Review: Hellsing Ultimate (Re-Cut, Vol. 1)

Hellsing Ultimate OVA, Vol. 1 (Re-Cut) (1)Obwohl Hellsing Ultimate insgesamt zehn Filme umfasst, sind in Deutschland zunächst nur die ersten vier erschienen. Glücklicherweise entschied sich Nipponart dazu, die Reihe noch einmal neu in einer überarbeiteten und zudem ungeschnittenen Version ins Land zu bringen.

Hellsing Ultimate OVA, Vol. 1 (Re-Cut) (2)Das dürfte besonders die Vampirfans fröhlich stimmen, die in den letzten Jahren wohl nicht besonders viel zu lachen hatten. Während vor allem die westlichen Verarbeitungen der ehemaligen Klassikern der Horrorgeschichten immer mehr von ihren einstigen gruseligen Thematiken abwichen, zeigt Hellsing Ultimate welchen Stellenwert Vampire tatsächlich haben. Lose auf dem Manga von Hirano Kōta basierend, erschien schon Anfang der Jahrtausendwende eine dreizehnteilige Fernsehserie, die aber sowohl die Fans als auch die Verantwortlichen nicht wirklich überzeugen konnte. Hellsing Ultimate nimmt sich dagegen die nötige Zeit in Filmlänge, um den Manga-Epos über Vampire, Ghule und noch wesentlich schlimmere Geschöpfe in kinoreifer Qualität gebührend umzusetzen. Die titelgebende Organisation Hellsing hat es sich zur Aufgabe gemacht, jegliche Ungeheuer auf dem britischen Festland den Garaus zu machen und damit die ansässigen Protestanten zu schützen. Angeführt von Integra Hellsing verteidigt sich diese Organisation aber nicht nur durch reine Waffengewalt – der Vampir Alucard befindet sich auch in ihren Reihen. Dieses brutale wie gnadenlose Wesen gehört zweifelsohne zu den besten seiner Klasse, sodass sich Integra glücklich schätzen kann, dass er ihr und der gesamten Organisation loyal ergeben ist.

Blutbefleckter Anime

Hellsing Ultimate OVA, Vol. 1 (Re-Cut) (3)In einer Welt, in der die Menschen Vampire noch fürchten, werden Alucards einzigartigen Fähigkeiten dabei gerne in Anspruch genommen. Selbst gewöhnliche Vampire sind nicht nur extrem flink, sehr robust und gefährlich, sondern auch in der Lage, Menschen zu infizieren und so Ghule (im Grunde etwas bessere Zombies) zu erschaffen und zu kontrollieren. Solche Gegner sollten für Alucard eigentlich kein Problem darstellen, sodass auch die frisch gebackene Draculina Seras Victoria beweisen darf, dass Alucard sie nicht umsonst als ein neues Mitglied der Hellsing-Familie rekrutiert hat. Mit Meister Alucard hat sie aber wohl den besten Lehrer an ihrer Seite, den man sich nur wüschen kann. Der ersten Film wurde von Satelight produziert und punktet mit detaillierten Charaktermodellen, Lichtstimmungen und sogar ansehnlichen computergenerierten Sequenzen. Die originale Version stammt noch von 2006, im Re-Cut wurden eine Menge Detailverbesserungen mit kräftigeren Farben und intensiveren Lichteffekten hinzugefügt. Manche kleinere Szenen wurden auch ganz umgestaltet. Im Vordergrund steht natürlich der markante Stil mit vom Wahn verzehrten Fratzen und der ungenierten Darstellung von Gewalt. Da lässt die Freigabe ab nur sechzehn Jahren manchen Zuschauer vielleicht sogar zurecht stutzen. Kunstvoll dennoch attraktiv.

Gewaltige Inszenierung

Hellsing Ultimate OVA, Vol. 1 (Re-Cut) (4)Die erste Volume befasst sich zunächst mit der Etablierung der wichtigsten Charaktere. Meist reicht dafür schon eine kurze Szene – die Inszenierung, die Charakterköpfe und das Gesagte formt für den Zuschauer in kürzester Zeit ein Gesamtbild einer Figur, an die er sich noch länger erinnern wird. Somit musst der ungefähr eine Stunde lange Film nicht viel Zeit verschwenden, um mit den besten Elementen, den grandiosen Actionszenen, loszulegen. Erbarmungslos, schnell geschnitten und einfach nur cool wie sie sind, macht es immer wieder Spaß zuzuschauen, wie Alucard und Seras übermächtig demonstrieren, wer das Sagen hat. Das ganze wird vom spitzenmäßigen Soundtrack untermalt. Selbstverständlich besteht die Möglichkeit zur originalen japanischen Tonspur mit deutschen Untertiteln zu wechseln, wobei dieser Anime seine Stimmung auch auf Deutsch gut einfangen kann. Als Extras halten jedoch lediglich einige Trailer der Filmreihe her, die zudem noch in bunten Formaten und Sprachen ausgegeben werden. Dafür enthält das Mediabook einer jeden Volume neben der Blu-ray Disc noch einige Seiten zu Figuren, Begriffen der Serie und ein kurzes Interview mit Kuroda Yōsuke, dem Drehbuchautor, welches Informationen über die Entstehung von Hellsing Ultimate preisgibt. Das Bonusmaterial schließt den ersten Film im Re-Cut interessant ab.

Geschrieben von Jonas Maier

Jonas‘ Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Mit der Hellsing-Ultimate-Filmreihe wird das Vampirtum endlich wieder einmal in ein sehr positives – somit also brutales und schreckliches – Licht gestellt. Besonders für Leute, die im Bereich der animierten Kunst noch nicht so bewandert sind, können hier richtig gut unterhalten werden. Die Animationen sind klasse, die Erzählstruktur stößt einen nicht direkt vor den Kopf und am wichtigsten: Die gnadenlose, aber dennoch genial inszenierte Darstellung von Gewalt wird natürlich und ohne jegliche Sprachbarriere kommuniziert. Wie ernst man diese doch übertriebenen Darstellungen der Gewalt nehmen will, muss jeder für sich selbst entscheiden. Auch wenn der Auftakt in erster Linie viel Vorarbeit für Kommendes leistet, darf man auf jeden Fall auf die folgenden Ausgaben gespannt sein.

Vielen Dank an Nipponart für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Hellsing Ultimate (Re-Cut, Vol. 1)!

© Kouta Hirano SHONEN GAHOSHA Co. LTD. / Hellsing K.G. (Abbildungen)

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