Review: Akuma no Riddle (Vol. 1)

Akuma no Riddle (1)Seit dem Jahr 2012 erscheint in Japan die bisher dreibändige Manga-Reihe Akuma no Ridoru, doch noch bevor die Serie in Buchform auf den Markt geworfen wurde, haben sich die Verantwortlichen auf eine Anime-Umsetzung geeinigt, die 2014 endlich umgesetzt worden ist.

Akuma no Riddle (2)Relativ schnell wurde der Anime in Deutschland von Kazé Anime lizenziert und die Episoden auf vier Blu-ray-Ausgaben verteilt. Akuma no Riddle erzählt die Geschichte der jungen Schülerin Ichinose Haru, die in die zehnte Klasse der privaten Myōjō-Mädchenoberschule geht. In dieser Schule trifft sich nur die Elite, da sie vor allem von Politikern finanziert wird. Bis zum Ende des Schuljahres möchte Haru ihren Abschluss machen und sich dabei von nichts aufhalten lassen. Zunächst einmal scheint dies auch kein allzu großes Problem zu sein, denn nach außen hin wirkt Haru wie ein ganz normales Mädchen wie jedes andere und geht zudem auch noch gerne zur Schule. Das eigentliche Hindernis stellen ihre Mitschülerinnen dar, denn diese müssen zwar ebenfalls die Schulbank drücken, bergen jedoch alle ein und dasselbe Geheimnis. Sie sind allesamt angehende Auftragsmörderinnen und erhalten von einer mysteriösen Quelle die Aufgabe, ihre Mitschülerin Haru aus dem Weg zu räumen. Das klingt nicht nur im ersten Moment nach einer sehr hanebüchenen Storyline, doch entpuppt sie sich als Aufhänger für mehrere clevere Ideen, die den Anime durchweg frisch halten. Es gibt nämlich Regeln, an die sich Harus zwölf Gegenspielerinnen halten müssen. Der Mord muss unabhängig voneinander, ohne Hilfe von außen und innerhalb von 48 Stunden erfolgreich durchgeführt werden.

Aus Feind wird Freund

Akuma no Riddle (3)Wer die zwei vollen Tage nach Auftragsannahme nicht nutzt oder den Mord nicht ausführen kann, wird disqualifiziert und muss die private Myōjō-Mädchenoberschule auf der Stelle verlassen. So und nicht anders relativieren sich unsere Befürchtungen, dass bei jedem einzelnen Moment nur gemordet wird, schnell. Die vier Episoden der ersten Volume beschäftigen sich dann mit den ersten Versuchen, Mitschülerin Haru aus dem Weg zu räumen. Diese ist jedoch wesentlich widerstandsfähiger, als ihre Mörderinnen und wir als Zuschauer vermuten. Schnell finden wir auch den Grund heraus, über den wir an dieser Stelle natürlich nichts verraten werden. Wir möchten nur anmerken, dass sich dieser Grund zumindest im bisherigen Erklärungsansatz als genauso ein Quatsch herausstellt, wie die grundlegende Handlung bisher erscheint. Auf Basis der ersten vier Episoden dürfen wir uns hier aber noch kein finales Urteil erlauben – schließlich kann sich das noch alles ändern. Die Serie dreht sich außerdem nicht nur um die eher hilflose Haru, die trotzdem mit allen Wassern gewaschen scheint, sondern auch um ihre anfängliche Feindin Azuma Tokaku. Hat sie zu Beginn der Serie noch Interesse daran, Haru zu töten, gibt sie diesen Plan auf, um sie schließlich zu beschützen. Damit verzichtet sie übrigens auf die Erfüllung eines persönlichen Wunsches, welche die Mordbelohnung darstellt.

Persönliche Motive

Akuma no Riddle (4)Mit diesem Ziel im Hinterkopf hat wirklich jede Attentäterin einen Grund, Haru umzubringen. Das ergibt im Kontext des Anime Sinn, der so bei jedem einzelnen Charakter auf ein persönliches Ziel hinarbeiten kann. Da ist es egal, ob wir die persönlichen Wünsche der Figuren erfahren oder nicht. Die Spannung bleibt somit bis auf wenige Ausnahmen immer am Limit und sorgt dafür, dass wir gleich eine Episode nach der anderen anschauen möchten. Die Mädchen lassen sich schließlich immer wieder neue Möglichkeiten einfallen, Haru und Tokaku aus dem Weg zu räumen. Wir sind schon sehr gespannt darauf, ob und wie sich die Reihen weiter lichten werden und wie ihr Klassenlehrer Herr Kaiba mit der schrumpfenden Klasse umgeht. Der Humor bleibt in der Serie auf einem humanen Niveau, wird zuweilen aber recht zynisch, um die dunkle Grundstimmung zu untermauern. Wer Hintergründe über Tokaku und Haru in Erfahrung bringen möchte, darf ins beiliegende Booklet schauen. Hier geben unter anderem die japanischen Synchronsprecherinnen Einblick in ihre Arbeit. Des Weiteren werden hier die ersten Attentäterinnen gut vorgestellt und die einführenden Episoden zusammengefasst. So oder so kann die Eröffnung des dreizehnteiligen Anime begeistern. Es bleibt zu hoffen, dass Regisseur Kusakawa Keizō auf Filler-Episoden verzichtet und die Story gradlinig ausarbeitet.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Als ich die Handlung des Anime das erste Mal gelesen habe, musste ich ein wenig schmunzeln. Ich kann mir nicht vorstellen, wie selbst ein japanischer Autor diese Geschichte glaubhaft umsetzen kann. Nachdem ich mir die ersten Episoden von Akuma no Riddle angesehen habe, bin ich noch fester der Überzeugung, dass in diesem Anime eine glaubhafte Inszenierung definitiv nicht möglich ist. Die Story mag zwar für reichlich Spannung sorgen, doch habe ich in den ersten vier Folgen immer im Hinterkopf, wie lächerlich die Ausgestaltung eigentlich ist. Wer sich mit diesem Fakt aber nach spätestens ein bis zwei Episoden anfreunden kann, wird mit Akuma no Riddle sicherlich sehr gut unterhalten werden. Schließlich denken sich die Mädchen immer wieder neue Ideen aus, wie sie Haru und Tokaku aus dem Weg räumen können. Ich habe jedenfalls kaum festgestellt, dass sich die sehr gut erzeugte Spannung verabschiedet oder dass ich gar vom Anime gelangweilt werde. Wenn es der Regisseur mit seinem Team schafft auf Filler-Episoden, die ich kommen spüre, zu verzichten, dann wird sich Akuma no Riddle zu einem unterhaltsamen Lückenfüller mausern.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Akuma no Riddle (Vol. 1)!

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