Special: Nintendo auf der E3 2015

Nintendo auf der E3 2015 (1)Nachdem Microsoft auf der E3 2015 uns nicht so überzeugen konnte und die Pressekonferenz von Sony glatt das Wunder von Los Angeles zelebrierte, waren wir vor allem auf das Digital Event von Nintendo gespannt, denn Nintendo hatte es im Angesicht der Konkurrenz schwer.

Nintendo auf der E3 2015 (2)Das Digital Event von Nintendo begann wirklich großartig. Iwata Satoru, Miyamoto Shigeru und Reggie Fils-Aimé wurden als Muppets dargestellt, die sich gerade auf das diesjährige Event vorbereiten. Plötzlich verwandeln sie sich alle in Tiere. Fils-Aimé spuckt Federn aus, Iwata packt sich an Hasenohren und Miyamoto tritt als Fuchs in Erscheinung. Nintendo-Fans haben es längst erkannt – die erste Präsentation sollte sich um das im letzten Jahr vorgestellte Star-Fox-Spiel drehen, welches jetzt auf den Namen Star Fox Zero hört. Die ersten Szenen verhalten sich allerdings noch sehr verhalten. Optisch sieht der Titel aus wie zu Gamecube-Zeiten und die Steuerungsmöglichkeiten werden das typische Gameplay der meisten Teile der Serie wohl verhindern, da auf dem Fernsehbildschirm kinoreife Szenen ablaufen sollen und sich die Action auf dem Wii U GamePad abspielen wird. Anschließend trat Miyamoto, nun wieder in menschlicher Form, in Erscheinung, um über Hintergründe über die Star-Fox-Reihe zu sprechen. Teilweise schon etwas zu lang für ein Event dieser Größenkategorie. Fils-Aimé wiederum sprach im Anschluss beiläufig über Themenparkattraktionen, schnitt die noch ominöse Plattform Nintendo NX an und thematisierte den dreißigsten Geburtstag der Super-Mario-Bros.-Reihe und wie sich Mario über die Zeit verändert hat. Leider sehr zeitraubend.

Unkreativer Einstand

Nintendo auf der E3 2015 (3)Mit Fils-Aimé ging es auch im nächsten Videoclip weiter, um die Amiibo-Figuren in ein neues Licht zu rücken. Er sprach mit Karthik Bala von Activision über die Verwendung von zwei besonderen Figuren in Skylanders: SuperCharger. Die beiden neuen Figuren können sowohl als Amiibo, als auch als Skylander-Figuren verwendet werden. Natürlich exklusiv auf Nintendo-Plattformen. Anschließend ging es mit The Legend of Zelda: Tri Force Heroes weiter, welches im Grunde wie The Legend of Zelda: Four Swords funktioniert – mit nur drei Links, die im Mehrspielermodus kleine und große Gefahren meistern müssen. Im Anschluss hatte man wieder eine Entwicklergeschichte für uns parat, in der Aonuma Eiji und Shikata Hiromasa über die Entstehung des Titels sprachen. In einem ging man in einen Trailer und zu den bereits im Vorfeld geleakten Informationen zu Hyrule Warriors Legends über. Das Spiel bietet grundsätzlich dieselbe Spielerfahrung wie Hyrule Warriors, bietet allerdings Charaktere aus The Legend of Zelda: The Wind Waker (HD). Wir bleiben bei Spielen für den 3DS, denn kurz darauf wurde Metroid Prime: Federation Force angekündigt, welches Kämpfe aus der Metroid-Prime-Reihe und mindestens ein weiteres Minispiel bieten wird. Der 3DS-Teil wird fürs Erste mit einem tollen englischsprachigen Trailer zu Fire Emblem: Fates abgeschlossen.

