Review: Madden NFL 15

Madden NFL 15 (1)Wir kommen nicht umher, bei den dauerhaften Fortsetzungen von Fifa, Madden und Co. eine Phrase zu schreiben, die sich auf ein neues Jahr bezieht – aber wieder ist es ein Jahr rum und ein neues Madden erhältlich. Wir sind gespannt, welche Neuerungen das Spiel mit sich bringt.

Madden NFL 15 (2)Es ist nicht verwunderlich, dass Jahr für Jahr die Verkaufszahlen der Madden-NFL-Serie in Deutschland steigen. American Football erhält immer mehr Einzug in unsere Gesellschaft und somit ist nicht nur der Super Bowl das einzige Highlight, welches im deutschen Fernsehen übertragen wird, sondern auch die Rechte für die Play-offs wurden letztes Jahr gesichert. Und was im Fernsehen immer beliebter wird, erhält auch gerne mal den Einzug auf die heimischen Konsolen. Vor allem Sportspiele sind in Deutschland sehr beliebt und dazu gehört seit einigen Jahren schon Madden NFL. Zwar gibt es immer noch kein deutsches Menü im Spiel, aber es ist überall hier im Handel erhältlich, was vor einigen Jahre leider noch nicht der Fall war. Mit steigenden Absatzzahlen werden jedoch auch die Erwartungen der Fangemeinde viel höher geschraubt und somit haben sich die Entwickler etwas Neues einfallen lassen. Der Fokus liegt dieses Jahr auf der Defensive und deren Möglichkeit über Quick-Time-Events mehr Druck auf die gegnerischen Angriffsformationen ausüben zu können. Somit sollte das Problem behoben sein, dass jedes Spiel nur noch ein ständiger Schlagabtausch in der Offensive ist und die Ergebnisse dementsprechend hoch ausfallen. Zu recht fragt ihr euch jetzt, ob die neue Defensiv-Mechanik den Schlagabtausch verhindern und Partien spannender gestalten kann.

Abgemagerter Spielbeginn

Madden NFL 15 (3)Während wir letztes Jahr noch die Aufmachung der Spiele und den Einzug der Moderatoren in das Spiel lobend erwähnt haben, sind wir dieses Jahr etwas enttäuscht gewesen. So haben die Entwickler die gut inszenierten Vereinslogos mit metallischem Sound sowie die Ansicht der gegeneinander antretenden Städte wieder entfernt und durch eine einfache Ansicht des Spielfelds ersetzt. Zudem wurde die nette Moderatorin am Spielfeldrand und der Münzwurf entfernt. Wer nun zuerst mit dem Kick oder Return anfangen darf, entscheidet das System per Zufall. In unseren Augen schadet dies etwas dem Spielgefühl und das wunderbare Mittendrin-Gefühl, welches wir im letzten Jahr noch freudig begrüßt haben, geht dieses Jahr vollends verloren. Einzig sieht man die Quarterbacks beim Einlauf in einem kleinen Video präsentiert. Positiv hervorheben müssen wir hingegen abermals die Engine, die Electronic Arts für seine Sportspiele benutzt. Die Kollisionen sehen wirklich fantastisch aus und jeder noch so kleine Hit wirkt so authentisch, dass man selbst als Spieler das Gesicht vor Schmerz verziehen oder durch einen Aufschrei zeigen muss, wie schmerzhaft die Szene im Spiel gerade aussah. Diese realistisch wirkenden Animationen tragen wesentlich zum Spielgenuss bei und zeigen uns deutlich die verschiedensten Konsequenzen eines Zweikampfs in einem Football-Match.

