Review: Way of the Warrior

Way of the Warrior (1)Ältere Martial-Arts-Filme haben leider oftmals den Ruf, nicht immer mit ihrer Handlung zu punkten. Dieses Phänomen betreffen jedoch auch einige neue Filme wie Way of the Warrior. Der Film glänzt weniger mit seiner Handlung, doch umso mehr mit seinen Choreographien.

Way of the Warrior (2)Die Handlung von Way of the Warrior setzt im Zweiten Weltkrieg an. Der Film dreht sich jedoch nicht um einen aktiven Krieger beziehungsweise Soldaten in diesem Krieg. Fernab der Realität bewegt sich die Handlung des Films noch dazu. Während die japanische Streitmacht nach und nach China besetzt, bildet sich fernab der Zivilisation der geheimnisvolle Todeskult Hades. Mit dem griechisch-mythologischen Herrscher der Unterwelt hat dieser Kult jedoch nur den Namen gemein. Der Kult arbeitet seit jeher im Verborgenen. Immer wenn irgendwo auf der Welt Kinder entführt werden, besteht die Chance, dass sie an den Hades-Kult verkauft werden. Dort werden die Kinder im Glauben, dass ihre Eltern zugestimmt haben, gegen ihren Willen ausgebildet. Diese Ausbildung ist hart, da sie gehorsam sein müssen, um nicht von den Ausbildern misshandelt zu werden. Mit der Zeit verdrängen sie ihre Gefühle und es existiert nur noch der Wille, für das Wohl des Kultes zu agieren. Der Gedankengang hinter dem Kult und dessen Aufblühen ist denkbar einfach. Mit jedem Sieg der japanischen Besatzungsmacht regt sich der chinesische Widerstand ein Stück mehr – mit dem Kult möchte man alleine mit dem Geist dagegenhalten. Das ist auch das einzige, was wir von der fiktiven Ideologie dieses Kultes erfahren. Tiefer geht Way of the Warrior nicht auf den Bund der Kultisten ein.

Auswirkungen von Propaganda

Way of the Warrior (3)Trotzdem regt sich innerhalb der Reichweite der Propaganda Widerstand. Einer der früheren Anhänger des Hades-Kult und seither gläubiger Shaolin-Mönch will die Sekte im Alleingang zerschlagen. Weitere Anhänger werden zur gleichen Zeit mit dem Schiff wieder an den Ort des Geschehens gebracht, nachdem sie während des Kriegers in Burma geschnappt wurden. Sie müssen sich der Ausbildung nicht weiter unterziehen. Stattdessen müssen sie drei Kämpfe überstehen, die jedoch gefährlicher nicht sein könnten. Versagt man, stirbt man. Gibt man auf, wird man als Trainingspartner wieder eingeschrieben. Jeder der Kultisten ist mit einem Tattoo beziehungsweise einer Nummer auf seinem Oberarm gebrandmarkt. K29, der Shaolin-Mönch, muss sich nicht nur gegen seine ehemaligen Freunde stellen, sondern auch mit ansehen, wie eine ganze Schiffsladung von Kindern in den Tempel gebracht wird. Das erinnert ihn an seine eigene Kindheit, wo er zudem noch eine wichtige Person in seinem Leben verloren hat. Wir möchten nicht zu viel verraten, aber wie die Figuren zum Teil in den Film eingeführt werden, wirkt schon sehr konstruiert. Jetzt hat der Mönch keine große Wahl mehr, denn nicht nur sein und das Leben der gefangenen Mitglieder steht auf dem Spiel. Er muss den Orden zerschlagen, damit die Kinder wieder in Freiheit und ohne die gefährliche Propanga aufwachsen können.

Fantastische Choreographien

Way of the Warrior (4)Obwohl die Handlung nicht übers Mittelfeld hinauskommt, können wir dem Film gar nicht absprechen, wie gut er Propaganda und dessen negative Auswirkungen darstellt. Die Kritik an Systemen, die so zum Teil auch noch in einigen Ländern der Welt durchgesetzt wird, ist sehr deutlich zu erkennen. Es ist nur sehr schade, dass die Charaktere teils unpassend in die Story geworfen werfen und Zusammenhänge kaum erklärt werden. Es ist schwierig, dem Film in seiner Tiefe gänzlich zu folgen. Dafür können wir aber den Choreographien sehr gut folgen, denn diese stammen zum Teil aus dem Kopf von Action-Legende Sammo Hung und das merkt man auch. Jeder Tritt, jeder Schlag und jede Bewegung wirken atemberaubend. Die Kämpfe zu genießen, ist in Way of the Warrior absolut nicht schwer. Man tut es einfach und wundert sich dann trotz der langatmigen Erzählung, wie schnell doch die Zeit vergeht. Das mag auch an der guten Bildqualität liegen, denn in 1080p sieht jeder Muskel der Kämpfer klasse aus. Die deutsche Synchronisation ist ebenfalls gut gelungen, doch Authentizität gibt es nur im Mandarin-Originalton. Hier sprechen Charaktere jedoch auch Englisch und Japanisch, was der Atmosphäre ein wenig mehr Tiefe verleiht, die ihm sonst an einigen Stellen fehlt. Apropos Fehlen: Bonusmaterial liegt nicht vor; 112 Minuten Film müssen hier leider reichen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Wer sich auf Way of the Warrior einlässt, wird nach ein paar Minuten bemerken, dass die Handlung sehr zäh ist. Daran ändert sich im Verlauf des Films nichts. Die Story hat zwar ihre Daseinsberechtigung und hat Mut, Kritik an Systemen zu üben, doch gut erzählt ist sie meiner Meinung nach nicht. Es fehlt an plausiblen Charaktereinführungen. Verbindungen zwischen den Charakteren werden zudem nur selten wirklich klar, bis es am Ende eine kleine Überraschung gibt. Was der Film jedoch nicht mit seiner Handlung schafft, gelingt ihm auf Seiten der Action. Hinter den Choreographien steckt unter anderem der legendäre Sammo Hung und das merkt man dem Film auch an. Sämtliche Choreographien gefallen mir. Sie sind temporeich, abwechslungsreich und in Verbindung mit der wirklich tollen musikalischen Untermalung sind sie optisch ein Genuss. Schade, dass es kein einziges Stück Bonusmaterial auf die Disc geschafft hat. Das hätte Aufschluss über ein paar Entscheidungen gegeben, welche das Produktionsteam treffen musste. Wer auf eine maßgeblich ausgeklügelte Handlung verzichten kann, bekommt mit Way of the Warrior jedenfalls immer noch einen guten Action-Film mit spannender Thematik und tollen Choreographien!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Way of the Warrior!

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