Review: Forza Horizon 2

Forza Horizon 2 (1)Erst auf der letzten Electronic Entertainment Expo wurde Forza Horizon 2 offiziell für Xbox 360 und Xbox One angekündigt. Informationen rückte Microsoft allerdings nur zur Xbox-One-Fassung raus, was die Erwartungen aber auch bei Xbox-360-Spielern in die Höhe trieb.

Forza Horizon 2 (2)Eine nette Handlung, wie wir sie im letzten Jahr bei Forza Horizon erlebt haben, gibt es jetzt zwar immer noch, aber dennoch ein wenig abgeschwächter. Das Horizon Festival findet in diesem Jahr nicht im US-amerikanischen Bundesstaat Colorado, sondern in Südeuropa statt. Hierhin hat es unseren Helden verschlagen, der natürlich der Beste sein will und somit an der Autotour teilnehmen muss. Diese verteilt sich über verschiedene Städte in Frankreich und Italien. Orte wie Nizza Masséna oder Sisteron besuchen wir im Verlauf der Autotour, die in insgesamt 16 Meisterschafen aufgeteilt ist, mehrmals. Die Autotouren halten gerade einmal zwei unterschiedliche Renntypen für uns bereit – das ist nicht abwechslungsreicher als noch im Vorgänger, aber immer noch genauso spaßig. Entweder fahren wir gegen sieben Fahrer in typischen Rundenrennen oder wir nehmen es mit unseren Kontrahenten in Straßenrennen auf, die wiederum in Etappen gegliedert sind. Egal für welche Rennen wir uns entscheiden, gibt es auf der Piste verschiedene Kontrollpunkte, die wir unbedingt passieren müssen. Fahren wir an einem Kontrollpunkt auch nur einen Millimeter vorbei, werden wir ein wenig zurückgesetzt. Haben wir ein Rennen für uns entschieden, dürfen wir gegen die Bestzeit eines Geistfahrers antreten. Die Belohungen treiben uns dazu zu immer neuen Höchstleistungen maßgeblich an.

Massenweise Aktivitäten

Forza Horizon 2 (3)Diesmal müssen wir gleich drei verschiedene Punkte sammeln. Fähigkeitspunkte erhalten wir für gewagte Manöver, wie dem Überholen von Gegnern oder dem Driften auf dem Asphalt. Haben wir genug Punkte gesammelt, können wir diese in (passive) Fähigkeiten investieren, wodurch wir zum Beispiel mehr Credits erhalten. Credits können wir entweder in neue Autos oder auch in die Schatzkarte investieren, wodurch sämtliche Nebenaktivitäten jederzeit auf der Karte, die wir übers Pausenmenü aufrufen, angezeigt werden. Zu guter Letzt gibt es auch noch Erfahrungspunkte, welche wir am Ende für sämtliche Aktivitäten erhalten und dadurch immer neue Armbändchen sammeln, die eigentlich aber auch nur zeigen, wie viel Zeit wir in Forza Horizon 2 investiert haben. Schließlich steigen die Herausforderungen im Spiel nicht unbedingt mit der Spielzeit. Wer mehr Punkte sammeln will, schaltet Fahrhilfen ab oder wählt einen höheren Schwierigkeitsgrad. Zwischendurch bekommen wir es im Spiel auch mit vier Schaurennen zu tun, welche ein kleines Highlight des Spiels sind. Anstatt normale Rennen in Autos zu absolvieren, treten wir hier nämlich gegen Helikopter, eine Eisenbahn und sogar gegen ein paar Düsenjets an. Größere Abwechslung versprechen die Fahrspaß-Aktivitäten, in denen wir Missionsziele vom häufigen Driften bis zum maximalen Tempo erfüllen müssen.

Offen und geschlossene Welt

Forza Horizon 2 (4)Als Herausstellungsmerkmal haben uns die Entwickler auf der Gamescom das weitläufige Areal schmackhaft gemacht. Auf der Xbox 360 sieht die Sache allerdings ein wenig anders als auf der aktuellen Microsoft-Konsole aus. Es gibt zwar einige große Flächen, die wir frei außerhalb der Aktivitäten befahren können, um unseren Fähigkeitspunktemultiplikator in die Höhe schießen zu lassen, doch innerhalb der Rennen ergeben die freien Flächen jedoch kaum einen Sinn, da Abkürzungen aufgrund der Kontrollpunkte nur selten möglich sind. Zudem überwacht das Spiel auch nur unser Fahrverhalten; wenn ein Mitstreiter einen Checkpoint verpasst, wird dieser nicht bestraft. Trotzdem möchten wir die künstliche Intelligenz der Computergegner hervorheben. Diese spielen niemals ihr Muster ab, sondern entscheiden in jeder Situation einzeln, wie sie fahren. Das merken wir vor allem in den Momenten, in denen wir einen Fehler machen und das Spiel zurückspulen. Entwickler Sumo Digital hat auch daran gedacht und das Alleinstellungsmerkmal des Forza-Franchises ins Spiel integriert. Hardcore-Rennspieler werden die Funktion zwar sicherlich nicht anrühren, doch für Perfektionisten und Anfänger im Genre ist diese Funktion ein sehr nützliches Extra. Einzig und allein Punkte gehen verloren, wenn wir sie denn gerade sammeln und die Funktion unbedingt nutzen wollen.

