Review: Hyrule Warriors

Hyrule Warriors (1)Der Wii U bedarf es nach noch nicht einmal zwei Jahren großartige und auch vielfältige Titel, um nicht dem selben Schicksal wie dem des Nintendo Gamecubes zu erliegen. Mit vielen neuen Partnerprojekten macht Nintendo schon einiges richtig – so auch mit Hyrule Warriors.

Hyrule Warriors (2)Neben ein paar Titeln von Platinum Games wie The Wonderful 101, denen leider keine guten Verkaufszahlen beschert waren, sowie weiteren unverhofften Partnerschaften, greift Nintendo nun auch nach den Fans der Dynasty-Warriors-Reihe. Entwickler Koei Tecmo darf sich dabei an einer der größten und beliebtesten Videospielserien von Nintendo bedienen. Ganz Hyrule samt Bewohner ist die Grundlage für den Action-Hit der besonderen Art. Der Anfang ist aber noch recht klassisch gehalten: Wie es in Hyrule eben der Fall ist, schwebt das Königreich auch dieses Mal von der einen in die andere Sekunde urplötzlich in Gefahr. Glücklicherweise hat Link als Rekrut schon einiges auf dem Kasten und kann unter der Kontrolle des Spielers nicht nur Schloss Hyrule verteidigen, sondern auch Zeldas Aufmerksamkeit für sich gewinnen. Das beruht auf Gegenseitigkeit, denn nach dem kategorischen Verschwinden der Prinzessin setzt der Held zusammen mit ihrer Leibgarde Impa alles daran, sie aus den Fängen der bösen Mächte zu befreien. Dieses Abenteuer führt unsere Kämpfer durch das gesamte Königreich, vorbei an unzähligen vertrauten Orten aus den unterschiedlichsten The-Legend-of-Zelda-Episoden aus mehreren Zeitlinien, die bunt gemischt sind. Unterwegs schließt sich uns eine ikonische Figur nach der andern an; völlig neue Charaktere wurden aber auch eingebaut.

Alte und neue Gesichter

Hyrule Warriors (3)Da wären natürlich alte Feinden wie Erzfeind Ganondorf oder der fiese Ghirahim aus The Legend of Zelda: Skyward Sword, aber auch Charaktere, die wir so wohl niemals in Hyrule treffen würden. Die süße Lana zum Beispiel – eine hochkarätige Vertreterin eines japanischen Anime-Teenagers! Lana ist sehr geschickt im Umgang mit Magie und unterstützt damit die eingespielte Hyrule-Crew ungemein. Alte Bekannte stehen dabei trotzdem im Vordergrund. Hier reicht es vollkommen aus, nur einen oder zwei Teile der The-Legend-of-Zelda-Spiele gespielt zu haben, um sich direkt heimisch fühlen zu können. Im Gegensatz zur Hauptserie nimmt es Hyrule Warriors mit einem gepflegten Tutorial auch nicht ganz so ernst. Viel lieber soll der Spieler die einzelnen Techniken und Angriffe direkt beim Feindkontakt selbstständig erlernen. Mit zwei Buttons werden die primären Combos gestartet, deren Verkettung dazu mit Items, Spezial- und Magie-Angriffen besonders effektiv ist – wenn auch nicht besonders notwendig. Button Mashing beweist sich anfangs als genauso wirksam wie abgestimmte Angriffe. Erst später – besonders bei den Bossgegnern – fühlen wir uns gefordert und endlich genötigt, die Gegner etwas durchdachter anzugehen. Diese ziehen nämlich schon mit einem Schlag eine beachtliche Anzahl an Herzen ab. Die Herzanzeige also immer im Blick behalten!