Das Playbook – der Weg zum Erfolg

Madden NFL 15 (4)Für Neulinge der Serie wurde das sogenannte Game-Flow-System einsteigerfreundlicher gestaltet. Somit ist es nicht mehr zwingend notwendig, sich mit dem Playbook des Vereins auseinander zu setzen. Die Änderung dabei ist, dass wir im Angriff nun zwischen Pass- oder Laufspielzug wählen dürfen. Dies gilt im Übrigen auch für die Defensive, so können wir zwischen aggressiver oder zurückhaltender Spielweise wählen. Für Einsteiger ist diese Hilfe sicherlich eine Bereicherung, für erfahrene Spieler jedoch nicht zu empfehlen. Neu ist, dass man im Game-Flow-System auch die beliebtesten Spielzüge der Community einsehen kann und diese auch sofort zur Auswahl hat – dies bringt einiges an Abwechslung auf das Spielfeld. Die größte Neuerung jedoch die Defensivstruktur. Anhand von Quick-Time-Events können wir schneller Vorblocker wegschieben, um uns den Weg zum Ballträger zu ebnen oder gezielt mit risikoreichen Tacklings Runningbacks oder Receiver umhauen. Dabei hilft auch, dass wir die Spielfeldansicht ändern können und nun das Spiel nicht mehr zwingend aus der offensiven Perspektive anschauen müssen, sondern eine Hinteransicht der eigenen Defensive auswählen können. Hier gibt es von unserer Seite aus ein großes Lob an den Entwickler, da unsere Defensive viel variantenreicher genutzt werden kann, als in allen bisherigen Spielen der Serie.

Wenig neu, aber neu genug

Madden NFL 15 (5)Spielerisch liegt die einzige Neuerung in der Defensive und selbst diese konnten wir innerhalb von sieben Zeilen erklären. Es mag nicht zwar viel klingen, gestaltet Madden NFL 15 aber um einiges dynamischer als die Vorgänger. Die anderen Bereiche sind nahezu identisch geblieben, aber Bewährtes möchten die Entwickler wohl auch nicht gerne ändern. Der Karrieremodus hat sich über mehrere Jahre kaum geändert. Die Karriere können wir als Spieler, Manager oder Club-Besitzer hinlegen und in allen drei Positionen nach der schönsten Trophäe im Football streben – dem Super Bowl. Eine kleine Neuerung ist jedoch schon gegeben, welche unserer Meinung nach aber kaum eine Erwähnung findet. So können wir in der Spielvorbereitung ein Zeitbudget benutzen, mit welchem wir Trainings- und Motivationsmaßnahmen auswählen können, um die Leistung unserer Spieler zu steigern. Nach einigen Seasons konnten wir aber keinen wirklichen Effekt feststellen. Madden NFL bleibt ein solides Spiel, an dem Football-Legionäre und Neulinge ihren Spaß finden werden. Gerade für Anfänger bleibt das Spiel einsteigerfreundlich und gibt einen Einblick, wie der Sport funktioniert und auf was Neulinge zu achten haben. Es lehrt die Grundverständnisse der wichtigsten Regeln. Es werden aber gute Englisch-Kenntnisse vorausgesetzt – der Titel ist leider nur in englischer Sprache erhältlich.

Geschrieben von Axel Gutsmiedl

Axels Fazit (basierend auf der PlayStation-4-Fassung): Ich bin wieder einmal voll zufrieden mit dem, was Electronic Arts hier präsentiert. Viele mögen sich beschweren, dass sich die Sportspiele Jahr für Jahr kaum weiter entwickeln und wollen eine überwerfende Veränderung des Genres. In meinen Augen funktioniert das Spiel flüssig, gibt ein hohes Grad an Details wieder und macht Spiel für Spiel aufs neue Spaß. Jedes Tackling fühlt sich anders an, Spielzüge können immer neu gestaltet werden und jeder Gegner lässt sich anders spielen und passt sich nach der Zeit auch der eigenen Spielweise an. So stehe ich immer wieder vor der Herausforderung auch meine Spielweise zu ändern, abzuwarten wie der Gegner reagiert, um dann eventuell auf eine neue Taktik zu setzen – das hört sich an, als ob man ein Team wirklich coachen müsste und genau so erlebe ich das Spiel auch und gerade deswegen bin ich so begeistert von Madden NFL 15. Der letzte Kritikpunkt meinerseits über die letzten Jahre, die Defensive, wurde überarbeitet und nun habe ich auch Spaß daran, gegen den Ball spielen zu müssen und gegebenenfalls durch meine Verteidigung einen Sieg zu erkämpfen. Für die nächsten Jahre können dann die Fans und Stadionatmosphäre in Angriff genommen werden. Schließlich kommt man nur so Schritt für Schritt an die Perfektion heran!

Vielen Dank an Electronic Arts für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Madden NFL 15!

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