Abruptes Ende

Nintendo auf der E3 2015 (4)Als nächstes stand als großartige Überleitung Shin Megami Tensei X Fire Emblem auf dem Plan. Das zweite Wii-U-Spiel im Digital Event hat es uns gleich angetan. Die Fortsetzung des Events wird mit einem neuen Trailer zu Xenoblade Chronicles X gefeiert, welches auch sehr großartig aussieht und die HD-Konsole Ende des Jahres in Europa an ihre Grenzen bringen wird. Anschließend ging es mit Animal Crossing weiter, welches mit Animal Crossing: Happy Home Designer und Animal Crossing: Amiibo Festival gleich zwei Spin-offs erhält, von welchen letzteres sogar für die Wii U erscheint (allerdings ein Partyspiel im Sinne von Mario Party darstellt). Obwohl der Release von Yoshi’s Woolly World schon kurz vor der Tür steht, lässt es sich die Koordinatorin des Projekts, Watanabe Emi, nicht nehmen, um über die Entstehung der Woll-Yoshis zu sprechen. Obwohl Yōkai Watch bereits vor einigen Monaten endlich für den Westen bestätigt wurde, gab es anschließend den ersten Trailer zum Level-5-Rollenspiel für den 3DS. Zum Ende hin gab es noch einiges zum Super-Mario-Franchise zu hören und zu sehen: Mit Mario & Luigi: Paper Jam Bros., Mario Tennis: Ultra Smash, Super Mario Maker und einer wunderbaren Super-Mario-Charity-Aktion schließt Nintendo das Digital Event nach langatmigen fünfzig Minuten abrupt ab. Wir sind einfach nur enttäuscht.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Meinung: Ich habe mich schon in den letzten Jahren darüber aufgeregt, dass Nintendo auf eine Pressekonferenz während der Electronic Entertainment Expo verzichtet. Im Konzert der drei Konsolenhersteller spielt Nintendo eine immer unwichtigere Rolle, denn so kann man mit der Konkurrenz nicht konkurrieren. Des Weiteren hat Nintendo die Angewohnheit, solche Veranstaltungen anfangs großartig zu inszenieren, doch dann sehr schnell den Fokus auf die eigentlichen Inhalte zu legen. Das mag zwar richtig sein, doch fehlt dem ganzen Spektakel anschließend ein gewisser Rahmen. Dazu kommt, dass es in diesem Jahr keine Überraschung gab, die man tatsächlich so nennen kann. The Legend of Zelda: Tri Force Heroes, Animal Crossing: Amiibo Festival und Mario Tennis: Ultra Smash sind sicherlich nette Spiele, aber eben keine Blockbuster, auf die ich mich monatelang geistig vorbereiten muss. Da Nintendo übers Jahr verteilt kleinere Nintendo-Direct-Ausgaben verteilt, bin ich mir jedoch sicher, dass wir in den nächsten Monaten sicherlich auch noch das eine oder andere Spiel vorgestellt bekommen werden, doch Nintendo sollte die Wirksamkeit der E3 nicht unterschätzen. Wenn man sich die Konkurrenz anguckt, die super mit Drittherstellern zusammenarbeitet, muss sich der Konzern langsam in Acht nehmen. Die diesjährige Veranstaltung ist dafür allerdings wohl einer der letzten Sargnägel für die Wii U gewesen, denn so kann man eine Konsole sicher nicht verkaufen und nach all den Jahren, wo ich den Konzern sehr gerne in Schutz genommen habe, kann ich das zumindest in Anbetracht der nächsten Monate nicht mehr tun.

Jonas Meinung: Nach den durchaus sehr gelungenen Pressekonferenzen von Sony Computer Entertainment und Ubisoft zuvor, waren die Erwartungen an Nintendos Auftritt bei mir nicht gerade niedrig. Der wirklich spaßige Einstieg mit Muppet-Figuren der bekannten Nintendo-Mitarbeiter lieferte zusammen mit Star Fox Zero einen Auftakt, der aber tatsächlich mithalten konnte. Leider wurden dann sowohl die Spiele, als auch die Anzahl der lustigen Abschnitte immer seltener und langwierige Erzählungen von Entwicklern gewannen die Oberhand. Neuheiten wie The Legend of Zelda: Tri Force Heroes oder Mario & Luigi: Paper Jam Bros. sahen zwar sehr interessant aus – wirklich große Titel blieben aber größtenteils aus, von der Wii U will ich gar nicht erst reden. Da ist der Gedanke gar nicht mal so abwegig, dass Nintendo die Konsole insgeheim schon abgeschrieben hat. Für den 3DS erscheinen Kracher wie Fire Emblem Fates auch erst nächstes Jahr, sodass trotz einer herzhaften offenen Präsentation mit viel Witz zum Humor, Nintendo auf der E3 für mich vom letztjährigen ersten auf den diesjährigen letzten Platz gefallen ist.

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