Review: Liar Game (Band 12)

Liar Game (Band 12)Die Reise nach Jerusalem ist normalerweise ein spaßiges Unterhaltungsspiel, bei dem sowohl Fitness als auch Reaktionsfähigkeit geprüft wird. In dieser Runde des Liar Games werden diese Komponenten auch auf die Probe gestellt, nur geht es erneut um eine Menge Geld und das Konzept wird durch Intrigen, Machtspielereien und ähnlichen Elementen erweitert. Obwohl es in diesem Spiel für gewöhnlich nur einen Sieger geben kann, haben sich doch einige Gruppen herauskristallisiert, um im Bunde die Chance auf den Gewinn zu erhöhen. Mit steigender Anzahl an Mitgliedern wächst natürlich auch das Potential, sich unversehen einen Maulwurf einzufangen. Die jeweiligen Anführer haben es wahrlich nicht leicht, ihre Leute unter Kontrolle zu behalten. Immerhin sind so gut wie alle Teilnehmer extrem verschlagen und würden auch nur für einen geringen Gewinn die gesamte Gruppe hintergehen. Das haben sie alle schon in den vorherigen Runde bewiesen. Momentan gilt es allerdings Akiyama – der selbstverständlich die Position eines Anführers innehält – zu vertrauen. Nach seinen Anweisungen hält sich sein gesamtes Team aus allen Spiel-Angelegenheiten heraus. Ob das Spiel auch durch so eine Boykottirrung entschieden werden kann, versucht Shinobu Kaitani auf über 220 Seiten zu beantworten.

Sitzkrieg

Immer noch sehr wichtig sind auch die Statisten, also die inzwischen ausgeschiedenen Spieler. Ihre Anwesenheit zählt in dieser Runde besonders, da sie mobil und vielseitig einsetzbar sind. Aber nur wenige zeigen sich auf Grund ihrer loyalen Verbindungen zu anderen Spielern kooperativ. Hier werden die kleinen Medaillen sinnvoll, die alle Spieler besitzen. Sie repräsentieren das gesamtes Vermögen eines Spielers. Wer am Ende gewinnt, kann sich im Austausch gegen diese Medaillen auszahlen lassen. Davon profitieren auch die Statisten, die für jedes einzelne Stück dieses kostbaren Zahlungsmittels leicht zu haben sind. Vielleicht ist es sogar möglich, dass sich die Statisten untereinander verbünden. Akiyama und sein Gefolge müssen also auf jeden Fall auf der Hut bleiben. Besonders nachdem die Anzahl der Stühle unter die Anzahl der Spieler gesunken ist und nun zwangsläufig jede Runde mindestens eine Person ausscheiden wird. Die Situation wird von Band zu Band brenzliger, was auch an den Figuren abzulesen ist. Der Fortschritt der Charaktere selbst bleibt wie so oft auf der Strecke liegen, was aber auch nicht allzu verwunderlich ist. Für die ausgefuchsten Katz-und-Maus-Spiele ist schließlich nicht unbegrenzt viel Platz geboten, sodass dieser hauptsächlich der konstant packenden Spannung aufgeopfert wird.

Geschrieben von Jonas Maier

Jonas‘ Fazit (basierend auf der ersten Auflage): In der Fortführung des Kampfes um die Vorherrschaft der Stühle bleibt der Manga neben der innovativen Thematik dieses Scharmützels seinen Erwartungen und Ansprüchen der letzten Bände treu. Die Figuren bei Planung und Ausführung unterschiedlicher Strategien zu verfolgen, hat immer noch nicht an Reiz verloren. Gerne formuliert Shinobu Kaitani die teilweise doch komplexen Gedankengänge der Figuren erst ausführlich aus, damit auch der Leser zumindest für diesen Moment einmal durchsteigt. Auf der nächsten Seite lässt er genau diesen dann wieder ins Fettnäpfchen laufen – er stellt die Geschehnisse also wieder auf den Kopf. Auf den letzten Seiten versteckt dieser zusätzlich ein weiteres Kapitel seiner humoristischen Selbstdarstellung in Form einer Mini-Serie, die sich über all seine Werke erstreckt. Diese gibt Einblicke über die Arbeitsumwelt eines angehenden Manga-ka. Auch wenn natürlich nicht direkt ernst zunehmen, stellen die letzten Seiten dennoch einen interessanten und vor allem lustigen Gegenpart zum sonst so ereignisreichen Ende dieses Bandes dar.

Vielen Dank an Egmont Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Liar Game (Band 12)!

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