Review: Hand of Death

Hand of Death (1)Der Film Hand of Death wird beim Publisher Splendid Film in der großen Jackie-Chan-Reihe veröffentlicht. Jackie Chan hat zwar ein paar größere Auftritte im Film, ist allerdings wie bei Tokyo Powerman unterpräsent und einzig allein ein Bindeglied zwischen den Charakteren.

Hand of Death (2)Hand of Death spielt vor der Kulisse des Kaiserreichs China in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts; die Qing-Dynastie hat sich also bereits erfolgreich etabliert. Ausgangspunkt des Films ist ein chinesischer Shàolín-Tempel. Dieser Tempel sei das Zentrum der chinesischen Kampfkunst und schon viele große und weise Kämpfer sollen aus ihm hervorgegangen sein. Nach der Machtergreifung der Mandschuren hat sich der junge Kämpfer Shih Shao-Feng von der neuen Regierung einspannen lassen. Anstatt seine erlernten Kampfkünste mit Bedacht und redlich einzusetzen, missbraucht er sie, um Schrecken über das Land zu bringen. Zu seinen ersten Taten gehört auch der Überfall auf den genannten Shàolín-Tempel. Als seine Brüder in die Welt hinausziehen wollen, stehen auch schon die ersten Bogenschützen vor den Toren des Tempels, welche dutzende ahnungslose Schüler töten. Daraufhin versucht Shihs Meister mit ihm zu reden, um ein weiteres Blutbad zu verhindern. In seiner Wut tötet der Schüler Shih Shao-Feng seinen Meister. Es beginnt eine Terror-Herrschaft des Schreckens, denn jeder, der sich Shih widersetzt, wird sofort durch seine Hand exekutiert. Um sich selbst vor gefährlichen Widersachern zu schützen, ernennt er die besten acht Kämpfer zu seinen Leibwächtern und verschanzt sich daraufhin die meiste Zeit in seinem Anwesen, um vom Wohlstand zu leben.

Kampf um des Friedens Willen

Hand of Death (3)Die friedliebenden buddhistischen Mönche können das allerdings nicht dulden und schicken den jungen Kung-Fu-Kämpfer Yun Fei ins Feld, der sich um das Problem kümmern soll. Auf dem Weg durchs Land tritt Yun auf den Holzfäller Tan Feng, der für Shih arbeitet. Dieser gibt Yun den Rat, dass er sich von Shih fernhalten soll, denn nur Neugierige und Shàolín-Kämpfer finden den Tod. Später erfährt Yun von Tan, dass Tans Bruder von Shih ermordet wurde und er seit drei Jahren nur unter dem Vorwand, seinen Bruder eines Tages zu rächen, für Shih als Holzfäller tätig ist. Als sie erkennen, dass sie das gleiche Ziel haben, kann Tan seinen Plan endlich in die Tat umsetzen. Allerdings benötigen sie noch die Hilfe von anderen Kämpfern, die ebenfalls eine mehr oder weniger wichtige Vorgeschichte besitzen. Zur Hilfe eilen somit zwei weitere Schüler der buddhistischen Mönche. Des Weiteren haben sie von einem Krieger namens Zorro gehört, der seit vielen Jahren sein Schwert nicht mehr gezogen hat und seinen Kummer in Alkohol ertrinkt. Zorros Geliebte wurde nämlich im Kampf gegen Shih von ihm selbst getötet. Das kann er sich nicht verzeihen, doch als auch er endlich die Möglichkeit sieht, es Shih heimzuzahlen, schließt er sich der vierköpfigen Gruppe an. Zorros Schwert wird neu geschmiedet und der Plan vervollständigt. Im Eifer des Gefechts wird Yun allerdings verraten.

Mäßige Handlung, zwiespältige Action

Hand of Death (4)Die Handlung von Hand of Death gewinnt sicherlich keinen Drehbuchautorenpreis. Sie kann nicht mit plötzlichen Wendungen überraschen und Tiefgang besitzt sie auch nicht. Allerdings werden die Motive der Charaktere mehr als deutlich dargestellt, so dass man die Geschichte gänzlich außer Acht lassen kann. Der Martial-Arts-Anteil ist ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite bietet er schöne Choreographien und auf der anderen Seite sind manche Kampfszenen schlecht geschnitten (obwohl der Titel uncut auf der Blu-ray Disc vorliegt). Dafür überzeugen die wirklich schönen Landschaftsbilder Chinas in Full-HD. Für einen Film aus dem Jahr 1976 ist dies nicht selbstverständlich! Der Ton in 5.1 DTS-HD Master Audio geht ebenfalls in Ordnung, sowohl in der deutschen Fassung, als auch im Originalton in Mandarin. Bonusmaterial liegt in Form von einigen Vintage-Trailern, weiteren Trailern zu Splendid-Film-Titeln und des Originalfilmtrailers bei. Ein besonderes Schmankerl ist der Audiokommentar von Hongkong-Kino-Experte Bey Logan. Obwohl der Verpackungstext behauptet, dass es die erste Zusammenarbeit zwischen Regisseur John Woo und Jackie Chan ist, stimmt das nicht ganz. Bereits Jahre zuvor hat Chan für Woo die Choreographien in The Young Dragons übernommen. Gesehen haben muss man die zweite Zusammenarbeit nicht.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ich finde es immer sehr schade, wenn auf der Verpackung groß Jackie Chans Name aufgedruckt wird und dieser dann im Film nur ganz am Rande auftaucht. In Hand of Death hat er zwar eine wichtige Funktion, doch sind es die anderen Schauspieler, welcher der Ruhm gebührt – allen voran Tan Tao-Liang als Yun Fei. In Hand of Death erwartet einen außerdem nichts besonderes. Für einen Regisseur, der später großkalibrige Action inszenieren wird, ist die Produktion aus dem Jahre 1976 sicherlich nicht das, was man von John Woo erwarten würde. Es ist eben ein frühes Werk des Künstlers, das sich an den folgenden Film einfach nicht messen lassen darf. Hand of Death bietet weder eine intelligente oder tiefgehende Handlung, noch kann die Action beziehungsweise der Martial-Arts-Anteil des Films durchgehend überzeugen. Der Film findet seinen Höhepunkt vor allem im Showdown, der allerdings in wenigen Minuten abgehandelt wird und für Fans der frühen Martial-Arts-Filme sicherlich zu kurz kommt. Hand of Death muss man nicht gesehen haben, doch wenn man seine Jackie-Chan-Reihe vervollständigen möchte, kommt man nicht umher.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Hand of Death!

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