Review: Godzilla, Mothra and King Ghidorah: Giant Monsters All-Out Attack

Godzilla, Mothra and King Ghidorah - Giant Monsters All-Out Attack (1)Schon im dritten Jahr in Folge schickt das Produktionsstudio Tōhō 2001 seine Riesenechse Gojira auf die Landwand. Godzilla, Mothra and King Ghidorah: Giant Monsters All-Out Attack dreht den Spieß um und versucht kläglich Sympathie für Gojiras Feinde zu wecken.

Godzilla, Mothra and King Ghidorah - Giant Monsters All-Out Attack (2)Wie schon die ersten beiden Filme der so genannten Millennium-Reihe, namentlich Godzilla 2000: Millennium und Godzilla vs. Megaguirus, spielt Godzilla, Mothra and King Ghidorah weitgehend losgelöst von Ereignissen der langjährigen Godzilla-Filmserie. Dennoch lässt sich mit dem Film eine weitere Zeitlinie konstruieren. Nachdem die Japaner im Jahr 1954 Gojira in Godzilla – Das Original zum ersten Mal besiegen, herrscht eine Ära des Friedens. Es war bisher das erste und letzte Mal, dass die Armee Japans nach dem Zweiten Weltkrieg gegen einen Feind antreten musste. In den letzten Jahren häufen sich jedoch Erlebnisberichte von Monsterangriffen weltweit. Selbst in der US-amerikanischen Ostküstenmetropole New York seien Wesen aufgetaucht, die Gojira nicht unähnlich seien. Eine Anspielung auf Godzilla von Roland Emmerich; also eigentlich einen Film, den Godzilla-Fans nicht für vollwertig nehmen. Danach beginnt der Film aber schnell eigenständig eine Handlung zu erzählen, die sich vor allem auf die Erlebnisse der Reporterin Yuri Tachibana stützt. Tachibana arbeitet bei einem Sender, der sich auf das Mystery-Segment spezialisiert hat. Am Berg Myōkō untersucht (und teilweise inszeniert) sie mysteriöse Vorkommnisse. Gojira wurde bereits in der Nähe in der japanischen See gesichtet und scheint in gewisser Weise an der Umgebung interessiert zu sein.

Produktionsänderungen

Godzilla, Mothra and King Ghidorah - Giant Monsters All-Out Attack (3)Die erste halbe Stunde des Films muss fast gänzlich ohne das Auftauchen von irgendwelchen Monstern auskommen. Während eines Erdbebens sieht man mal ein Auge oder beim Einsatz der Unterseeboote Satsuma auch mal den Rücken von Gojira. Erst als in verschiedenen Teilen Japans unterschiedliche und bereits aus früheren Filmen bekannte Monster auftauchen, kann der Kaijū-Film seinen Charme ausspielen. Ursprünglich sollte Gojira gegen Angirasu, Baran und Baragon antreten. Allerdings versprach sich Tōhō dadurch keinen Kassenschlager und so musste Regisseur Shūsuke Kaneko gleich umplanen. So und nicht anders fanden die Monster Mosura und Kingugidora ihren erneuten Weg auf die Leinwand. Dass ein Regisseur seine Vision vom Film nicht umsetzen kann, bedauern wir sehr. Trotzdem scheint die Entscheidung richtig gewesen zu sein, da der Film in den Lichtspielhäusern doppelt so viel einspielt, wie er in der Produktion gekostet hat. Allerdings kann der Kampf zwischen Gojira und seinen drei Gegenspielern nur zu einem ärgerlichen Preis erkauft werden. Um die Riesenechse stärker erscheinen zu lassen, musste das Produktionsteam sowohl Mosura, als auch Kingugidora und Baragon abschwächen. Da die Handlung ohnehin keinen Wert darauf legt, das Universum, in dem die Godzilla-Filme spielen, zu erklären, kann man über die Entscheidung hinwegsehen.

Falsche Absichten

Godzilla, Mothra and King Ghidorah - Giant Monsters All-Out Attack (4)Nicht hinwegsehen können wir jedoch über die Intention des Films. Seit jeher möchte man mit den Godzilla-Filmen die Auswirkungen vom falschen Gebrauch der Atomkraft zeigen. Jetzt bringt man tatsächlich wieder Fantasy-Elemente in die Filmreihe, die erklären, dass die Riesenechse nur durch die Seelen gefallener Soldaten des Zweiten Weltkriegs entstanden ist. Man möchte damit eine Antikriegshaltung bei den Zuschauern erzeugen, was wir zwar sehr begrüßen, bei Godzilla, Mothra and King Ghidorah: Giant Monsters All-Out Attack allerdings fehl am Platz ist. Schließlich bezieht man sich auf den ersten Godzilla-Film und sogar auf den US-amerikanischen Emmerich-Streifen von 1998; in denen die Echsen durch Atomkraft stark beeinflusst worden sind. Davon abgesehen, gefallen uns die Kampfszenen in der Hauptstadt Tōkyō sehr gut. Gojira nutzt Energiesalven, um gegen Mosura und Kingugidora zu bestehen und beißt sich dann auch schon mal in einen der drei Hälse der letztgenannten Schutzgottheit. Wohlgemerkt: Gojira ist hier der Böse, der von drei glorifizierten Monstern bekämpft wird. Der Einsatz von Computereffekten fällt an vielen Stellen zwar auf, doch heben sich diese nicht immer von den realen Umgebungen ab, weshalb oftmals ein natürliches Bild glaubhaft dargestellt wird. Abschließend hätte Komponist Kō Ōtani am Soundtrack mehr bieten können.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Godzilla, Mothra and King Ghidorah: Giant Monsters All-Out Attack bietet das, was der Name des Films ausdrückt. Jede Menge Monster, die sich hier die Köpfe einschlagen. Fans des Kaijū-Films könnten meinen, dass die 105 Minuten des Streifens nicht besser gefüllt werden könnten. Könnte man aber sehr wohl, wie ich nach Anschauen des Films anmerken möchte. Der Titel bietet zwar reichlich Kämpfe, aber lediglich gegen Gojira. Habe ich in vorherigen Serienteilen jedes Mal mit der Echse mitgefiebert, soll ich plötzlich auf der Seite der Gegner stehen. Diese werden nämlich von den Menschen auf einmal als Schutzgötter verehrt und sollen verhindern, dass Gojira Japan und den Rest der Welt mit seinen Wutausbrüchen vernichtet, da das japanische Militär der Echse nicht mehr gewachsen ist. Zudem ändert man passend dazu auch noch die Entstehung des Monsters. Statt Atomkraft sind es nun Seelen gefallener Soldaten des Zweiten Weltkriegs. Das passt alles nicht so richtig zusammen und nimmt mir ein wenig die Faszination des Films. Die Kampfszenen sind zwar gelungen, doch da die Monster (bis auf Gojira) alle abgeschwächt worden sind, um plausibel erklären zu können, wie Gojira diesen Kampf meistert, gibt es deshalb kaum Höhepunkte. Für mich bleibt der Film ein verzweifelter Versuch, Gojira inmitten einer frischen Filmreihe neu zu definieren. Kann man sich angucken, muss man aber nicht.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Godzilla, Mothra and King Ghidorah: Giant Monsters All-Out Attack!

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