Fehlende Wettereffekte

Forza Horizon 2 (5)Forza Horizon 2 führt das Gameplay des Vorgängers konsequent fort, was im Umkehrschluss auch bedeutet, dass sich Überraschungen in Grenzen halten. Alles, was wir in Forza Horizon 2 unternehmen können, war in irgendeiner Form schon im Vorgänger vorhanden. Soll heißen, dass das Spiel ebenfalls auf derselben Engine läuft. Optisch hat sich nichts getan und wirklich erwartet haben wir das auch nicht. Trotzdem versucht Microsoft den Kunden zu täuschen, in dem man auf der Packung der Xbox-360-Version Wettereffekte verspricht, die es zumindest in dieser Fassung nicht gibt. Also wieder mal kein Regen oder Nebel – der Sonnenschein und der dynamische Tageszeitenwechsel können nicht darüber hinwegtäuschen! Optisch bleibt alles beim Alten, weshalb einige Texturen bei Standbildern negativ auffallen. Ist man mit dem Auto in Südeuropa jedoch einmal unterwegs, sieht das Spiel in Bewegung wieder richtig gut aus. Zudem läuft das Spiel jederzeit konstant mit dreißig Bildern pro Sekunde. Kein einziges Mal ist die Framerate während unseres rund zwanzigstündigen Tests in den Keller gegangen. Da macht das Rasen durch die französischen und italienischen Landschaften gleich doppelt so viel Spaß und wenn man bei Tageslicht und schöner Musik einfach mal wie ein Wilder über die Weinstöcke und an malerischen Seen vorbeidüsen will, dann macht man das einfach.

Scheitern an den eigenen Ambitionen

Forza Horizon 2 (6)Während wir im Vorgänger noch abwechslungsreiche Landschaften erlebten, ändert sich das in Forza Horizon 2 deutlich. Fast die gesamte Welt wirkt gleich. Austauschbar ist das nicht, da dies eben die südeuropäische Landschaft widerspiegelt. Es wäre aber möglich gewesen, den Alpenansatz mit einzubringen. Das macht aber gar nichts, da die echten Schönheiten des Spiels, die lizenzierten Autos, das gerne und gut wieder wettmachen. Audi, Bugatti und Lamborghini sind nur drei der Firmen, dessen Wagen die Autonarrenherzen höherschlagen lassen. Die Steuerung fühlt sich nach wie vor sehr arcade-lastig an; vom Simulationsansatz der Forza-Motorsport-Reihe ist in Forza Horizon 2 nichts zu sehen. Selbst Fahrzeugschäden sind nur leicht kosmetischer Natur. Größter Kritikpunkt ist unserer Meinung nach allerdings der nett gemeinte Soundtrack. Gerade einmal drei Radiosender (samt eigenen Moderatoren) können wir von Spielbeginn an auswählen. Warum die Xbox-One-Fassung gleich vier weitere Sender erhält, obwohl dies in der technisch betagten Konsole ebenfalls möglich wäre, ist uns ein Rätsel. Wie im Vorgänger wiederholen sich die Tracks zu oft und eine geniale Song-Auswahl wie im Vorgänger gibt es auch nicht. Forza Horizon 2 bleibt ein netter Nachfolger, der sehr viel Spaß machen kann, am Ende allerdings an den eigenen Ambitionen scheitert.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Xbox-360-Fassung): Forza Horizon ist in meinen Augen das beste Rennspiel, welches man auf der Xbox 360 erleben kann. Die arcade-lastige Fahrerei hat mir Anfang letzten Jahres sehr viel Spaß gemacht und deshalb habe ich mich auch schon sehr auf den Nachfolger gefreut. Dass sich Microsoft vor allem um die Xbox-One-Fassung stützen will, kann ich sehr gut nachvollziehen – schließlich muss man den Vorsprung zur PlayStation 4 mit einem tollen Angebot an Spielen so schnell wie möglich aufholen. Es ist aber ein Unding, dass man bis zum Release von Forza Horizon 2 kein einziges Wort zur Xbox-360-Version verloren hat, was bei dem einen oder anderen Spieler sicherlich die Erwartungen in die Höhe getrieben hat. Im Vorfeld war mir schon klar, dass die so genannten Drivatare nur auf der neuen Microsoft-Konsole möglich sind und der Titel optisch natürlich nicht ganz so umwerfend aussieht. Dass man aber erneut auf Wettereffekte verzichtet (und sie dennoch auf der Packung angibt) und kaum mehr Abwechslung ins Spiel integriert hat, wie es vor zwei Jahren der Fall gewesen ist, ärgert mich dann schon sehr. Ich erlebe in Forza Horizon 2 in den meisten Fällen einfach nichts Neues und genau das ist das Problem von Forza Horizon 2. Es ist ein tolles Spiel, welches ich vor zwei Jahren genauso geliebt hätte wie den ersten Teil. Dadurch, dass sich der Soundtrack aber zu schnell wiederholt, vergeht mir auch schnell die Lust, mich stark auf das Erfüllen der ganzen Aktivitäten zu konzentrieren. Es stellt sich sehr schnell Ermüdung ein. In den nächsten Wochen werde ich dennoch die ganzen Fahrspaß-Aktivitäten erfüllen und meine Spielzeit sicher jenseits der dreißig bis vierzig Stunden bringen, aber Forza Horizon 2 ist unterm Strich nichts weiter als der wirklich großartige Vorgänger. Man kann mit dem Spiel denselben Spaß haben, doch hätte der Titel so viel mehr sein können!

Vielen Dank an Microsoft für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Forza Horizon 2!

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