Review: Coppelion – Vol. 3

Coppelion - Vol. 3 (1)Nachdem die erste Volume von Coppelion wunderbar in die Handlung hineingeführt hat, war die zweite Volume erfolgreich dabei, einen roten Faden zu etablieren. Dieser wird in den drei Episoden der dritten Volume erfolgreich fortgeführt und zuweilen sehr tiefgründig wird.

Coppelion - Vol. 3 (2)Coppelion spielt in einer dystopischen Zukunft mitten in der japanischen Hauptstadt Tōkyō, in welcher der Ausnahmezustand längst aufgehoben wurde. Die einstige Riesenmetropole ist radioaktiv verseucht und somit unbewohnbar. Allerdings gibt es dort zwanzig Jahre nach der Katastrophe immer noch Menschen, die ihren Wohnort nicht verlassen wollen oder können. Aus keinem anderen Grund wurden die titelgebenden Coppelion gezüchtet. Die drei Mädchen Ibara, Taeko und Aoi sind solche Coppelion, ergo gezüchtete und genetisch aufgebesserte Menschen. Sie benötigen keine Schutzanzüge, um in der verstrahlten Stadt überleben zu können. Die dreiköpfige Rettungseinheit ist beim Vordringen in Tōkyō auf Kajii Gojiro und seine schwangere Tochter Ibuki gestoßen. Sie steht kurz vor der Geburt und sollte deshalb unbedingt ins Krankenhaus der Stadt gebracht werden, welches das Hauptquartier von ihrer Gruppe ist. Allerdings stellt sich ihnen die Erste Division entgegen. Die militärische Einheit war einst dazu ausgebildet, die Stadt zu evakuieren, doch wurde sie von der Regierung mitten in Tōkyō zurückgelassen. Niemand außerhalb der Metropole dachte daran, dass die Soldaten überlebt haben könnten. Getrieben von Rachegefühlen verfolgen sie einen todbringenden Plan.

Truppenbildung

Coppelion - Vol. 3 (3)Inmitten der Stadt wird das radioaktive Leck von einem Steinsarg abgedeckt, doch die Erste Division plant, diesen Sarg mit weiterem radioaktiven Material zu füllen und zu sprengen. Die Explosion hätte für die gesamte Welt verheerende Folgen und würde sie in kurzer Zeit ebenso wie Tōkyō zu einem lebensfeindlichen Ort machen. Da die Strahlung allerdings um den Sarg herum zu gewaltig ist, können dort selbst Menschen mit Schutzanzügen nicht lange überleben. Deshalb hat die Erste Division zwei Coppelions der Säuberungseinheit auf ihre Seite gezogen und sie davon überzeugt, dass die Menschheit schlecht sei. Ozu Kanon und Ozu Shion waren einst die beiden Partner von Haruto, der sich der Rettungseinheit bereits angeschlossen hat und jetzt gegen seine ehemaligen Verbündeten antreten muss. Obwohl die Erste Division ihr Ziel nicht aus den Augen lassen will, haben die Ozu-Zwillingsschwestern nichts anderes im Sinn, als zuvor ihre Kontrahenten auszuschalten. Diese müssen sich nun zeitgleich der Ersten Division stellen und den Transport der restlichen Überlebenden aus dem Planet-Gebäude in die Wege leiten. Entsprechend werden zwei Trupps gebildet. Während der Rettungstrupp Mensch und Tier in Sicherheit bringen kann, soll die andere Gruppe die Gegenspieler ablenken. Dabei kommt es zwangsweise zu brutalen Auseinandersetzungen mit Waffengewalt.

Existenzängste

Coppelion - Vol. 3 (4)Durch den riesigen Steinsarg inmitten von Tōkyō wird in Coppelion noch einmal deutlich, welche Intention der Anime überhaupt hat. Coppelion kritisiert die sorglose Verwendung von Atomenergie und welche Folgen dieser Umgang haben kann. Außerdem weitet Coppelion die Themen aus. Die Protagonisten und Antagonisten hinterfragen auf gegensätzliche Art und Weise ihre Existenz und wie sie damit und ihren Erschaffern umzugehen haben. Auch die Robotereinheit, welche mit Gefühlen ausgestattet ist, versucht mit dem biblischen Vergleich von Noahs Arche zu erklären, warum Tiere und Menschen gerettet werden müssten, aber er nicht. Das regt zum Nachdenken an und versucht die Grenzen der Forschung aufzuzeigen oder gar aufzuzwingen. Während in den ersten sieben Episoden vor allem Bilder benutzt wurden, um Stellung zu ergreifen, sind es in den vorliegenden drei Folgen viel mehr unsere Gedanken, die mit in den Anime einfließen. Genial! Auf der technischen Seite verfügt der Anime abermals über ein schönes Bild, in welchem höchstens zu starke Konturen stören können. Dafür bietet er abermals einen beklemmenden Soundtrack, um den Grundton des Anime zu treffen. Digitales Bonusmaterial gibt es nur in Form von Trailern, doch wie die zwei vorherigen Volumes kommt auch die dritte Volume nicht ohne ein tolles Booklet aus!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die ersten sechs Episoden hat sich der Anime Zeit gelassen, um die Grundthematik genau zu erklären und die Handlung richtig gut ins Rollen zu bringen. Daran ändert sich auch in den vorliegenden drei Folgen nichts. Hier gibt es sogar ein paar neue Einflüsse, die Coppelion noch interessanter gestalten. Ich finde es richtig gut, wie die Story geschildert und erweitert wird. Die Handlung um Ibara, Taeko und Aoi ist spannend und wird mit genügend Action aufgepeppt. Obwohl das Thema Atomenergie im Anime langsam zurückgeht, bleibt Coppelion trotzdem intelligent. In den drei Episoden der dritten Volume versucht der Anime die Wissenschaft vielleicht zwar nicht zu brüskieren, aber auf jeden Fall zu hinterfragen. Insbesondere die menschliche und tierische Existenz wird mit einem biblischen Vergleich (Arche Noah) hervorgehoben, die Bedeutung der Coppelion und von Robotern hingegen abgewertet. Da jetzt nur noch eine Volume übrig ist, bis der Anime leider auch schon zu einem Ende kommt, bin ich gespannt, welche Haltung der Anime von Regisseur Suzuki Shingo am Schluss einnehmen wird!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Coppelion – Vol. 3!

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