Bunte Waffenvielfalt

Hyrule Warriors (4)Die Abwechslung auf dem Schlachtfeld wird dabei sogar mit nur wenigen Waffen gewahrt. Links Feuerstab zum Beispiel dient im Nahkampf als Flammenwerfer und Ramme, kann auf größere Entfernungen aber immer noch Feinde verkohlen. Im heillosen Spektakel eines Scharmützels geht unsere Figur in der kämpfenden Masse schnell unter. Den Überblick schafft man sich am besten mit wuchtigen Spezialattacken. Die schicken die Standardgegner nicht nur flutenweise ins Grab, sondern stechen mit spektakulären Bewegungen im Kampf und tollen Animationen besonders hervor. Hier reichen schon wenige Tasten, um auf dem Bildschirm auch als Anfänger ein Action-Inferno zu entfachen. Dabei wird das Gameplay von Dynasty Warriors ausgezeichnet imitiert, was hier aber nur für die wenigsten wirklich gute Nachrichten sein könnten. Die recht einfältigen Action-Orgien dieser Spiele sind schließlich kein Geheimnis. Den Japanern gefällt es, uns im Westen sind dagegen da die handelsüblichen The-Legend-of-Zelda-Ableger lieber. Das kann am homogenen Spieldesign liegen – die Waffen und Gegnerhorden werden zwar immer größer, die Abwechslung hält sich dabei aber in Grenzen. Leichte taktische Elemente besitzt das Spiel dennoch, sodass wir hin und wieder gut überlegen müssen, welche Festung wir halten oder welche Front wir erweitern wollen.

Geschrieben von Jonas Maier

Erics Fazit: Es soll ja Leute geben, die Hyrule Warriors tatsächlich für ein vollwertiges The-Legend-of-Zelda-Spiel halten! Dabei hat der Titel im Grunde absolut nichts mit dem Action-Adventure gemein und richtet sich eher an die Fans der Dynasty-Warriors-Reihe. Wirklich anspruchsvoll ist Hyrule Warriors nämlich zu keiner Zeit, doch das heißt nicht, dass Hyrule Warriors ein schlechtes Spiel ist. Schließlich habe ich mindestens zwanzig Stunden in der virtuellen Welt versenkt und bereue davon eigentlich keine einzige Minute. Ich hatte während der gesamten Zeit durchaus meinen Spaß mit dem Spiel. Größter Kritikpunkt ist für mich der fehlende Online-Modus. Da hat Nintendo eine Konsole die sich nicht gut verkauft und dann sträubt man sich immer noch dagegen, überlebenswichtige Modi einzubauen, welche Spieler langfristig an den Titel binden. Ich hätte jedenfalls unheimlich gerne mit meinem Kollegen Jonas und anderen Besitzern des Spiels online Schlachten geschlagen. Jetzt muss ich darauf warten, dass sich ein Offline-Freund erbarmt, Hyrule Warriors mit mir zu spielen. Der wird sich dann auch noch erst eingewöhnen müssen, da der Titel nicht über eine Sprachausgabe verfügt und wichtige Missionsziele nur per Text eingeblendet werden. Da Hyrule Warriors inhaltlich aber über viele freischaltbare Inhalte verfügt und in Zukunft Download-Inhalte (natürlich kostenpflichtig) nachgereicht werden, werde ich zumindest noch ein wenig alleine Spaß mit dem Spiel haben, in dem ich unterm Strich aber sehr viel mehr Spaß haben könnte.

Jonas‘ Fazit: The-Legend-of-Zelda-Fans wird Hyrule Warriors wohl nur bedingt zusagen; zumindest nicht ohne die elementare Affinität zu Dynasty Warriors mitzubringen. Als Ersatz bis zum nächsten richtigen The-Legend-of-Zelda-Titel ist aber jeder vollends beschäftigt. Leider sträubt sich Nintendo wieder einmal gegen eine Online-Einbindung des Multiplayer-Parts – zumindest können abseits der Hauptstory bestimmte Herausforderungen offline zusammen mit einem Freund absolviert werden. Dieser verwendet zur Übersicht dann das Wii U GamePad. Ich hatte jedenfalls meinen Spaß mit Hyrule Warriors und alle anderen, denen der Titel gefällt, haben nun auch ein Spiel für ihre Wii U, das sie bedingungslos einige Monate lang spielen können. Nach dem Story-Modus kommt noch der üppige Abenteuermodus mit zahllosen Missionen auf die Spieler zu. Und danach gib es immer noch erschreckend viele Verbesserungen für Waffen und Charaktere – der Sammelwut wird also keine Einhalt geboten!

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