, wenn ein Held von seinem Quest erfolgreich zurückkehrt. Oft winken dann auch Verbesserungsmetalle, die wir beim Schmieden in die Waffe einbauen können. Diese Metalle können optional auch von dem eingegangenen Geld erworben werden. Für das Spiel nicht sonderlich wichtig, aber immerhin ein netter Bonus sind Gegenstände, mit denen wir die Schmiede verzieren können. Bis wir eine Waffe für den Oberschurken des Spiels schmieden können, vergehen einige Stunden, die jedoch nicht sonderlich abwechslungsreich ausfallen, da wir Tag für Tag nur den Alltag eines Schmiedegesellen erleben. Hier hätten die Entwickler ruhig abwechslungsreichere Aufgaben erstellen können, denn auf der optischen und akustischen Seite bemängeln wir kaum etwas. Schade finden wir lediglich, dass es nur englische Bildschirmtexte und keine Sprachausgabe gibt. Ein Mehrspielermodus, bei dem man sich die Arbeit des Spiels aufteilen könnte, fehlt ebenso. Weapon Shop de Omasse bleibt unterm Stich ein experimentelles Spiel.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Weapon Shop de Omasse bleibt unterm Stich definitiv ein experimentelles Spiel. In meinen Augen kommt das für uns auch nicht sonderlich überraschend, da die Guild01- und Guild02-Reihe exakt diesen Ansatz verfolgen. Ich finde es nur sehr schade, dass der Titel so schmalspurig sein Programm bis zum bitteren Ende durchzieht. Waffe schmieden, Auftrag annehmen, Waffe polieren, Waffe schmieden, Waffe aushändigen, Auftrag annehmen, Tagesbilanz anschauen und so weiter ist meinen Augen für ein Spiel des Jahres 2012 ganz einfach zu wenig. Als Minispiel für eine der eingangs erwähnten Rollenspielreihen fände ich das Konzept zwar genial, doch als eigenlauffähige Simulation macht Weapon Shop de Omasse zwar kaum etwas falsch, bietet aber im Gegenzug dafür einfach keinen Gegenwert. Wer aber gerne experimentelle Spiele mag und bereit ist, einen kleinen Obolus für den Titel zu löhnen, wird für ein paar Stunden dennoch seinen Alltag vergessen können und in die herrlich witzige Atmosphäre von Weapon Shop de Omasse eintauchen.

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