Review: Liar Game (Band 9)

U_8194_1A_EMA_LIAR_GAME_09.IND8Das Liar Game schein kein Ende zu nehmen, aber zumindest hat Akiyama einen würdigen Rivalen gefunden und damit den Liar-Game-Manga in eine neue Richtung geführt. Neben vielen alten Gegnern und Vertrauten ist auch der verhasste Yokoya mit von der Partie – war er in der Vergangenheit doch der einzige, der es mit Genie Akiyama aufnehmen konnte. Nun sollte es einfacher sein, während der Runde eine Allianz gegen ihn zu bilden, aber die Macht des Geldes ist auch dieses Mal nicht zu unterschätzen und wie für das Liar Game üblich, wird dann sowieso alles wieder ganz anders laufen, als erwartet. Zum Beispiel ist das nächste Spiel nur die Qualifikation für die tatsächliche vierte Runde und dazu noch konfuser denn je. Diesmal wird der Ausbruch einer Pandemie simuliert, sodass die zwölf Teilnehmer in Gesunde und Infizierte aufgeteilt werden. Ihren Status können sie jederzeit auf einer speziellen Armbanduhr einsehen, sodass er den anderen Mitspielern gegenüber geheim bleibt. Mit diesem Gerät können sie aber auch in Kontakt miteinander treten, sodass – wie erwartet – der digitale Virus ausgebreitet werden kann. Treten allerdings zwei gesunde Spieler in Kontakt, kann Impfstoff hergestellt werden, mit dem sogar die Infizierten geheilt werden können. Gewinnen werden am Schluss diejenigen mit dem meisten Impfstoff.

Soziales Experiment

Da somit der Status der Gesunden einen direkten Vorteil mit sich bringt, ist natürlich kein Infizierter bereit, sich über seinen Status zu äußern – eine direkte Ausgrenzung und somit Ausscheidung aus dem Spiel wäre die Konsequenz. Auf die Gefahr hin selbst infiziert zu werden, ist es für alle Beteiligten schwer, anderen über den Weg zu trauen. So kommt es wie es kommen musste und das Spiel fährt sich in einem toten Punkt fest. Das lustige ist aber wieder einmal, dass im Grunde genug Imfpstoff da ist, um alle aus dem Liar Game zu erretten, dafür müssten nur alle ihren Status ehrlich offenbaren und in der richtigen Reihenfolge Kontakt aufnehmen. Dieses Wunschdenken verfolgt natürlich nur die treudoofe Nao, die sicherlich die einzige Person auf der Welt wäre, allen Leuten blind zu vertrauen. Ein Lügner würde diese Strategie auch direkt zum Kippen bringen und mit Yokoya an Bord kann eigentlich jeglicher Sozialakt direkt über die Planken geschickt werden. So bilden sich schnell zwei Gruppen um die Intelligenzbestien Yokoya und Akiyama, die als wichtige Stützpfeiler für den gesamten Band gelten. In den 224 Seiten kommen die Geschehnisse leider nicht allzu stringent voran, was das Lückenfüller-Profil dieses Bandes noch einmal bestärkt.

Geschrieben von Jonas Maier

Jonas‘ Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Dieses Konzept, dass sich im Grunde niemand Sorgen zu machen braucht, wenn nur alle an einem Strang ziehen, kommt in diesem Teil besonders zur Geltung. Das lässt sich wohl auch abseits des Liar Games auf viele weitere Situationen anwenden, aber leider gibt es genug Maulwürfe, Ratten und weitere Synonyme tierischer Art, die einem einen Strich durch die Rechnung machen. Auch wenn zutiefst tragisch, konnte mich dieser Auszug der menschlichen Einfältigkeit immer wieder fesseln. Der erneut nicht vollständig zu Ende geführte Handlungsstrang sorgt für die entsprechende Erwartungshaltung gegenüber dem nächsten Band. Diese wurde ja bis jetzt zumindest immer wieder erfüllt, wirklich abbauen tut der Manga nämlich nicht.

Vielen Dank an Egmont Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Liar Game (Band 9)!

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